ABE Gutachten - Was bedeutet das ABE Teilegutachten beim Auto?

Viele Autoliebhaber frönen dem Tuning und genießen es, an ihrem Fahrzeug zu basteln und es ihren Vorstellungen entsprechend anzupassen und umzugestalten. Dies ist prinzipiell auch möglich soweit die entsprechenden Vorschriften eingehalten werden. Bei einigen baulichen Maßnahmen wird daher ein sogenanntes ABE Gutachten gefordert. ABE steht in diesem Fall für Allgemeine Betriebserlaubnis.

Zulässigkeit von baulichen Maßnahmen überprüfen lassen

©Ron-Heidelberg / Fotolia.com
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Tuner sollten an das ABE Gutachten denken

Das ABE-Teilegutachten spielt beim Tuning von Fahrzeugen eine wichtige Rolle. Wenn ein

Fahrzeugteil eingebaut wird, kann ein solches Teilegutachten gefordert sein. Ein Teilegutachten wird daher oftmals bereits bei den Autoteilen mitgeliefert, die für die Umrüstung des Fahrzeugs genutzt werden sollen. Ist der Anbau erfolgt, muss das Fahrzeug einem Sachverständigen vorgeführt werden. In diesem Fall ist es das Beste, man wendet sich an eine Prüfungsorganisation, damit das Fahrzeug auf seine weitere Zulässigkeit hin überprüft werden kann.

Wichtig: Wenn trotz Notwendigkeit keine Überprüfung des Teilegutachtens und des Einbaus durch den TÜV erfolgt, riskiert man seine Betriebserlaubnis. Und dabei spielt es keine Rolle, ob sich im Nachhinein doch herausstellt, dass die bauliche Maßnahme durchaus zulässig gewesen wäre.

In dem ABE-Teilegutachten sind Hinweise und Auflagen zu finden. Diese beziehen sich jeweils auf die sichere und ordnungsgemäße Montage am Fahrzeug. Wenn das Fahrzeug nach der Umrüstung dem Prüfer vorgeführt wird, wird dieser das Teilegutachten als Grundlage für seine Prüfung verwenden.

Wichtig: In dem ABE-Teilegutachten stehen auch die jeweiligen Teilenummern der Anbauteile. Es ist notwendig, dass die Teilenummern aber auch am Anbauteil selbst zu finden sind. Nur so kann das Gutachten auch dem Anbauteil zugeordnet werden. Von gefälschten Teilenummern auf den Anbauteilen sollte Abstand genommen werden. Selbst wenn es gelingen sollte, den TÜV-Prüfer zu täuschen, kann immer noch mit einer späteren Strafe gerechnet werden. Sollte der Polizei der Verdacht der Fälschung kommen, kann das Fahrzeug stillgelegt werden. Bei einem Unfall kann es sogar so weit gehen, dass man den Versicherungsschutz verliert. Hinzu kommen Anzeigen wegen Urkundenfälschung und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr.

ABE Gutachten ist keine Hauptuntersuchung

Bei der Kontrolle des Teilegutachtens wird das Fahrzeug nicht komplett untersucht. Hier ist also ein bedeutender Unterschied zur gewöhnlichen Hauptuntersuchung zu sehen. Der Blick des Prüfers ist vornehmlich auf die Bereiche des Fahrzeugs gerichtet, an denen bauliche Veränderungen vorgenommen wurden. Dabei wird kontrolliert:

  • Ist die optimale Funktionsfähigkeit des Fahrzeugs sowie des Bauteils gegeben?
  • Liegt ein Teilegutachten vor?
  • Wurden bei den Tuningmaßnahmen alle Richtlinien eingehalten?

Bei der Prüfung wird nicht nur kontrolliert, ob Gutachten und Einbauteil übereinstimmen, ob das Einbauteil überhaupt für diesen Fahrzeugtyp vorgesehen ist und ob der Umbau auch qualitativ durchgeführt wurde.

Letztlich erhält der Fahrzeugbesitzer ein Prüfungszeugnis. Dieses wiederum kann nun zwecks Änderungsabnahme zur Zulassungsbehörde gebracht werden. Denn die Veränderungen am Fahrzeug müssen in der Zulassungsbescheinigung vermerkt werden.

Tipp: Sind die Fahrzeugpapiere entsprechend angepasst worden, reicht es, diese fortan mit sich zu führen. Das Prüfungszeugnis muss dann nicht mehr ständig zur Hand sein.

Es ist wichtig, die Eintragungen in die Zulassungsbescheinigung vornehmen zu lassen, damit der Versicherungsschutz weiterhin erhalten bleibt. Schließlich wollen die Versicherungsgesellschaften genau wissen, welche Fahrzeuge sie versichern und dass diese auch die nötigen Sicherheitsaspekte für den Straßenverkehr erfüllen – trotz Umbauten und Veränderungen.

