Warmwasserboiler – Schäden und Haftung bei Mietwohnung

Warmwasserboiler finden sich immer noch in einigen älteren Wohnungen. Sie sorgen dafür, dass man beim Baden und Duschen angenehm warmes Wasser genießen kann. Doch was, wenn der Boiler, der auch als Durchlauferhitzer bezeichnet wird, einmal kaputtgeht? In Mietwohnungen stellt sich dann schnell dir Frage der Haftung. Mieter sehen den Vermieter in der Pflicht, Vermieter möchten die Kosten natürlich auf ihre Mieter abwälzen. Doch was ist richtig?

Grundsätzlich ist der Vermieter für Reparatur und Austausch zuständig

Shower head (© Pictures4you / Fotolia.com)
Shower head (© Pictures4you / Fotolia.com)
In § 535 Satz 2 BGB heißt es: „Der Vermieter hat die Mietsache dem Mieter in einem zum vertragsgemäßen Gebrauch geeigneten Zustand zu überlassen und sie während der Mietzeit in diesem Zustand zu erhalten.“ Das bedeutet für den Warmwasserboiler: War dieser bereits angebracht, zählt er als Installation und gehört somit zur Wohnung, sprich zur Mietsache. Wenn der Warmwasserboiler der Mietwohnung kaputtgehen sollte, fällt es somit in den Zuständigkeitsbereich des Vermieters, sich um die Reparatur zu kümmern bzw. einen Austausch vornehmen zu lassen. Sollten dem Mieter per Klauseln im Mietvertrag eine entsprechende Instandsetzungspflicht übertragen werden, gelten diese üblicherweise als unwirksam. Möglich ist es jedoch, dass die Kosten für Reinigung und Wartung des Warmwasserboilers als Betriebskosten berücksichtigt werden.

Fachanwalt.de-Tipp:
War es der Mieter selbst, der den Boiler in seiner Wohnung angebracht hat, trägt er auch die Verantwortung, wenn es um Reparatur und Austausch geht. Anspruch an den Vermieter sind in solchen Fällen ausgeschlossen.

Schäden am Warmwasserboiler, was tun?

Kommt es zu einem Schaden am Warmwasserboiler in der Mietwohnung, ist es Pflicht des Mieters, den Vermieter umgehend darüber zu informieren. Generell besteht für den Mieter auch das Recht, die Miete zu mindern, wenn ihm kein warmes Wasser zur Verfügung steht.

Es fällt nun in den Aufgabenbereich des Vermieters, die Schäden am Boiler in der Mietwohnung beheben zu lassen. Kommt er dieser Pflicht nicht nach, sollte der Mieter eine Frist zur Schadensbehebung setzen. Verstreicht diese ergebnislos, kann der Mieter die Reparatur selbst in Auftrag geben. Die ihm dadurch entstehenden Kosten kann er dann im Rahmen des Aufwendungsersatzes vom Vermieter zurückfordern.

Kommt der hinzugezogene Fachmann zu dem Ergebnis, dass eine Reparatur nicht mehr möglich ist und ein Austausch erforderlich ist, muss sich der Mieter erneut an den Vermieter wenden und diesen ein weiteres Mal mahnen. Erst dann kann der Mieter selbst einen neuen Wasserboiler in Auftrag geben und das Geld wiederum vom Vermieter zurückfordern. Gerichte haben hierzu bereits entschieden, dass sich der Mieter auf die Meinung des Handwerkers als Fachmann verlassen kann. Gleichermaßen ist auch zu sagen, dass es Pflicht des Vermieters ist, einen neuen Warmwasserboiler für die Mietwohnung anzuschaffen, wenn eine Reparatur des alten Boilers nicht mehr in Frage kommt.

Kann das Warmwasser in der Nacht abgeschaltet werden?

Das Amtsgericht München hat entschieden, dass der Vermieter dazu verpflichtet ist, dem Mieter ganztägig warmes Wasser zur Verfügung zu stellen. Daher darf er den Warmwasserboiler für die Mietwohnung nicht in der Nachtzeit zwischen 23 Uhr und 5 Uhr abschalten, wodurch der Mieter nur lauwarmes Wasser nutzen könnte. [AG München, Urteil vom 15. Juli 1987, Az: 203 C 4133/87 WuM 1987, 382]

Was, wenn der Schaden durch den Mieter entstanden ist?

Wasserboiler (© iconshow / Fotoliacom)
Wasserboiler (© iconshow / Fotoliacom)
Sollte der Schaden durch ein Verhalten des Mieters selbst entstanden sein, kann er keine der weiter oben genannten Ansprüche gegen den Vermieter geltend machen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass es Aufgabe des Vermieters ist, das Verschulden des Mieters nachzuweisen. Sind äußerliche Schäden am Boiler zu erkennen, kehrt sich die Beweislast jedoch um und es wird von einem Verschulden des Mieters ausgegangen. Es liegt dann an ihm zu beweisen, dass er nicht für die Beschädigung verantwortlich ist.

Zusammenfassung:

  • Es ist Aufgabe des Vermieters, den Warmwasserboiler in der Mietwohnung in einem funktionstüchtigen Zustand zu halten.
  • Eine Ausnahme davon besteht nur dann, wenn der Mieter selbst den Boiler hat anbringen lassen.
  • Mieter müssen Schäden am Boiler umgehend dem Vermieter mitteilen. Es besteht das Recht auf Mietminderung.



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