Samenspende - Die Rechtslage für Väter & Kinder

Eine Samenspende im Rahmen der Humanmedizin ist in aller Regel die Abgabe von lebenden Spermien zum weiteren Einfrieren und einer Bevorratung, mit dem Zweck, die Spermien für eine künstliche Befruchtung einzusetzen. Das Sperma wird mittels Kühlung durch Flüssigstickstoff bei 77 k gelagert. Auch Eizellen können bei dieser Temperatur bevorratet werden. In der Viehzucht und der Pflanzenzucht existieren Saatgutbibliotheken und Diasporenbanken im Gegensatz zur Samenbank.

Samenspender

Schwangere (© Jonas Glaubitz / fotolia.com)
Schwangere (© Jonas Glaubitz / fotolia.com)
Als Samenspender kommen lediglich Männer in Frage, die eine außerordentliche Beweglichkeit ihrer Spermien aufweisen. Dabei müssen die Spermien nicht nur sehr schnell und beweglich sein, auch ihr Äußeres muss wohl geformt sein. Der Spender selber sollte über eine ausgezeichnete körperliche und selbstverständlich geistige Gesundheit verfügen, sein Lebensstil sollte hohen Qualitätsanforderungen genügen, er sollte keinen häufig wechselnden Sexualpartner haben.

Die Altersanforderung liegt in aller Regel bei 20 bis 45 Jahren, der Bewerber darf keine Drogen konsumieren, auch keine Nikotin- oder Alkoholsucht darf naheliegen. Selbstverständlich muss der Proband frei von allen ansteckenden Krankheiten sein. Auch irgendwelche Erbkrankheiten müssen von vorne herein ausgeschlossen sein. Die moderne Wissenschaft kann hier gute Arbeit leisten. Es ist unmöglich, als Samenspender zu fungieren, wenn man ständig Medikamente egal welcher Art einzunehmen hat. Der Bewerber sollte ein äußerst gepflegtes Auftreten zeigen, er sollte männlich wirken. Zudem sollte er Zuverlässigkeit und Vertrauen ausstrahlen, eine ausgezeichnet Ausbildung vorweisen können, ein gesundes soziales Umfeld haben. Schließlich muss derjenige, der sich für eine Samenspende entschieden hat, gewöhnlich in der Nähe des Instituts, in dem er die Spende abgibt, seinen Wohnort haben, muss über einen Zeitraum von mehreren Wochen zur Verfügung stehen.  

Die finanzielle Seite

Kosten (© Uwe Bumann / fotolia.com)
Kosten (© Uwe Bumann / fotolia.com)
Wer sich für eine Samenspende entscheidet, tut das in vielen Fällen aus finanziellem Interesse. Eine ethische Entscheidung, eine humanitäre Hilfeleistung ist dies nur selten. Um eine Zahl zu nennen: Im Durchschnitt verdient eine Mann mit einem Samenspenderzyklus, obwohl dies wohl von Institut zu Institut sehr unterschiedlich ist, um die 800 Euro. Das sind gewöhnlich 10 Samenspenden. Die Entlohnung für die Samenspende wird ausdrücklich als Aufwandsentschädigung bezeichnet, für eine Organspende, die ein neues Leben ermöglicht und andere Menschen zu ihrem ersehnten Glück verhelfen kann. Es dürfte sich, von Zeitaufwand und Inanspruchnahme von Urlaubstagen insgesamt nicht rechnen, aus einer Samenspende finanziellen Gewinn ziehen zu wollen. So ist die Aufwandsentschädigung auch absichtlich gering gehalten. Ein Spendenzyklus dauert gewöhnlich 14 Tage und dies über einen Zeitraum von 20 Wochen. Die Samenspende ist eine  freiwillige, soziale, Leistung. Ein Samenspender kann immer nur für ein Institut arbeiten. Vor einer Samenspende ist es angeraten, sich ausführlich zu diesem Thema zu informieren. 

Rechtsfragen

Neben der moralischen Frage stellt sich auch die der rechtlichen Folgen, vielleicht im späteren Leben. Hierzu kann gesagt werden, dass nach anzuwendendem deutschen Recht immer noch die Anonymität des Spenders gegenüber den Wunscheltern gewahrt bleiben wird. Mit dem Erreichen der Altersgrenze von 18 Jahren, also der Volljährigkeit, hat das Kind den rechtlichen Anspruch, die Identität des Samenspenders zu erfahren. Es wird jedoch in aller Regel keine Ansprüche an oder gegen den Samenspender stellen können, da gesetzlich ein durch künstliche Befruchtung erzeugtes Kind einem leiblichen Kind gleicht. Theoretisch wäre es dem Kind aber möglich, die gesetzliche Vaterschaft anzufechten und anschließend in einer gesonderten Klage Forderungen an den Samenspender zu stellen. Gesetzesauslegung und vertragliche Vereinbarungen zwischen Wunscheltern und Samenbank verhindern dies aber regelmäßig. Ein Kind, das einer Samenspende entsprungen ist, ist nach § 1592 Nr. 1 BGB ein legitimes Kind. Durch den § 1600 BGB in Verbindung mit dem §n 1600d BGB hat ein durch Samenspende gezeugtes Kind aber binnen einer Frist von 2 Jahren nach Kenntnisnahme der Zeugung durch einen Samenspender oder aber seiner Volljährigkeit die Möglichkeit, ein Anfechtungsverfahren zu betreiben und kann so seine Ehelichkeit anfechten.

Die sachliche Seite der Samenspende

Labor (© nikesidoroff / fotolia.com)
Labor (© nikesidoroff / fotolia.com)
Wer eine Samenspende abgibt, ist sich darüber im Klaren, dass diese Spende für die Zwecke einer künstlichen Befruchtung verwendet wird. Die künstliche Befruchtung stellt ein kontrovers diskutiertes Thema in Wissenschaft und Öffentlichkeit dar. Als Methoden der künstlichen Befruchtung existiert einmal die In-vitro-Fertilisation, bei der Spermien und Eizelle in einem Behältnis alleine zueinander finden, dann die intrazytoplasmatische Spermieninjektion, auch abgekürzt ICSI, hier werden Spermien minderer Qualität direkt in die weibliche Eizelle injiziert. Bei der intrauterinen Insemination, abgekürzt auch IUI, transportiert man das Sperma des Mannes während des fruchtbaren Zyklus der Frau direkt in die Gebärmutter. Diese letzte Methode zählt nicht zur künstlichen Befruchtung, sie findet vorzugsweise als sogenannte Bechermethode bei homosexuellen Frauen Verwendung.

Insemination

Das deutsche Recht unterscheidet zwischen der sogenannten homologen Insemination und der heterologen Insemination. Im ersteren Fall ist der Mann, juristisch unbedenklich, der eingetragene Partner oder Ehemann der Wunschmutter. Ist der Samen von einem Dritten, handelt es sich um die heterologe Insemination. Es war bis zu einer Umstellung der Gesetzgebung Ärzten verboten, an unverheirateten Frauen eine Insemination durchzuführen. Wer nun alleine oder homosexuell veranlagt war, hatte jedoch die straffreie Möglichkeit, die Insemination selber in die Hand zu nehmen. Der Helfer allerdings machte sich strafbar. Heute ist es Ärzten auch gestattet, nicht verheirateten Frauen zu helfen.




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