Aufenthaltsbestimmungsrecht - gemeinsames & alleiniges Aufenthaltsbestimmungsrecht

Neben dem Sorgerecht spielt bei Trennung und Scheidung auch das Aufenthaltsbestimmungsrecht eine wichtige Rolle. Das Aufenthaltsbestimmungsrecht wird häufig mit dem Sorgerecht verwechselt und mit diesem in einem Zug genannt. Dabei ist es lediglich ein Teilbereich des Sorgerechts und diesem unterstellt. Die Aufgabe des Rechts ist es, den räumlichen Aufenthaltsort des Kindes zu bestimmen. Es geht in erster Linie um den gewöhnlichen Wohnort, den Aufenthalt, die Wohnung, in der das Kind lebt.

Eltern haben im Regelfall ein gemeinsames Aufenthaltsbestimmungsrecht

Vater & Kind in Wohnung (© Jasmin Merdan / fotolia.com)
Vater & Kind in Wohnung (© Jasmin Merdan / fotolia.com)
Gemeinsam sorgeberechtigte Elternteile üben gemeinhin auch ein gemeinsames Aufenthaltsbestimmungsrecht aus. Diese Regelung gilt auch nach Trennung und Scheidung weiter. Lediglich wenn unter Einsatz jedweder Bemühungen durch Jugendamt und Beratungsstellen tatsächlich keine einvernehmlichen Lösungen für etwaige Probleme gefunden werden können, wird das Familiengericht auf Antrag tätig werden. Nun wird jeder der beiden Elternteile das Aufenthaltsbestimmungsrecht für sich beanspruchen können. Entscheidend ist immer das Wohl des Kindes. Das gemeinsame Sorgerecht der Eltern bleibt von dieser Regelung unberührt.

Ein alleiniges Aufenthaltsbestimmungsrecht muss beantragt werden

Ein alleiniges Aufenthaltsrecht ist in jedem Fall zu beantragen. Solange hier keine gerichtliche Entscheidung getroffen ist, wird regelmäßig das gemeinsame Aufenthaltsbestimmungsrecht gelten. Das straft die landläufige Aussage Lügen, nach dem derjenige, der das Kind  zuerst bei sich aufnimmt, in einem Automatismus das Recht hat, auch den weiteren Aufenthaltsort zu bestimmen. Weiter ist nicht zutreffend, dass derjenige, bei dem das Kind die Zeit gelebt hat, diese Rechte zugesprochen bekommt. Schließlich ist auch nicht entscheidend, ob es sich um Mutter oder Vater handelt.

Ist ein Antrag auf eine Entscheidung zum alleinigen Aufenthaltsbestimmungsrecht gestellt, wird das Gericht auch folgerichtig zu einem Urteil kommen. Das muss nun nicht immer im Sinne des Erfinders sein. Denn ein Kompromiss ist in diese Sache nicht machbar. Immer tonangebend wird für das Familiengericht das Prinzip des unbedingten Kindeswohls sein, also wird es alle notwendigen Kriterien nach Möglichkeit beleuchten und so zu einer Entscheidung kommen, welcher Wohnort für das Kind am ehesten geeignet ist. Dabei spielen diverse Kriterien eine gewichtige Rolle:

  • Die Eignung der Elternteile
  • Die subjektiv größte Beständigkeit
  • Die sozialen Kontakte des Kindes und deren Wegfall, Gefährdungdurch die Aufenthaltsbestimmung
  • Die unbedingt bestmögliche Förderung der Kindesentwicklung
  • Die vorherzusehenden Auswirkungen auf die Erziehung des Kindes
  • Die Meinung, die das Kind vertritt. Je älter das Kind, desto relevanter seine Äußerungen. Ist das Kind älter als 14 Jahre, kann es unter Umständen ein Veto einlegen.



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