Brandbekämpfung - wie entsteht ein Feuer und wie kann es von der Feuerwehr gelöscht werden?

Von fachanwalt.de-Redaktion, letzte Bearbeitung am: 24. Januar 2024

Ein Brand ist ein Ereignis, das sich niemand gerne wünscht. Enorme Werte gehen durch Verbrennung verloren, Menschen werden verletzt oder gar getötet. Die Brandbekämpfung, die schnell und richtig vor sich geht, ist ein ganz zentraler Faktor im abwehrenden Brandschutz. Erfahren Sie in diesem Artikel Wissenswertes über das mögliche Entstehen von Bränden und wie die Feuerwehr bzw. die Einsatzkräfte mit Ihren Fahrzeugen und Geräten vorgehen, um sie zu löschen.

Wie ein Feuer entsteht

Feuer (© Federico.adobe.com)
Feuer (© Federico.adobe.com)
Feuer entsteht nicht einfach, es hat immer einen Herd, eine bestimmte Stelle, an der es ausbricht. Das Wissen darum wie Feuer entsteht und die Vermeidung aller Risiken ist Teil des vorbeugenden Brandschutzes. Damit ein Feuer entsteht sind 3 Dinge erforderlich:

  • ein Brennstoff
  • die Entwicklung der entsprechenden Hitze, der Zündenergie
  • Sauerstoff, der die Flammen nährt

In Urzeiten, als unsere Vorfahren das Feuer "erfanden", nutzten Sie hartes Holz, dass durch Reibung die erforderliche Temperatur erhielt, sodass es zu glosen begann. Durch Zuführung eines Brennstoffes (trockenes Gras) und Sauerstoff (Anblasen) sind die Bedingungen erfüllt, die wir heute als sogenanntes "Branddreieck" bezeichnen.

Diese oben genannten Faktoren müssen zeitlich und räumlich zusammentreffen, damit ein Feuer entsteht. Jedes für sich allein genommen, wird keinen Brand im klassischen Sinne auslösen. Es ist das richtige Mischungsverhältnis, das verantwortlich ist, dass es zu brennen beginnt. Deshalb ist das Verbrennungsdreieck (Brennstoff, Zündmittel, Sauerstoff) um die selbsterhaltende, chemische Kettenreaktion ergänzt worden. Unter dem Begriff "Brandtetraeder" gehört es zum Standard in der Literatur des deutschen Feuerwehrwesens.

Was sind die meisten Ursachen von Bränden?

Es gibt eine Vielzahl von Brandursachen. In erster Linie wird immer menschliches Fehlverhalten genannt, doch kommt davor noch die elektrische Energie im weitesten Sinne. Ob Blitzschlag, Kurzschluss, Überlastung, ob Kabelbrand oder technischer Defekt. Alles worin elektrische Energie fließt, Jeder Schalter, jedes Leuchtmittel, selbst eine Batterie im Kinderspielzeug, kann brandauslösend sein. Sogar ein Laptop kann umliegende Stoffe entzünden, wenn er überhitzt.

Im Bereich des Haushalts sind Küche und die anderen Wohnbereiche Orte, an denen die meisten Brände entstehen. Das ist das überhitzte Fett oder Speiseöl in der Pfanne, die Herdplatte, die nicht abgedreht wurde und einiges mehr. Ob es die vergessene Zigarette ist, die am Teppich zu glimmen beginnt, oder fettige Wäsche im überhitzten Trockner. Die Gefahren lassen sich nur durch vorsichtiges Agieren minimieren.

In Deutschland waren es 2018 rund 3500 Arbeitsunfälle, die aufgrund von Bränden oder Explosionen zu Verletzungen oder sogar Todesfällen führten. Darum kommt dem privaten als auch betrieblichen vorbeugenden Brandschutz, enorme Bedeutung zu.

Abwehrender Brandschutz - wie die Feuerwehr vorgeht, um einen Brand zu löschen

Ein Feuer löschen, dessen Ausbreitung verhindern, Menschen, Tiere und Sachwerte retten, fallen uns sofort beim Stichwort Feuerwehr ein. Vorausgesetzt, dass die Alarmierung rechtzeitig erfolgt ist und die Löschmaßnahmen koordiniert und unverzüglich beginnen können, ist ein Erfolg sehr wahrscheinlich.

