Bewerbungsmappe: Das sind vollständige Unterlagen

Mit der Bewerbungsmappe hinterlässt man bei einem potentiellen neuen Arbeitgeber einen ersten Eindruck und weckt bestenfalls dessen Interesse. Die Auswahl an Bewerbungsmappen ist mittlerweile immens, da stellt sich die Frage, welche die richtige ist und mit welchen Unterlagen diese genau zu befüllen ist.

Bewerbungsmappe kaufen – welche ist die Richtige? Faustregeln für die Mappenauswahl

Wer heute einen Schreibwarenladen betritt oder sich online nach Bewerbungsmappen umschaut, steht einer riesigen Auswahl gegenüber. Diese reicht vom schlichten Klemmhefter bis zur exklusiveren dreiteiligen Mappe. Auswahl einer Bewerbungsmappe (© Jeanette Dietl / fotolia.com)
Auswahl einer Bewerbungsmappe (© Jeanette Dietl / fotolia.com)
Hinzu kommt neben der Design- auch noch die Materialauswahl, wobei die Entscheidung in der Regel zwischen Plastik und Karton getroffen werden muss. Generell lässt sich sagen, dass die Meinungen zur richtigen Bewerbungsmappe weit auseinandergehen können. Die Frage, welche Mappe „die“ richtige ist, lässt sich daher nicht generell beantworten. Zunächst sollte man sich selbst ein paar Fragen stellen.

  • Für welche Art von Stelle möchte man sich bewerben?

Bei einer Lehrstelle darf es gern eine einfachere Bewerbungsmappe sein. Akademische Berufe setzen ein hochwertigeres Modell voraus. Bei kreativen Berufen darf die Mappe auch gern farbintensiver sein, ansonsten sind in jedem Fall gediegene Farbtöne zu wählen.

  • Wie viele Bewerbungen will man verschicken?

Wer gleich eine Vielzahl an Bewerbungen verschicken will, möchte seine Kosten meist möglichst gering halten. Wer hingegen gezielt nur eine Bewerbung verschickt, kann auch eher in eine hochwertige Mappe investieren. Generell sollte aber gelten: Die Klasse darf unter der Masse nicht leiden. Auch viele Bewerbungen auf einmal machen sich einzeln besser in hochwertigen Mappen.

  • Gibt es Angaben durch die Personalabteilung?

Es kann immer ratsam sein, schon im Vorfeld der Bewerbung Kontakt mit dem Unternehmen aufzunehmen, um etwa den Namen eines konkreten Ansprechpartners zu erfahren, sollte dieser nicht schon in der Stellenanzeige angegeben sein. Bei dieser Gelegenheit kann auch in Erfahrung gebracht werden, ob von der Personalabteilung eventuell eine bestimmte Mappenart bevorzugt wird.

Meist wird von den Personalabteilungen der schlichte Klemmhefter bevorzugt. Zum einen, weil sich die einzelnen Dokumente einfacher aus der Mappe herausnehmen lassen, zum anderen, weil mehrteilige Mappen recht sperrig und unpraktisch bei der Sichtung sind und viel Platz auf dem Schreibtisch einnehmen. Es gibt aber auch Personalentscheider, die den dreiteiligen Bewerbungsmappen den Vorzug geben, da sie hier Lebenslauf und Zeugnisse nebeneinander präsentiert werden.

Im Handel lassen sich verschiedene Arten von Bewerbungsmappen finden. Dazu gehören u.a.:

  • Klemmhefter aus Kunststoff

Abgeheftet werden Lebenslauf und Zeugnisse, das Anschreiben befindet sich außen. Die einfachen Klemmhefter empfehlen sich etwa für die Bewerbung um einen Ausbildungsplatz oder für handwerkliche Berufe sowie ungelernte Tätigkeiten.

  • Klemmhefter aus Karton

Karton wird meist haptisch als angenehmer und wertiger wahrgenommen. Karton punktet zudem aus ökologischen Gesichtspunkten. Im Gegensatz zur Kunststoffvariante ist hier jedoch kein durchsichtiger Mappendeckel vorhanden, der schon vor dem Öffnen der Mappe einen ersten Eindruck vom Bewerber vermittelt.

  • Dreiteilige Mappen aus Karton

Wird die dreiteilige Mappe komplett geöffnet, befinden sich Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse direkt nebeneinander. Vor allem bei Bewerbungen im akademischen Bereich sollte dieser Mappe der Vorzug gegeben werden. Diese Mappenart wirkt hochwertig und ist haptisch angenehm anzufassen. Jedoch empfinden einige Personalentscheider diese Variante als unhandlich.

