Adoption - Voraussetzungen & Adoptionsfreigabe

Adoption (© Syda Productions / fotolia.com)
Adoption (© Syda Productions / fotolia.com)

Die Adoption im deutschen Recht definiert sich als rechtliche Begründung eines Eltern-Kind-Verhältnisses. In der Rechtsprache verwendet man auch den Begriff „Annahme an Kindes statt“. Dabei spielt die biologische Abstammung des Adoptierten keinerlei Rolle. Mit der Adoption gewinnt die Person den Status einer verwandten Person in der Familie, die sie adoptiert. Es sind ebenso Adoptionen zwischen nahen Verwandten möglich, in diesem Fall, wie auch bei der Adoption von Volljährigen, schreibt die Rechtsprechung zum Teil abweichende Regeln vor. Die Annahme eines Pflegekindes unterscheidet sich grundsätzlich von der Adoption.

Entstehung des Adoptionsrechts

Interessant ist auf jeden Fall die Entstehungsgeschichte des heutigen Adoptionsrechts. Denn das Wohl des Kindes stellte niemals die Grundlage dieser gesetzlichen Regelung dar. Vielmehr ging es der Rechtsprechung und der Gesellschaft um die Adoption Volljähriger, mit dem Zweck, sich, kinderlos oder nicht, einen passenden Erben zu suchen. So war im Bürgerlichen Gesetzbuch in  1744 bis 1961 das Mindestalter für einen zu adoptierenden fünfzig Jahre. Eine Reform in 1961 änderte dieses Mindestalter auf 35 Jahre. Eine Adoption kam lediglich für kinderlose Paare in Frage, die Angelegenheit wurde vertraglich geregelt, wobei dem Adoptierten auch Rechte, wie beispielsweise das Erbrecht betreffend,  abgesprochen werden konnten. Die Verwandtschaftsverhältnisse zu den ursprünglichen Eltern bestanden weiterhin,  rechtliche Beziehungen zwischen Adoptiveltern und Kind existierten nicht. Im Jahre 1973 trat der § 1743 BGB in Kraft, der das Mindestalter für eine Adoption auf 25 Jahre senkte. Erst eine Reform in 1976, die Verabschiedung des Adoptionsvermittlungsgesetzes, brachte entscheidende Änderungen.

Adoptionsfreigabe

Immer ist eine Einwilligung der biologischen Eltern gefordert. Im Falle der Adoption, die schon während der Schwangerschaft einer Frau angestrebt wird, besteht die Möglichkeit, das Neugeborene nahtlos der Adoptivmutter zuzuführen. Die Adoptionsvermittlungsstelle kann veranlassen, das Kind sofort nach der Geburt in die neue Familie zu integrieren, die biologische Mutter wird in die allgemeine Pflege des Krankenhauses entlassen und bleibt nicht auf der Geburtsstation. Dies geschieht auf Wunsch der biologischen Mutter. Wie auch immer hat die Mutter jedoch nach § 1747 BGB das Recht, ihre Entscheidung zu Freigabe des Babys 8 Wochen lang zu überdenken. Dann ist die Einwilligungserklärung aufgrund der gesetzlichen Einwilligungsfordernis nach dem BGB zu unterzeichnen, die nicht mehr rückgängig zu machen rechtswirksam ist. Regelmäßig ist die Einwilligungserklärung beider biologischer Elternteile erforderlich, ist der Vater jedoch nicht zu identifizieren, kann eine Adoption auch ohne seine Einwilligung erfolgen. Ist der Vater nicht geschäftsfähig oder nicht auffindbar, ist seine Einwilligung ebenfalls nicht vonnöten. Ein Vater, der einen Anspruch auf das Kind erhebt, wird seine Forderung belegen müssen. Wird seitens der Adoptiveltern drei Jahre nach Abgabe der Einwilligungserklärung das Kind nicht angenommen, wird diese Erklärung ungültig. Gleiches gilt, sollte ein Gericht negativ entscheiden oder die prospektiven Adoptiveltern ihren Antrag zurücknehmen. Umgekehrt ist es möglich, dass das zuständige Familiengericht die Entscheidung fällt, damit die Einwilligung der biologischen Eltern überflüssig macht. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn das Kind in einer Situation ist, in der die Eltern ihre Pflichten auf das Gröbste verletzen. Niedergeschrieben findet sich dies in § 1748 BGB. 

Ist das Kind älter als 14 Jahre muss es persönlich der Adoption zustimmen, ist es jünger, erfolgt dies durch den Vormund oder das Jugendamt. Dies ist definiert in den §§ 1746 und 1751 BGB. Die Zustimmungserklärungen bedürfen jeweils der notariellen Beurkundung durch einen Anwalt beziehungsweise Notar, es besteht also gesetzlicher Anwaltszwang.

Voraussetzungen zur Adoption

Beratungsgespräch (© Monkey Business / fotolia.com)
Beratungsgespräch (© Monkey Business / fotolia.com)
Hier existiert unter Fachleuten und in der Öffentlichkeit die einhellige Meinung, die bestehende Gesetzgebung gestalte eine Adoption mit dem Erfüllungszwang unterschiedlichster Voraussetzungen als nahezu unmöglich. Die Rechtsprechung würdige die moderne Lebenswirklichkeit ganz offensichtlich nicht. Die im Folgenden genannten Voraussetzungen und Überprüfungskriterien werden also äußerst penibel angewandt.

Berufstätigkeit

Die Berufstätigkeit des Paares ist von entscheidender Wichtigkeit. Abgesehen von der finanziellen Situation soll sie auch so gestaltet sein, dass sie, besonders bei Adoptionen von Minderjährigen unter 10 Jahren, auch ausreichend Zeit für das Kind beinhalten kann. Will heißen, vorzugsweise ist eine der Parteien ohne Arbeit oder geht einer geringfügigen Beschäftigung nach.

Familienstand

Adoptiveltern müssen nicht zwangsläufig verheiratet sein. Die Adoption ist jedoch in aller Regel nur als Paar möglich. In einer eingetragenen Lebenspartnerschaft, nahezu der einzige Unterschied des Lebenspartnerschaftsgesetzes zum Eherecht, kann lediglich ein Partner das Kind adoptieren. Hier ist ein Streit im Gange. Kritiker führen an, der Gleichbehandlungsgrundsatz nach Artikel 3 des Grundgesetzes würde hierdurch verletzt.

Gesundheit und gesellschaftliche Integrität

Ein Führungszeugnis und eine Gesundheitszeugnis werden verlangt. Freiheit von Suchterkrankungen und psychischen Leiden wird vorausgesetzt.

Alter

Das Mindestalter liegt bei dem einen Ehepartner bei 25 Jahren, der zweite Partner muss zumindest 21 Jahre alt sein.

Wohnverhältnisse

Die häusliche Umgebung, alle Eignungskriterien wie Erziehungsziele, die Stabilität der Partnerschaft, der Emotionszustand des Paares, die  Ausdrucksfähigkeit, der soziale Status,  wird eingehendst von der zuständigen Behörde durchleuchtet. 

Diese Kriterien werden immer zur Anwendung kommen, egal welcher Art von Adoption der entsprechende Antrag zugrunde liegt.

Es existieren da die Minderjährigenadoption, die Inkognito-Adoption. Weiter gibt es die Halboffene Adoption sowie die Offene Adoption, die Verwandtschaftsadoptionen auch die Stiefkindadoption. Alsdann sind da erleichterte Verwandtenadoptionen, Erwachsenenadoptionen, die Erwachsenenadoption zum Minderjährigenrecht, schließlich die  Auslandsadoption.



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