Autokennzeichen anmelden, beantragen und anbringen

Flächendeckend wurden Auto-Kennzeichen deutschlandweit im Jahr 1906 eingeführt. Damit einhergehend wurde ebenfalls das Rechtsfahrgebot festgelegt. Seit 1956 gibt es schließlich das Kennzeichensystem, wie man es auch heute noch kennt. Das EU-Kennzeichen wurde 1994 eingeführt.

Wie ist das Auto-Kennzeichen aufgebaut?

Der Aufbau eines Auto-Kennzeichens ist immer gleich:

  • Als erstes ist das Kürzel des Stadt- oder Landkreises zu finden, wo das Fahrzeug angemeldet ist. Hier handelt es sich um maximal 3 Buchstaben
  • Danach kommt die Erkennungsnummer. Zunächst maximal zwei Buchstaben
  • Dann maximal 4 Ziffern
  • Zwischen dem Kürzel des Stadt- oder Landkreises sowie der Erkennungsnummer wird Platz gelassen für Dienstsiegel. So kann beispielsweise die Prüfplakette angebracht werden

Wozu ein Auto-Kennzeichen?

Ist ein Fahrzeug im öffentlichen Straßenverkehr zulassungspflichtig, benötigt es auch ein Auto-Kennzeichen. Dies ist zwingend vorgegeben. Das Auto-Kennzeichen mit seiner einmaligen Kombination aus Buchstaben und Zahlen dient dazu, die Identität des Fahrzeughalters leichter feststellen zu können. Notwendig ist dies etwa, wenn Ordnungswidrigkeiten oder Straftaten im Straßenverkehr begangen wurden.

Kennzeichenwechsel nach Umzug?

Wenn man nun beispielsweise von Stuttgart nach Berlin zieht, stellt sich die Frage, ob auch das Auto-Kennzeichen geändert werden muss. Dem ist jedoch seit Januar 2015 nicht mehr so. Seit dieser Zeit gilt die Neuregelung der bundesweiten Kennzeichen-Mitnahme. Auch wer nun in ein anderes Bundesland zieht, kann weiterhin sein altes Auto-Kennzeichen verwenden. Dies entbindet jedoch nicht von der Pflicht, sich bei der Zulassungsbehörde des neuen Wohnorts zu melden und den Wohnungswechsel dort anzugeben. Andernfalls kann eine Geldstrafe verhängt werden.

Ein Auto-Kennzeichen anmelden

Alles, was es rechtliches über das Auto-Kennzeichen zu wissen gibt, ist in der Verordnung über die Zulassung von Fahrzeugen zum Straßenverkehr geregelt, kurz FZV.

Das Auto-Kennzeichen wird ausgestellt, wenn das Fahrzeug auf der Zulassungsstelle angemeldet wird. Das übliche Prozedere läuft meist dahingehend ab, dass auf der Zulassungsstelle ein Dokument ausgestellt wird, aus dem die Daten des Auto-Kennzeichens hervorgehen. Dieses Dokument bringt man nun zu einem Schildermacher, der das Nummernschild dann gemäß der Angaben anfertigt. Meist findet sich der Schildermacher direkt in der Nähe der Zulassungsbehörde, so dass weite Wege nicht nötig sind. Hat man das Kennzeichen in der Hand, wird erneut die Zulassungsstelle aufgesucht, um den Fahrzeugschein und die Zulassungsplakette abzuholen. Zugleich wird direkt die Plakette für TÜV und Abgasuntersuchung am Schild angebracht. Danach muss das Auto-Kennzeichen nur noch am Fahrzeug angebracht werden und das Auto kann im Straßenverkehr geführt werden.

Tipp: Die Anmeldung des Fahrzeugs kann mittlerweile auch online durchgeführt werden.

Wunschkennzeichen beantragen

stempel wunschkennzeichen (© WoGi / fotolia.com)
stempel wunschkennzeichen (© WoGi / fotolia.com)
Mittlerweile besteht die Möglichkeit, sich ein Wunschkennzeichen zu reservieren, um dem eigenen Auto eine besondere persönliche Note und mehr Individualität zu verleihen. Ein Wunschkennzeichen kann direkt auf der Zulassungsstelle beantragt oder aber vorab schon online reserviert werden. Mögliche Kombinationen für das Wunschkennzeichen sind beispielsweise die Initialen oder das Geburtsdatum.

Tipp: Es empfiehlt sich, zumindest vorab bereits online die Verfügbarkeit des Wunschkennzeichens zu überprüfen oder dieses direkt zu reservieren. Denn meist herrscht auf der Zulassungsstelle viel Betrieb, so dass oft nur wenig Zeit für die Mitarbeiter bleibt, sich mit solchen Sonderanliegen wie einem Wunschkennzeichen zu befassen.