  • Bewerbungsmappen mit Sichtfenster

Durch das Sichtfenster hat der Personalentscheider direkt einen ersten Blick auf die wichtigsten Informationen. Dieses Modell ist kompakter als die Variante zum dreifachen Aufklappen, da man nur einmal aufklappen muss. Die Mappe bietet eine gute Übersichtlichkeit, Lebenslauf und Zeugnisse werden parallel präsentiert.

Fachanwalt.de-Tipp: Bei Bewerbungen in konservativen Branchen ist es immer ratsam, sich farblich dezent zu halten bei der Bewerbungsmappe. Klassiker sind hier Farben wie Schwarz, Grau oder Dunkelblau. Bei kreativen Berufen darf die Mappe gern etwas farbenintensiver ausfallen. Punkten lässt sich, wenn man sich bei der Farbauswahl am Logo des jeweiligen Unternehmens orientiert, bei dem man sich bewirbt.

Bewerbungsmappe Inhalt

Um sich erfolgreich für die gewünschte Stelle zu bewerben, müssen bestimmte Unterlagen in der Bewerbungsmappe vorgelegt werden. Die Unterlagen müssen vollständig und korrekt sortiert sein. Zu den benötigten Unterlagen gehören üblicherweise:

  • Bewerbungsschreiben (Wird in der Regel nur lose beigelegt)
  • Lebenslauf (Meist in tabellarischer Form, außer es wird eine andere Variante verlangt)
  • Inhalt der Bewerbungsmappe (© Stockfotos-MG / fotolia.com)
    Inhalt der Bewerbungsmappe (© Stockfotos-MG / fotolia.com)
    Bewerbungsfoto (wird dem Deckblatt oder Lebenslauf hinzugefügt)
  • Arbeitszeugnisse
  • Hochschulzeugnis / Ausbildungszeugnis
  • Das letzte Schulzeugnis
  • Dokumente über Zusatzqualifikationen
  • Arbeitsproben soweit verlangt
  • Empfehlungsschreiben soweit verlangt

Aufbau / Reihenfolge

Es gilt eine standardisierte Ordnung der Bewerbungsunterlagen, von der nicht abgewichen werden sollte. Die richtige Reihenfolge der Unterlagen ermöglicht dem Personalentscheider eine schnelle und effiziente Sichtung.

Die Mappe beginnt mit dem Bewerbungsschreiben an erster Stelle. Danach kann optional ein Deckblatt folgen, auf dem u.a. auch das Bewerbungsfoto Platz findet. An dritter Stelle kommt der Lebenslauf, bei dem gilt: So lang wie nötig, so übersichtlich wie möglich. Mehr und mehr etabliert sich auch hierzulande ein amerikanischer Lebenslauf, der mit der Gegenwart beginnt und somit als letzten Punkt die Schulausbildung auflistet. An vierter Stelle der Bewerbungsmappe kommt nun ein Dokument, das als Dritte Seite bezeichnet wird. Die Dritte Seite kann ein Motivationsschreiben, ein Kurzprofil oder eine Projektliste sein. Die Dritte Seite ist jedoch optional und wird nicht standardmäßig vorausgesetzt. Danach folgen die Zeugnisse und Zertifikate, die man während seiner beruflichen Laufbahn erworben hat. Diese werden der Chronologie des Lebenslaufes entsprechend angeordnet.

Auch eine Anordnung nach Relevanz ist möglich. Dann liegt das höchste Abschlusszeugnis zuoberst. Im Anschluss folgen noch das optionale Empfehlungsschreiben und die optionalen Zertifikate und Bescheinigungen für Weiterbildungen.

Anschreiben

Mit dem Anschreiben lassen sich die Argumente vorbringen, warum man für die jeweilige Stelle geeignet ist und man kann sein Interesse an der Position verkünden. Das Anschreiben dient somit der Werbung in eigener Sache. Dennoch sollte man nicht ausschweifend werden, sondern sich kurz halten. Mehr als eine DIN-A4-Seite sollte es nicht sein. Positiv ist es, wenn der Personaler beim Lesen merkt, dass sich der Bewerber mit dem Unternehmen auseinandergesetzt hat und Infos dazu sowie zur Stelle bereithält.

Deckblatt

Das Deckblatt kann der Bewerbungsmappe optional beigefügt werden. Es soll einen ersten Überblick sowie einen Wiedererkennungswert schaffen. Mit einem Deckblatt lässt sich der Gesamteindruck der Bewerbung abrunden. Auf dem Deckblatt kann das Bewerbungsfoto integriert werden, so dass im Lebenslauf mehr Platz geschaffen wird. Weiterhin enthält das Deckblatt üblicherweise eine Überschrift (meist „Bewerbung“), die Angabe der Position, um die sich beworben wird und die Kontaktdaten des Bewerbers. Weiterhin kann noch eine Inhaltsangabe für die Bewerbungsmappe aufgeführt werden.