Wichtig: Werden an einem genehmigungspflichtigen Fahrzeug Umbaumaßnahmen durchgeführt, erlischt die Betriebserlaubnis temporär. Es ist jedoch möglich, das Auto zur Prüfstelle zu fahren. Erst nach durchgeführter Prüfung, wird das Fahrzeug offiziell wieder als betriebsbereit angesehen. Eine entsprechende Bescheinigung wird ausgestellt, welche dann bei der Zulassungsbehörde zwecks Änderung der Fahrzeugpapiere vorgelegt werden kann.

Tuningfreunde sollte die Wichtigkeit eines ABE Gutachtens nicht unterschätzen

Für Autobastler ist es meist das Schönste, Optik und Leistung ihres Fahrzeugs zu optimieren. Das den Autoteilen mitgelieferte Teilegutachten sagt dabei aus, dass sich das jeweilige Teil sicher am Fahrzeug verbauen lässt. Über die nötige Sicherheit im Straßenverkehr sagt es jedoch nichts aus. Und an dieser Stelle kommt nun der Gutachter ins Spiel.

Dieser wird eine Kontrolle des Einbaus anhand des Teilegutachtens vornehmen und dann sein grünes Licht für die Freigabe des Fahrzeugs im Straßenverkehr geben.

Ein Einbau von Teilen an einem Fahrzeug ist zudem prinzipiell nur dann möglich, wenn diese amtlich genehmigt sind. Hierfür wird eine Bauartgenehmigung gefordert:

  • ABG: Allgemeine Bauartgenehmigung, wird für eine Serie erteilt
  • EBG: Einzelne Bauartgenehmigung, wird einzeln erteilt

Die Hersteller der Bauteile berücksichtigen diese Anforderung natürlich bereits. Sie müssen sich beim Kraftfahrt-Bundesamt um eine ECE- bzw. EG-Genehmigung bemühen. Diese besagt, dass mit keinem Sicherheitsrisiko gerechnet werden muss, wenn die Bauteile verbaut werden.

(c) psdesign1 / Fotolia.com
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Die ABE Gutachten für Felgen gibt es oft zum Download im Internet

ABE Teilegutachten und die Felgen

Felgen verschleißen vergleichsweise schnell und werden dementsprechend gern ausgetauscht. Bei

einer Felgenbestellung über das Internet sollte man als Käufer Wert darauf legen, dass die Lieferung auch ein Felgengutachten umfasst.                                              

Einzelabnahme

Manch ein Autoschrauber mag es selbst schon erfahren haben: Wurden ungültige Umbaumaßnahmen durchgeführt, wodurch man die Betriebserlaubnis verloren hat, muss ein staatlicher Prüfer aufgesucht werden, der nun eine Einzelabnahme vornehmen kann. Der Fahrzeughalter erlangt die Betriebserlaubnis erst wieder zurück, wenn durch den Prüfer die Zulässigkeit des Fahrzeugs offiziell bescheinigt wurde. Hat der Prüfer keine Beanstandungen zu bemängeln, können die baulichen Veränderungen in die Zulassungsbescheinigung übernommen werden.

Sollte jedoch im Rahmen der Prüfung festgestellt werden, dass das Fahrzeug nun nicht mehr den Ansprüchen und Vorschriften der Straßenverkehrszulassungsordnung entspricht, wird eine Nutzungsuntersagung erteilt. Diese gilt jedoch nur temporär und zwar so lange, bis entsprechende Nachbesserungen durchgeführt wurden.

Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg

Eine Frage, die bei Umbauarbeiten am Fahrzeug auch aufkommen kann, ist die nach der Zulässigkeit einzelner Ersatzbauteile für den jeweiligen Fahrzeugtyp, für den man sie verwenden will. Hier spielt die sogenannte KBA-Nummer eine Rolle. KBA ist die Abkürzung für Kraftfahrt-Bundesamt. Die Typnummer in den Kaufangaben muss mit den Angaben der Zulassungsbescheinigung entsprechen. Ist das der Fall, kann das Teil in das Auto eingebaut werden. Die KBA-Nummer ist in der Zulassungsbescheinigung Teil I zu finden.

ABE Gutachten verloren – was nun?

Hat man sein Teilegutachten nicht mehr zur Hand, kann man sich oftmals die entsprechenden Teilegutachten direkt beim Hersteller herunterladen. Meist stehen sie als kostenloser Download zur Verfügung. Sollte man nicht wissen, von welchem Hersteller das Teil ist, kann man sich auch an das Kraftfahrt-Bundesamt wenden. Mit der KBA-Nummer lässt sich der Hersteller ermitteln.

Die so wiedergewonnenen Teilegutachten können dann dem TÜV-Prüfer vorgelegt werden, wenn dieser sich der Zulassung des getunten Fahrzeugs für den Straßenverkehr widmet.

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