Fachanwalt.de-Tipp: Mit den richtigen Löschmitteln kann ein Löschversuch vorgenommen werden. Für einen Löschvorgang bzw. den Versuch gibt es zum Ablöschen und zur Verwendung Mittel wie Schaumlöscher, Löschdecken zum Ersticken des Feuers, Pulverlöscher mit entsprechendem Pulver. Zum eigenen Schutz sollte ein Mindestabstand von einigen Metern eingehalten sein.

Richtiges Verhalten bei einem Entstehungsbrand ist entscheidend und kann unter Umständen der Menschenrettung dienen. Sprinkler und Sprinkleranlagen, die der automatischen Brandbekämpfung dienen, schützen ebenfalls Leben und Eigentum. Im Brandfall öffnen sich ein oder mehrere Sprinkler im Brandbereich automatisch durch Hitzeeinwirkung. Das flüssige Löschwasser tritt unter Druck aus, wird am Sprinklerteller verdüst und als parabolförmiger Sprühregen auf den brennenden Brandherd verteilt.

Wie erfolgt die Brandbekämpfung?

Abhängig von der vorliegenden Situation wird sich der Einsatzleiter für eine bestimmte Vorgangsweise entscheiden. Davor wird er die Lage erkunden und feststellen wie die Zugangsmöglichkeit, die Gefahr der Ausbreitung ist, wo sich die Wasserentnahmestellen befinden, wie die Situation der betroffenen Menschen in- und außerhalb des Gebäudes ist.

Dann wir ein Außenangriff oder Innenangriff angeordnet.

Außenangriff zur Brandbekämpfung

Der Brand wird von außen, durch Fenster, Türen, Dachluken und anderen Öffnungen im Gebäude bekämpft. Hier geht die Sicherheit der Retter vor, wenn bspw. die Standsicherheit des Gebäudes als zu unsicher erscheint. Der Außenangriff ist organisatorisch weniger aufwändig als sein Gegenstück.

Innenangriff zur Bekämpfung eines Brandes

Brandbekämpfung (© Dimco–stock.adobe.com)
Brandbekämpfung (© Dimco–stock.adobe.com)
Ist personal- und geräteintensiv und erfordert für jeden Trupp, der in das Gebäude geht, einen bereitstehenden Rettungstrupp. Abhängig von der Situation kommen Löschmittel direkter zum Brandherd. Schaum, Löschpulver, die verschiedenen Feuerlöscher sind effizienter einzusetzen.

Der Brandausbreitung, der Beeinträchtigung durch Brandrauch, Rauchgasentzündungen und -explosionen begegnet man heute mit Druckbelüftern, die einen leichten Überdruck im Gebäude erzeugen und den Rauch, samt unverbrannter Gase aus den Räumen entfernen. Brandbekämpfungen mit Überdruck haben den Vorteil, dass der Brand schneller zu lokalisieren und exakter zu bekämpfen ist. Das verringert wiederum die Gefahr, dass zu viel Löschwasser zum Einsatz kommt und die Schäden dadurch noch höher ausfallen.

Sonderformen der Feuerwehr Einsätze zur Brandbekämpfung sind Wald- und Buschbrände, die oft schlecht zugänglich sind und den Einsatz von Löschflugzeugen erfordern. Flächenbrände im Allgemeinen gehören auch dazu. In diesen Fällen bekommt die Freiwillige Feuerwehr besondere Bedeutung, da ihre Mitglieder die regionalen Gegebenheiten am besten kennen.

Mittel und Taktiken, die zur Brandbekämpfung eingesetzt werden

Noch vor einigen Jahrzehnten konnte man hören, dass das Löschwasser mehr Schaden anrichte als das Feuer direkt. Mittlerweile haben sich Strategie und Technik verändert. Zwar ist Wasser noch immer das Löschmittel, das am meisten zum Einsatz kommt, allerdings gezielt und punktgenau auf den Brandherd gerichtet. Ebenso ist die Wirksamkeit des vorbeugenden Brandschutzes heute um Vielfaches höher. Man denke nur an automatische Brandmeldeanlagen, an überall einsetzbare Feuerlöscher.

