Studieren mit Behinderung - das Studium als Schwerbehinderter

Student mit Behinderung (© Viacheslav Iakobchuk / fotolia.com)
Student mit Behinderung (© Viacheslav Iakobchuk / fotolia.com)
Durch die Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) hat sich Deutschland dazu bekannt, die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen und chronischen Krankheiten umfassend zu realisieren.

Recht auf Hochschulbildung als zentrale Forderung

Das Recht auf eine Hochschulbildung ist dabei eine der zentralen Forderungen, die aus dieser internationalen Konvention abgeleitet werden können.

Menschen mit Behinderungen sollen insofern ohne Diskriminierung und gleichberechtigt mit anderen Zugang zu allgemeiner Hochschulbildung und lebenslangem Lernen haben.

Darauf verpflichtet die UN-Behindertenrechtskonvention die Vertragsstaaten.

Insofern sollten Studierende zusammen mit den Ansprechpartnern in Hochschulen, Studentenwerken und studentischen Interessengemeinschaften den Rückenwind der UN-BRK nutzen, um in ihrer Hochschule darauf hinzuwirken, die Studienbedingungen von Studierenden mit Behinderungen und chronischen Krankheiten weiter zu verbessern und Barrieren abzubauen.

Fachanwalt.de-Tipp: Eine gesetzliche Verankerung dieses Rechts auf chancengleiche Teilhabe behinderter Menschen an der Hochschulbildung findet sich z.B. in den Hochschulgesetzen der Länder.

Dort ist festgelegt, dass Studierende mit einer Behinderung in Ihrem Studium nicht benachteiligt werden und die Angebote der Hochschulen möglichst ohne fremde Hilfe in Anspruch nehmen können; hierfür müssen die Hochschulen sorgen.

Barrierefreiheit als Zielsetzung der Universitäten

Immer mehr Universitäten haben sich die Barrierefreiheit zum Ziel gesetzt. Die meisten Universitäten kümmern sich gut um ihre Studenten, die ein Studium mit Behinderung angehen möchten. Dementsprechend sind die Bemühungen groß, die Nachteile für Studenten mit Behinderung auszugleichen. Auch wenn sich die Studiensituation für behinderte und chronisch kranke Studierende in den letzten Jahren verbessert hat, können die Hochschulen immer noch nicht als barrierefrei bezeichnet werden.  

In Deutschland sind aktuell acht Prozent der Studierenden aufgrund einer gesundheitlichen Schädigung an der Teilhabe im Studium eingeschränkt. Dabei sind vier Prozent mittel bis schwer beeinträchtigt. Die Prüfungsordnungen sind so zu gestalten, dass die Belange von Studierenden mit Behinderung Berücksichtigung finden.

Schaffung des rechtlichen Rahmens zur Verwirklichung der Chancengleichheit

Insofern wurde der rechtliche Rahmen geschaffen, um die Chancengleichheit im Studium zu verwirklichen. Datenerhebungen wie die Sozialerhebung oder die Erhebung „beeinträchtigt studieren“ zeigen dabei auf, wie weit das Recht auf eine inklusive Hochschulbildung umgesetzt wurde und in welchen Bereichen Handlungsbedarf besteht.

Studium beeinträchtigter Studierender ist nach wie vor erschwert

Nach wie vor ist das Studium beeinträchtigter Studierender durch bauliche, kommunikative, strukturelle oder didaktische Barrieren erschwert. Dabei brauchen beeinträchtigte Studierende länger bis zum Studienabschluss, unterbrechen das Studium öfter und nehmen häufiger einen Fachwechsel vor als ihre nicht-beeinträchtigten Kommilitonen.

Daher haben sich Hochschulen und Studentenwerke mit Beschlüssen ihrer jeweiligen Mitgliederversammlungen auf Maßnahmen verständigt, die u.a. dem Abbau von Barrieren und der Gestaltung angemessener Vorkehrungen in ihrem Verantwortungsbereich dienen sollen. Dabei sollen chancengerechte Zugangs- und Studienbedingungen für Studierende mit Beeinträchtigungen als gemeinsames Ziel realisiert werden.

 




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