Scheidungstermin absagen

Button Termin verschoben (© WoGi / fotolia.com)
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Manchen Ehepaaren wird die Endgültigkeit Ihrer Entscheidung erst dann bewusst, wenn der Scheidungstermin und somit auch die Ehe kurz vor der offiziellen Trennung steht. Oftmals findet das Ehepaar in diesem Zeitpunkt wieder zueinander, so dass die Scheidung wieder abgesagt werden soll. Kann der Scheidungstermin aber einfach so wieder abgesagt werden? Wann darf überhaupt ein anberaumter Scheidungstermin bei Gericht wieder abgesagt werden? Wie verhält es sich, sofern nur ein Beteiligter den Gerichtstermin absagt?

Allgemeine Gründe für die Absage des Scheidungstermins in letzter Minute

Es kann diverse Gründe geben, die zu einer Absage des Termins zur mündlichen Scheidungsverhandlung führen können. Eine Versöhnung der verkrachten Ehepartner ist leider nur äußerst selten der Fall. Es ist möglich, den Scheidungsantrag im Einvernehmen mit dem Partner noch im anberaumten Scheidungstermin zurückzunehmen. Allerdings sollte der Rechtsbeistand hierüber im Vorfeld informiert werden. Ein erneutes Zueinanderfinden der Ehepartner ist also buchstäblich bis zur letzten Minute vor der Rechtskraft eines Scheidungsurteils möglich. In diesem Zusammenhang ist es insofern denkbar, bis zur Erteilung des Rechtskraftvermerks des Familiengerichts und mithin nach Verkündung des Urteils von der Scheidung Abstand zu nehmen. Einige Ehepaare sagen auch letztlich den Scheidungstermin noch aus finanziellen Gründen ab. In manchen Fällen können auch die gemeinsamen minderjährigen Kinder oder die Wohnsituation als solche der Grund dafür sein. Eine Versöhnung kann auch danach noch erfolgen, also nach dem rechtskräftigen Scheidungsurteil. Jedoch müsste das Paar nach Rechtskraft des Scheidungsurteils erneut die Ehe schließen, sofern es der Wunsch sein sollte, da diese als unverheiratet gelten.

Ehe ist gerettet – Absage des Scheidungstermins

Sofern als Grund für die Absage des Gerichtstermins eine Versöhnung sein sollte, kann die Angelegenheit recht einfach rückgängig gemacht werden. Es kann ja durchaus vorkommen, dass während des laufenden Trennungsjahres eine Versöhnung passiert. Sofern dann noch kein Scheidungstermin vom Gericht anberaumt worden ist, weil der entsprechende Antrag noch nicht vom Rechtsanwalt eingereicht wurde, muss lediglich noch eine Auseinandersetzung mit dem Rechtsanwalt erfolgen. Falls schon ein Termin festgesetzt wurde, muss der anwaltlich vertretene Antragsteller die Scheidung rückgängig machen, da die Rücknahme nur von diesem möglich ist.

Scheidungstermin wegen Krankheit absagen

Abgesehen von einer Versöhnung können auch diverse andere Gründe gegeben sein, die zu einer Absage des Scheidungstermins führen können. Dazu zählt die Erkrankung eines am Verfahren Beteiligten wie dem Richter, des vertretungsberechtigten Rechtsanwalts oder des Ehepaars. Zudem kann auch ein Todesfall in der Familie des Ehepaars vorliegen, der zur Absage des Scheidungstermins führt. Zudem kann für den Fall, dass im Vorfeld ein gebuchter und bezahlter Urlaub in den Zeitraum des angesetzten Scheidungstermins fällt, eine Verschiebung des angesetzten Termins zur Verhandlung erforderlich sein. Falls der Termin von einem der Eheleute aufgrund einer Erkrankung nicht wahrgenommen werden kann, besteht die Verpflichtung, den Rechtsanwalt oder das Gericht hierüber in Kenntnis zu setzen. Zudem ist eine Krankschreibung beizubringen.

Scheidungstermin einfach verstreichen lassen

Im Hinblick darauf, dass es zu unangenehmen Konsequenzen führen kann, ist es nicht einfach so möglich, den Scheidungstermin einfach verstreichen zu lassen. Über eine Abwesenheit am Verhandlungstag ist das Gericht zu informieren. Die Gründe, im Zusammenhang mit dem Antrag auf Terminverlegung angeführt werden, müssen von dem zuständigen Gericht akzeptiert werden. Sofern das Gericht dem Antrag statt gibt, wird ein neuer Termin anberaumt werden.

Es kann jedoch auch der Fall eintreten, dass der zuständige Richter oder der eigene bevollmächtigte Rechtsanwalt wegen Krankheit verhindert ist, den Scheidungstermin wahrzunehmen. Sodann ist es nicht nötig, sich um eine Verlegung des Termins zu bemühen. Es besteht die Möglichkeit, dass sich der Rechtsanwalt oder der Richter durch einen Kollegen vertreten lässt. Falls das nicht möglich sein sollte, wird ein neuer Termin anberaumt und es erfolgt eine schriftliche Mitteilung.

Nach Verlegung des Scheidungstermins drohen lange Wartezeiten bis zum neuen Termin

Wartezeit (© Fotomanufaktur JL / fotolia.com)
Wartezeit (© Fotomanufaktur JL / fotolia.com)
Aufgrund der Tatsache, dass die Familiengerichte enorm belastet sind, wird eine Verlegung des Scheidungstermins immer mit einer langen Wartezeit verbunden sein, bis ein neuer Termin festgesetzt wird und die entsprechenden Ladungen zugestellt werden.

Vor allem in den Großstädten und Ballungsgebieten sind die Familiengerichte vollkommen überlastet, trotzdem im Jahre 2015 ein leichter Rückgang der Anzahl der Scheidungen zu verzeichnen war.

Es sollte gut überlegt sein, den Termin zur Scheidungsverhandlung abzusagen, da bis zur Neuanberaumung des Termins oftmals eine Wartezeit von bis zu einem Jahr vergehen kann.

Im Jahre 1960 lag der Prozentsatz der geschiedenen Ehen bei 10,66 Prozent. Im Jahre 2005 waren es indes schon 51,92 Prozent aller Ehen, die geschieden wurden. Das Jahr 2014 hatte einen Rückgang zu verzeichnen mit 43,06 Prozent der Ehepaare, die eine Scheidung eingereicht haben. Im Jahr 2015 betrug die Scheidungsquote in Deutschland rund 40,82 Prozent, d.h. auf eine Eheschließung kamen rechnerisch ca. 0,41 Ehescheidungen.

Insgesamt wurden im Jahre 2015 163.335 Ehen geschieden. Nach den neuesten Zahlen hält eine Ehe in Deutschland im Durchschnitt 15 Jahre; 1990 waren es 11,5 Jahre.




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