Schwerbehindertenausweis

Schwerbehindertenausweis (© Gabriele Rohde / fotolia.com)
Schwerbehindertenausweis (© Gabriele Rohde / fotolia.com)
Grundsätzlich dient der Schwerbehindertenausweis dem behinderten Menschen als Nachweis für die Inanspruchnahme der ihm zustehenden Leistungen bzw. sonstigen Hilfen.

Auf Antrag stellen die Versorgungsämter bzw. andere im Landesrecht als zuständige Behörde festgelegten Stellen den behinderten Menschen zur Feststellung einer Behinderung einen Schwerbehindertenausweis als Nachweis über die Eigenschaft als schwerbehinderter Mensch, über den festgestellten Grad der Behinderung (GdB) sowie über darüber hinausgehende gesundheitliche Merkmale für die Inanspruchnahme von Nachteilsausgleichen aus. Näheres dazu wurde von der Bundesregierung in der sog. Schwerbehindertenausweisverordnung geregelt.

Schwerbehindertenausweis dient als Nachweis der Behinderung

Wenn ein Grad der Behinderung (GdB) von mindestens 50 vorliegt, wird vom Versorgungsamt ein Schwerbehindertenausweis ausgestellt, welcher als Nachweis der Schwerbehinderung dient. Der Schwerbehindertenausweis hat nur eine befristete Gültigkeitsdauer. § 6 Abs. 2 SchwbAwV sieht eine Gültigkeit des Ausweises für eine Dauer von längstens 5 Jahren vor. Sofern eine wesentliche Änderung in den gesundheitlichen Verhältnissen nicht mehr zu erwarten ist, kann der Schwerbehindertenausweis auch ausnahmsweise unbefristet ausgestellt werden. Nach Ablauf der Frist kann der Ausweis zweimal ohne besondere Formalitäten beim zuständigen Versorgungsamt, häufig auch beim Bürgeramt, verlängert werden.

Verlängerung des Schwerbehindertenausweises muss rechtzeitig beantragt werden

Der Ausweisinhaber sollte sich jedenfalls rechtzeitig um die Verlängerung des Ausweises kümmern; etwa 3 Monate vor Ablauf sind ausreichend. Sofern der Ausweis bereits zweimal verlängert worden ist, muss ein neuer Ausweis beantragt werden, da kein Verlängerungsfeld mehr frei ist. Falls sich der Gesundheitszustand im Laufe der Zeit wesentlich verändert hat, mithin eine Verbesserung oder Verschlechterung eingetreten ist, sind die Inhaber eines Schwerbehindertenausweises verpflichtet, dem Versorgungsamt eine Mitteilung zu machen, damit der Grad der Behinderung (GdB) und die Merkzeichen neu festgesetzt werden können.

Ausstellung des Schwerbehindertenausweises als Plastikkarte möglich

Der Ausweis selbst ist grün. Seit dem 01.01.2013 ist es möglich, dass der Schwerbehindertenausweis als kleinere Plastikkarte im Scheckkartenformat ausgestellt werden kann. Damit ist der Ausweis, der den zuvor ausgestellten Papierausweis mit dem relativ großen Format von 13,5 cm x 9,5 cm ablöst, benutzerfreundlicher geworden. Im Vergleich zu dem Vorgänger enthält der neue Ausweis zudem den Nachweis der Schwerbehinderung in englischer Sprache sowie eine Kennzeichnung in Brailleschrift, die es blinden und sehbehinderten Menschen ermöglicht, den Ausweis von ihren anderen Karten in dem gleichen Format unterscheiden zu können. Die bisherige Farbe Grün oder Grün/Orange bleibt erhalten, um die Wiedererkennung zu gewährleisten.

Gültigkeit des alten Schwerbehindertenausweises besteht weiterhin fort

Die neuen Ausweise werden seit dem 01.01.2015 nur noch ausgestellt, wobei die alten Ausweise weiterhin Ihre Gültigkeit behalten.

Fachanwalt.de-Tipp: Es besteht keine Verpflichtung, den alten Ausweis in einen neuen Ausweis zu tauschen.

Eine gute Nachricht ist zudem, dass auch der neue Ausweis in Scheckkartenformat nichts kostet. Auch ein etwaiger Ersatzausweis, der beantragt werden muss, ist kostenlos, womit man behinderten Menschen ein Stück weit entgegenkommt und auf Ihre besonderen Handicaps und Bedürfnisse Rücksicht nimmt.

 




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