C1-Führerschein Klasse - Was kostet der Lastwagenführerschein? Was kann man damit genau fahren ?

LKW-Führerschein (© InfinityMC / fotolia.com)
LKW-Führerschein (© InfinityMC / fotolia.com)
Die Führerscheinklasse C1 ist die Vorausbedingung für das Führen von schweren Lastkraftfahrzeugen. Man könnte auch sprechen von der „Einsteigerklasse“ für LKW. Mit dieser Führerscheinklasse ist es möglich, auch Lastfahrzeuge zu führen, die ein zulässiges Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen aufweisen. Die Obergrenze für die zulässige Gesamtmasse des Fahrzeugs liegt bei 7,5 Tonnen. Weiter muss, um mit dem Schein C1 gefahren werden zu können, ein Fahrzeug von der Bauart bedingt allerhöchstens acht Sitzplätze haben. Der Fahrer zählt extra. Ein Anhänger darf ein Höchstgewicht von 750 Kilogramm auf die Waage bringen.

Hat der Fahrer vor, seine Führerscheinklasse gewerblich zu benutzen, ist seit dem 10. 09. 2008 für Busfahrer und seit dem 10. 09. 2009 für Lkw-Fahrer die Fahrerlaubnis - „Grundqualifikation" nachzuweisen.

Welche Voraussetzungen gelten für den Führerschein zur Klasse C1?

Die gesetzlichen Führerscheinrichtlinien erfuhren am 19. Januar 2013 eine grundlegende Erneuerung. Immer schon waren die Voraussetzungen zum LKW-Fahren eine große Hürde. Vor allem Gesundheit, Sehvermögen und Vorerkrankungen spielen eine große Rolle. Notwendig ist unter anderem eine Eignungsprüfung nach Anlage 5 der Fahrerlaubnisverordnung FeV, die nicht älter als 12 Monate sein darf.   

  • Der Arzt wird in der medizinischen Vorgeschichte nachforschen, ob Unfälle, Krankheiten verzeichnet sind, die die Fahrfähigkeit beeinträchtigen könnten.
  • Bei den Daten wird er die Werte für Puls, Gewicht und Körpermaße usw. festhalten.
  • Er wird den allgemeinen Gesundheitszustand auf aktuelle Erkrankungen abchecken.
  • Er wird feststellen, ob Körperbehinderungen vorhanden sind, hat der Fahrer eventuell Behinderungen, welche die Fahrfähigkeit einschränken könnten?
  • Der Arzt überprüft Kreislauf undHerz, stellt fest, ob Störungen auftreten.
  • Er untersucht das Blut auf  Anzeichen für eine Bluterkrankung.
  • Die Nieren werden auf eine eventuelle Insuffizienz hin untersucht.
  • Nach endokrinen Störungen wird gesucht, es wird festgestellt, ob der Bewerber Anzeichen einer Zuckerkrankheit aufweist, ob er mit Insulin behandelt wird.
  • Das Nervensystem wird auf Störungen hin überprüft.
  • Ganz besonderes Augenmerk legen wird der Arzt auf Anzeichen einer Geistes- oder Suchterkrankung, einer psychischen Erkrankung.
  • Das Gehör wird genau untersucht.
  • Der Bewerber wird auf eine eventuelle Tagesschläfrigkeit und Schlafstörungen hin untersucht.

Fahrerlaubnis-Grundqualifikation

Ein weiterer Holperstein auf dem Weg zum C-Führerschein ist die „Fahrerlaubnis-Grundqualifikation“. Sie ist für Busfahrer seit dem 10.09.08, für LKW-Fahrer seit 10.09.09 vorgeschrieben. Es gibt diverse Möglichkeiten, diese Qualifikation zu erwerben. So ist sie natürlich im Rahmen einer Ausbildung zum Berufskraftfahrer oder auch als eine Fachkraft in einem Fahrbetrieb ein Teil des Lehrplans. Ferner existieren die beschleunigte und die herkömmliche Grundqualifikation. Die Grundqualifikation wird nach einer entsprechenden Prüfung von der IHK bestätigt. Die Dauer der Prüfungszeit für die herkömmliche Qualifikation ist 7,5 Stunden. Die Ausbildung, der Lehrgang für die beschleunigte Qualifikation umfasst 140 Stunden Theorie und 10 Stunden Fahrpraxis. Natürlich ist es notwendig, dass der Prüfling die entsprechende Führerscheinklasse bereits besitzt.

Die Prüfung zur beschleunigten Qualifikation wird gerade einmal 90 Minuten betragen. Die Qualifikation für gewerbsmäßiges Führen eines LKW, die immer in der Bundesrepublik Deutschland erworben werden muss, wird durch die Schlüsselzahl 95 im Führerscheindokument des Prüflings bestätigt. Doch die LKW-Fahrer der Führerscheinklasse C12 stehen nicht alleine da. Auch die Bewerber für die Führerscheinklassen  C, CE, C1E sowie D, D1, DE und schließlich D1E sind gesetzlich verpflichtet, diesen Kurs zu durchlaufen. Die 

Eignungsprüfung gilt also auch für Personen, die eine Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung für  Krankenkraftwagen, Taxen, Mietwagen und ebenso Personenkraftwagen auf gewerblichen Ausflugsfahrten oder Reisen beziehungsweise im Linienverkehr beantragen.