Die Grundvoraussetzungen (Branddreieck) eines Brandes bedingen ,situationsabhängig, unterschiedliche Löschverfahren. Wenn dem Feuer die Basis entzogen wird, kann es sich nicht mehr ausbreiten und erlischt. Dafür sind folgende Verfahren zur Brandbekämpfung bekannt:

  • Brennbare Stoffe entfernen: Zwar wird das nicht so einfach sein, doch reicht es oft schon, wenn der Nachschub unterbunden wird. Gas- oder Ölleitungen können verschlossen werden. Bei Waldbränden entziehen breite Gräben oder Schneisen dem Feuer die Nahrung.
  • Wenn ein Stoff unter die Zündtemperatur abkühlt, erlischt das Feuer. Das wird seit eh und je mit Löschwasser gemacht, denn Wasser kühlt nicht nur, sondern führt Wärme in Form von Wasserdampf ab.
  • Feuerwehr löscht (© benjaminnolte–stock.adobe.com)
    Feuerwehr löscht (© benjaminnolte–stock.adobe.com)
    Sauerstoffentzug
    : Im Branddreieck ist Sauerstoff eine Komponente. Fehlt diese, kann kein Feuer entstehen oder weiter bestehen. Darum werden Decken über Brandherde geworfen. schmelzendes Löschpulver eingesetzt, mittels Gaseinblasung (Stickstoff, Kohlenstoffdioxid bzw. Kohlendioxid, Argon) der Sauerstoff verdrängt. Diese letztgenannte Methode kommt vor allen in elektrischen Anlagen zur Anwendung.
  • Fettbrände, wie sie in Küchen oft vorkommen werden durch Verseifung gelöscht. Hier legt sich das Löschmittel wie eine Sperrschicht über das Öl oder Fett und unterbindet die Zufuhr von Sauerstoff. Zugleich wird die Selbstentzündungstemperatur heruntergesetzt.
  • Gegenfeuer werden oft bei Waldbränden gelegt, um dem Brand, der zu löschen ist, den Brennstoff zu entziehen.
  • Metallbrand: Solche Brände werden von der Feuerwehr durch Ersticken bekämpft. Unter Metallbrand versteht man das unkontrollierte und Schaden verursachende Verbrennen von Metallen, wobei sich bei den auftretenden hohen Temperaturen von über 2000 Grad Celsius Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff zersetzt. Metallbrände sind der Brandklasse D zugeordnet.
Fachanwalt.de-Tipp: Abhängig von der Gebäudeart und dem Verwendungszweck, empfiehlt es sich ein Schlüsseldepot zu installieren. Das erleichtert den Feuerwehren die Aufgabe der Brandbekämpfung von Beginn. Die Personen können so jederzeit, ohne Verzögerung das Objekt betreten. Das Depot ist ein kleiner Tresor, der den Generalschlüssel beinhaltet. Es befindet sich außerhalb des Gebäudes an leicht zugänglichen Stellen (an Wänden, bei Säulen, etc.) und ist optimalerweise mit der Brandmeldeanlage verbunden. Am besten dort angebracht, wo sich auch die sogenannte Blitzleuchte befindet, die in Gefahrensituationen aufmerksam macht.

FAQ zur Brandbekämpfung durch die Feuerwehr

Welche gesetzlichen Aufgaben hat die Feuerwehr in Bezug auf die Brandbekämpfung?

Die gesetzlichen Aufgaben der Feuerwehr in Bezug auf die Brandbekämpfung werden im Feuerwehrgesetz des jeweiligen Bundeslandes geregelt. In §2 des Musterfeuerwehrgesetzes (MFeuG) ist beispielsweise festgelegt, dass die Feuerwehr für die Bekämpfung von Bränden und die Durchführung von technischen Hilfeleistungen verantwortlich ist.

  • Brandbekämpfung: Das umfasst alle Maßnahmen, die erforderlich sind, um einen Brand zu löschen und seine Ausbreitung zu verhindern. Dazu gehört beispielsweise das Ausrücken zu Brandorten, das Durchführen von Löschmaßnahmen und das Retten von Personen und Sachwerten.
  • Technische Hilfeleistungen: Dabei handelt es sich um Maßnahmen, die zur Rettung von Menschen, Tieren oder Sachwerten bei Nichtbrandereignissen (z.B. Überschwemmungen, Verkehrsunfälle etc.) erforderlich sind.