Gibt es Auto-Kennzeichen, die nicht vergeben werden?

Es gibt bestimmte Kürzel, die durch die Zulassungsbehörden nicht vergeben werden, da sie in einem negativen geschichtlichen Kontext stehen. Hierzu gehören die Kombinationen „HJ“, „KZ“ oder auch „SS“. Auch bestimmte anstößige Kombinationen können im Einzelfall ausgeschlossen werden.

Beispiele für Sonderkennzeichen und Behördenkennzeichen der Landesbehörden:

  • AD / AF: Privatfahrzeuge der US-Streitkräfte in Deutschland
  • BP: Bundespolizei
  • THW: Technisches Hilfswerk
  • BG: Bundesgrenzschutz
  • BYL: Landesregierung und Landtag Bayern
  • X / Y: Bundeswehr

Auto-Kennzeichen am Fahrzeug anbringen

Die Montage der Auto-Kennzeichen erfolgt bei Fahrzeugen mit mehr als zwei Rädern vorne und hinten. Anders ist dies bei Trikes, wo das Anbringen des Nummernschildes nur am Heck erfolgt. Zur Befestigung am Fahrzeug wird eine Kunststoffhalterung genutzt, wodurch eine Beschädigung der Karosserie vermieden werden soll.

In der Regel sind die Nummernschilder aus passgenauen Aluminiumstreifen gefertigt. Geprägt werden die Auto-Kennzeichen im Heißprägeverfahren. Die Kennzeichen müssen auch im Dunkeln gut erkennbar sein, daher sind sie auch reflektierend.

Besondere Kennzeichen

Autokennzeichen (© Jürgen Fälchle / fotolia.com)
Autokennzeichen (© Jürgen Fälchle / fotolia.com)
Neben dem Standard-Nummernschild gibt es auch bestimmte Auto-Kennzeichen, die sich beispielsweise durch ihre Farbe von der Standard-Variante unterscheiden können.

  • Das Kennzeichen gilt nur für einen festgelegten Zeitraum im Jahr. Es wird von Fahrzeughaltern verwendet, die ihr Auto nicht das gesamte Jahr über nutzen und es dementsprechend auch nicht ganzjährig anmelden wollen
  • Kennzeichen für historische Fahrzeuge: Endet das Kennzeichen mit einem „H“, deutet dies auf einen Oldtimer hin, der mindestens 30 Jahre alt ist
  • : Kurzzeitkennzeichen sind für nur 5 Tage gültig und werden an Fahrzeuge angebracht, die beispielsweise für Probe- oder Überführungsfahrten bewegt werden müssen. Das Kurzzeitkennzeichen verliert danach automatisch seine Gültigkeit

Was tun, wenn das Auto-Kennzeichen verloren geht?

Auto-Kennzeichen können gestohlen werden oder auch verloren gehen, beispielsweise durch einen Unfall oder eine zu schnelle Fahrt. Aus welchem Grund auch immer man kein Nummernschild mehr besitzt: Das Auto ist nun nicht mehr für den Straßenverkehr zugelassen! Denn dafür wird neben der Zulassungsbescheinigung auch ein ordnungsgemäß angebrachtes Kennzeichen benötigt, so schreibt es die Fahrzeugzulassungsverordnung vor.

Wenn das Nummernschild gestohlen wurde, muss der Diebstahl der Polizei gemeldet werden. Hier wird dann eine Verlustbescheinigung ausgestellt, welche zur Vorlage bei der Kfz-Behörde dient. Natürlich sollte man nicht mit dem nicht zugelassenen Auto ohne Nummernschild bei der Polizei aufkreuzen!

Als nächsten Schritt wendet man sich an die Zulassungsbehörde und trägt dort den Verlust des Kennzeichens vor. Gleichzeitig wird die Beantragung eines neuen Nummernschildes vorgenommen. Die Kosten hierfür hat der Fahrzeughalter zu tragen.

Wichtig: Auch die Versicherung muss über den Diebstahl informiert werden! Dies sollte man keinesfalls vernachlässigen, denn wenn es mit dem gestohlenen Kennzeichen zu einem Unfall kommt, haftet man andernfalls selbst.

Ein Hinweis darauf, dass ein Nummernschild nicht geklaut, sondern verloren gegangen ist, ist, wenn es lediglich vorne oder hinten fehlt. Auch dann muss die Zulassungsbehörde aufgesucht und ein neues Auto-Kennzeichen beantragt werden.

Zur Zulassungsstelle müssen verschiedene Dokumente mitgebracht werden, damit ein neues Nummernschild ausgestellt werden kann. Dazu gehören Personalausweis, Fahrzeugbrief und -schein und der Prüfbericht der Hauptuntersuchung. Handelt es sich um einen Diebstahl der Kennzeichen, muss auch die Verlusterklärung der Polizei vorgelegt werden.




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