Sehkraft bei der Führerscheinklasse C1

Sehvermögen - blackday - fotolia.com
Sehvermögen - blackday - fotolia.com
Das Sehvermögen ist für Kraftfahrer gerade auch im Linienverkehr oder bei der Personenbeförderung von allergrößter Wichtigkeit. Darum wird auch bei der Zulassung zur LKW-Fahrer-Führerscheinprüfung ganz besonderes Augenmerk auf die Sehschärfe und die Gesundheit der Augen bei einem Prüfling gelegt. Das will also heißen, dass man ein gutes Sehvermögen aufweisen muss. Die Anzahl der Dioptrien bei einer Brille darf allerhöchstens 8 Dioptrien betragen, andernfalls sind Kontaktlinsen Vorschrift. Dass eine Laseroperation zur Augenkorrektur nicht erlaubt ist, trifft auf Piloten zu. Die FeV hat gewisse Voraussetzungen festgelegt, was die Sehkraft angeht:

  • Für das Gesichtsfeld gilt ein Halbkugelperimeter im Bereich zu beiden Seiten bis 70 Grad, unten und oben 30 Grad.
  • Für die zentrale Tagesschärfe gilt auf jedem Auge höchstens 0,8 Dioptrien sowie beidäugig 1,0 Dioptrien.
  • Für das Stereo-Sehen ist vorgeschrieben ein räumliches Sehen, will heißen eine Tiefenwahrnehmung und auch räumliche Außenraumwirkung ist zwingend notwendig.
  • Auch ein Farbsehen, also hinreichendes Dämmerungs- und Kontrastsehen, muss existent sein.
Fachanwalt.de-Tipp: Die Sehtests können beim Optiker aber genauso beim Augenarzt, genauso aber bei Institutionen wie DEKRA oder TÜV abgelegt werden. Die unbedingt notwendige Sehleistung findet sich beschrieben in der Anlage 6 der FeV.

Welche Fahrzeuge kann man mit der Klasse C1 führen?

Mit bestandener Prüfung zur Führerscheinklasse C1 hat der Geprüfte das Recht, alle Fahrzeuge zu lenken, für die nicht eine Fahrerlaubnis der Klassen A, A1 und A2 sowie AM erforderlich ist. Das Fahrzeug darf weiterhin die in der Zulassung verzeichnete Gesamtmasse von 7500 Kilogramm nicht überschreiten. Das Fahrzeug darf bauartbedingt nicht für mehr als 8 Personen zuzüglich des Fahrers konstruiert sein. Sollte ein Anhänger mitgeführt werden, darf dieser ein ebenfalls in der entsprechenden Zulassung verzeichnetes Gesamtgewicht von 750 Kilogramm nicht überschreiten. Es existieren vier Führerscheinklassen für LKWs. Mit der Klasse C1E ist es möglich, ein Gespann zu lenken, das insgesamt bis zu 12000 Kilogramm wiegen darf. Mit der Führerscheinklasse C wird ein Fahrer LKW über 3500 Kilogramm bewegen dürfen, ohne Obergrenze. Wer im Besitz der Klasse CE ist, kann auch Anhänger im Gespann fahren, bei denen gewichtsmäßig eigentlich nur das technisch machbare als Obergrenze gilt.

Weg zur Führerscheinklasse C1

Die unbedingte Voraussetzung für einen Führerschein der C-Klasse ist allemal der Führerschein der Klasse B. Erst wenn die Prüfungen zu dieser Klasse hinter ihm liegen, erfolgreich abgeschlossen sind, wird es möglich, die Prüfung für den Führerschein C1 abzulegen. Es gilt in aller Regel die Untergrenze von 21 Jahren. Mit dem Nachweis einer Ausbildung im Fahrbereich jedoch oder dem „Fahrerqualifizierungsnachweis" nach dem Paragraphen 19 GütbefG ist das Alter auf 18 festgelegt. Solange man mit bestandener Prüfung der Klasse C1 noch nicht die 21 Jahre vollendet hat, gilt es eine Gewichtsobergrenze von 7,5 Tonnen einzuhalten, des Weiteren ist das Fahren bis zu diesem Zeitpunkt lediglich innerhalb der Bundesrepublik Deutschland erlaubt. Die Kosten für den Führerschein bzw. Teile der Kosten übernimmt eventuell der Arbeitgeber oder auch die Agentur für Arbeit. Alleine die Theorieprüfung wird etwa 400 – 500 Euro ausmachen, die Fahrstunden kosten, je nachdem ob Übungsstunde oder Sonderfahrt 30 bis 80 Euro, je nach Region und Fahrschule. Die Prüfung selber kostet etwa 140 Euro.

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