Ein Beispiel wäre ein Feuer in einem Mehrfamilienhaus. Die Feuerwehr rückt zum Brandort aus, löscht das Feuer und rettet die Bewohner und deren Sachwerte.

Unter welchen Umständen kann die Feuerwehr in Privateigentum eindringen?

Das Eindringen der Feuerwehr in Privateigentum ist durch das Polizei- und Ordnungsrecht geregelt. Gemäß § 34 des Bundesverwaltungsverfahrensgesetzes (VwVfG) hat die Feuerwehr das Recht, Privateigentum zu betreten, wenn eine konkrete Gefahr besteht und dies zur Abwehr dieser Gefahr notwendig ist.

  • Konkrete Gefahr: Eine konkrete Gefahr besteht, wenn ein Schaden bereits eingetreten ist oder mit hoher Wahrscheinlichkeit in Kürze eintreten wird. Im Fall eines Brandes ist das zum Beispiel gegeben, wenn Flammen oder Rauch sichtbar sind.
  • Notwendigkeit der Gefahrenabwehr: Die Feuerwehr darf in Privateigentum eindringen, wenn dies zur Abwehr der Gefahr notwendig ist. Das ist beispielsweise der Fall, wenn nur so ein Brand gelöscht oder ein Mensch gerettet werden kann.

Ein Beispiel wäre ein Brand in einem leerstehenden Gebäude. Die Feuerwehr darf das Gebäude betreten, um den Brand zu löschen und ein Übergreifen der Flammen auf benachbarte Gebäude zu verhindern.

Wer trägt die Kosten für einen Feuerwehreinsatz zur Brandbekämpfung?

Die Kosten für einen Feuerwehreinsatz zur Brandbekämpfung werden grundsätzlich von der öffentlichen Hand, also der Gemeinde oder Stadt, getragen. Dies ergibt sich aus den Feuerwehrgesetzen der Bundesländer und den kommunalen Satzungen. Die Ausnahme bildet allerdings der Fall, wenn der Brand grob fahrlässig oder vorsätzlich verursacht wurde.

  • Grobe Fahrlässigkeit: Wenn der Brand durch grobe Fahrlässigkeit verursacht wurde, kann die Gemeinde oder Stadt die Kosten für den Feuerwehreinsatz von der verantwortlichen Person zurückfordern. Grobe Fahrlässigkeit liegt vor, wenn die im Verkehr erforderliche Sorgfalt in besonders schwerem Maße verletzt wurde.
  • Vorsatz: Wurde der Brand vorsätzlich verursacht, kann die Gemeinde oder Stadt ebenfalls die Kosten für den Feuerwehreinsatz vom Verursacher zurückfordern.

Ein Beispiel für grobe Fahrlässigkeit wäre, wenn jemand eine brennende Zigarette achtlos wegwirft und dadurch einen Waldbrand verursacht.

Welche Haftung haben Feuerwehrleute bei der Brandbekämpfung?

Feuerwehrleute haben bei der Ausübung ihrer Tätigkeit grundsätzlich einen Haftungsschutz. Das ergibt sich aus § 839 Abs. 1 BGB in Verbindung mit Art. 34 GG. Demnach haftet nicht der Feuerwehrmann persönlich, sondern der Staat oder das Bundesland, falls es im Rahmen der Brandbekämpfung zu Schäden kommt.

  • Amtspflichtverletzung: Eine Haftung kann jedoch dann in Betracht kommen, wenn eine sogenannte Amtspflichtverletzung vorliegt. Das ist beispielsweise der Fall, wenn ein Feuerwehrmann vorsätzlich oder grob fahrlässig handelt und dadurch einen Schaden verursacht.
  • Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit: Vorsatz liegt vor, wenn der Feuerwehrmann den Schaden absichtlich verursacht. Grobe Fahrlässigkeit liegt vor, wenn die im Verkehr erforderliche Sorgfalt in besonders schwerem Maße verletzt wurde.

Ein Beispiel für eine Amtspflichtverletzung wäre, wenn ein Feuerwehrmann während eines Einsatzes grob fahrlässig einen Wasserschaden verursacht, indem er das Löschwasser unkontrolliert einsetzt.


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