Bewerbungsmappe Lebenslauf

Mit dem Lebenslauf werden die bisherigen Stationen der beruflichen Laufbahn wiedergegeben, inklusive der Angaben zur Ausbildung. Der Lebenslauf kann auch dazu genutzt werden, Informationen über persönliche Interessen oder soziales Engagement zu liefern. Eine klare Struktur ist unverzichtbar, damit der Personaler alles gut im Blick hat. Wichtig ist auch, dass keine Lücken im Lebenslauf entstehen.

Personaler bevorzugen meist einen Lebenslauf in tabellarischer Form, da dieser besonders übersichtlich ist. Empfehlenswert ist es, den Werdegang in verschiedene Bereiche zu unterteilen, also etwa die berufliche Erfahrung, absolvierte Praktika, Studium u.ä. Innerhalb dieser einzelnen Bereiche sollten die Stationen dann antichronologisch aufgelistet werden. Man beginnt also mit der letzten Tätigkeit. Der Lebenslauf wird letztlich noch mit Ort und Datum versehen und vom Bewerber unterschrieben.

Anlagen

Als Anlagen in der Bewerbungsmappe sind verschiedene Dokumente möglich. Dazu gehören:

  • Schulabschlusszeugnisse
  • Ausbildungszeugnisse
  • Praktikumsnachweis
  • Arbeitszeugnisse
  • Beglaubigte Übersetzungen von Auslandszeugnisse
  • Nachweise über jobbezogene Fortbildungen
  • Empfehlungsschreiben
  • Bescheinigungen über ehrenamtliches Engagement
  • Kopie des Führungszeugnisses, wenn verlangt

Empfehlenswert ist es, ein Anlagenverzeichnis zu erstellen, das am Ende des Anschreibens oder auf das Deckblatt eingefügt werden kann. Die Anlagen sollten so sortiert werden, dass sie der Reihenfolge der Stationen im Lebenslauf entsprechen, also entweder chronologisch oder antichronologisch.

Online Bewerbungsmappe

Die Online-Bewerbung wird von zunehmend mehr Unternehmen bevorzugt. Unter den Begriff der Online Bewerbungsmappe können drei Varianten der Bewerbung fallen:

  • Bewerbung per E-Mail
  • Ausfüllen eines Online-Bewerbungsformulars
  • Verweis auf eine eigene Bewerbungs-Homepage

Bewerbung per Email

Bei der Bewerbung per E-Mail besteht die Online Bewerbungsmappe im Grunde nur aus einem einzigen PDF. Dieses wird der eigentlichen Bewerbung angehängt. Das Bewerbungsanschreiben kopiert der Bewerber zudem direkt die Mail. Auch in einer E-Mail sollte ein seriöser Sprachstil beibehalten werden. Da alle Bewerbungsunterlagen in einem PDF-Dokument angefügt werden, müssen diese zunächst zusammengefasst werden, dafür stehen online extra Tools bereit.

Fachanwalt.de-Tipp: Die Dokumente sollten unbedingt in einer Datei gespeichert werden, da es sonst beim Öffnen für den Personaler schnell unübersichtlich wird mit zahlreichen Anhängen!

Ausfüllen eines Online-Bewerbungsformulars

Hierzu wird üblicherweise ein Online-Formular auf der Unternehmenswebsite bereitgestellt. Dieses wird durch den Bewerber ausgefüllt. Hierzu werden die geforderten Angaben in den einzelnen Formularfeldern gemacht. Leere Felder sollte man vermeiden. Gegebenenfalls wird auch gefordert, dass PDF-Dokumente hochgeladen werden.

Verweis auf die eigene Bewerbungshomepage

Auf einer eigenen Bewerbungshomepage kann man sich mit allen Bewerbungsunterlagen online präsentieren. Es handelt sich um eine interaktive Form der Online-Bewerbung. Die Bewerbungsunterlagen können, sind sie einmal online gestellt, für mehrere Bewerbungen genutzt werden. Personaler nutzen zunehmend das Netz, um nach weiteren Informationen von Bewerbern zu suchen. Daher ist es wichtig, sich online vorteilhaft zu präsentieren. Mit einer eigenen Bewerbungshomepage hat man es selbst in der Hand, welches Bild man vermittelt.

Fachanwalt.de-Tipp: Im Zweifel kann ein Fachanwalt für Arbeitsrecht Hilfestellung leisten.



Ihre Spezialisten
INHALTSVERZEICHNIS

TOOLS
TOP LINKS

Gratis-eBook „Fachanwalt finden“


Alle Infos zur Fachanwaltssuche!
Informationen und Tipps zur Fachanwaltssuche!

  • Was ist ein Fachanwalt?
  • Wichtige Infos zu Anwaltskosten, Beratungshilfe!
  • Kostenlos als PDF-Download