Führerschein beantragen - Unterlagen Checkliste und Eignungsnachweise

ausländischer Führerschein (© Gaelfphoto / fotolia.com)
ausländischer Führerschein (© Gaelfphoto / fotolia.com)
Ein Bürger kann den Führerschein aus verschiedenen Ursachen neu beantragen. So kann ein Fahrschüler nach bestandener Prüfung die Ersterteilung beantragen. Auch Fahrer, die schon lange in Besitz ihres Führerscheins sind, können den EU-Führerschein erneut beantragen. Niedergeschrieben findet sich das in der FeV, der Fahrerlaubnisverordnung vom 19.02.2013.

Erstbeantragung von EU-Führerschein und internationalem Führerschein

Wer als Fahranfänger alle Prüfungen, also theoretische und anschließende praktische Prüfung, erfolgreich überstanden hat, steht vor der Beantragung einer Ersterteilung des Führerscheins. In aller Regel werden die Fahrschulen dieses Prozedere in ihrem Leistungsangebot haben, der Bürokram fällt also für den Fahrschüler weg. Der Führerschein wird im besten Fall schon vor der Praxisprüfung beantragt, kann dem Führerscheinprüfling nach bestandener praktischer Prüfung sogleich überreicht werden. In manchen Regionen ist es auch üblich, dem Fahranfänger ein Dokument mitzugeben, das auf die bestandene Prüfung verweist.

Die Kosten für den Führerschein varriieren je nach Bundesland. Der Führerschein kostet ca. 30-50 Euro.

Der Führerschein wird dann, nach Fertigstellung bei der Behörde mit dieser Notiz abgeholt. Ein internationaler Führerschein, der nur zusammen mit dem EU-Führerschein gültig ist, ist alle drei Jahre zu erneuern. Der internationale Führerschein setzt zwischenstaatliche Abkommen durch, so das „Wiener Übereinkommen über den Straßenverkehr“ oder auch das „Genfer Abkommen über den Straßenverkehr“. Wer, aus welchen Gründen auch immer, die Anmeldung, Beantragung selber vornimmt, benötigt eine ganze Reihe von Dokumenten.

Es werden folgende Dokumente zum Führerschein beantragen benötigt:

  • Führungszeugnis
  • Bescheinigung über körperliche und geistige Eignung
  • Nachweis über die Unterweisung in lebensrettenden Sofortmaßnahmen am Unfallort oder Bescheinigung über die Ausbildung in Erster Hilfe
  • biometrisches Passbild in der Größe 35×45 mm
  • Angaben zur Fahrschule
  • Funktions- und Leistungstest
  • Sehtest-Bescheinigung oder Bescheinigung über die ärztliche Untersuchung des Sehvermögens

Natürlich muss der entsprechende amtliche Antrag unterschrieben und abgegeben werden.

Führungszeugnis

Führungszeugnis (© Björn Wylezich / fotolia.com)
Führungszeugnis (© Björn Wylezich / fotolia.com)
Herkömmlicherweise ist das Führungszeugnis nur dann interessant, wenn der Fahrer einen Schein zur Beförderung von Fahrgästen möchte. Es ist aber möglich, dass, - die Regeln der FeV wollen es so – die Behörde zu Lasten des Antragsstellers Informationen beim Kraftfahrtbundesamt einholt, auch ein polizeiliches Führungszeugnis beantragt.

Geistige und körperliche Eignung

Für die Führerscheinklassen  C, C1, CE, C1E, D, D1, DE, D1E ist die Bescheinigung über die körperliche und geistige Eignung zum Führen eines Fahrzeuges beizubringen. Diese Bescheinigung ist nicht zu verwechseln mit der medizinisch-psychologischen Untersuchung, (MPU), die z.B. nach einer Fahrt unter Betäubungsmitteln oder mit Alkohol im Blut angeordnet wird. Sie ist speziell gedacht für LKW- und Busfahrer. Der Arzt wird die Vorgeschichte des Fahrers nach psychischen Erkrankungen und nach Suchterkrankungen erforschen. Weiter wird er die Physiognomie des Betreffenden feststellen, also Maße, Gewicht, Herz und Blut, Kreislauf, Nervensystem, Nieren. Weiter wird das Hörvermögen überprüft. Der Fahrer wird auf eventuelle Tagesschläfrigkeit hin untersucht. Diese Bescheinigung darf bei Vorlage für den Führerschein nicht älter als 12 Monate sein.

Funktions- und Leistungstest

Derjenige, der einen Busführerschein beantragt, wird den Funktions- und Leistungstest hinter sich bringen müssen. Der Test dauert etwa 45 Minuten, dabei werden getestet

  • Belastbarkeit
  • Orientierungsleistung
  • Reaktionsfähigkeit
  • Konzentrationsleistung
  • Aufmerksamkeitsleistung

Ab dem 50zigsten Lebensjahr hat ein Busfahrer diesen Test alle 5 Jahre zu wiederholen.

Sofortmaßnahmen am Unfallort

Möchte man einen Führerschein beantragen, benötigt man auch eine Bescheinigung über die erfolgte Unterweisung im Falle, dass lebensrettende Sofortmaßnahmen notwendig werden, wenn es einen Unfall gegeben hat. Den Kurs haben zu absolvieren Bewerber für die Klassen AM, A1, A2, A, B, BE, L oder T. Seit dem Frühling 2015 umfasst dieser Kurs nur noch neun Stunden Unterricht, vorher waren es 16. Der Kurs setzt sich aus Praxis und Theorie zusammen, wobei auf die Praxis ein besonderer Schwerpunkt gelegt ist. Hier wird es bei den jeweiligen Kursen eine Pflicht zur Anwesenheit geben. Wer dabei schwänzt, oder auch signifikant zu spät kommt, erhält die Bescheinigung nicht. Das ist schlecht für den Geldbeutel, denn die Kurse sind kostenpflichtig. Eine weitere Möglichkeit eine solche Bescheinigung zu erlangen bietet der sogenannte „große Kurs“, der lediglich drei Stunden mehr umfasst. Herkömmlicherweise benötigen diesen speziellen Kurs, der für Risikogruppen gedacht ist, nur die Führerscheinklassen C, C1, CE, C1E, D, D1, DE, D1E. Der Kurs zieht sich also über 12 Stunden hin, ist eigentlich für LKW-Fahrer gedacht, hält dafür aber in seiner Gültigkeitsdauer lebenslang.

Passbild

Passfoto (© grafikplusfoto / fotolia.com)
Passfoto (© grafikplusfoto / fotolia.com)
Wie das Passbild auszusehen hat, ist genauen Vorschriften unterworfen. Es hat 45 mm hoch zu sein und 35 mm breit. Auf dem Bild müssen die Gesichtszüge einwandfrei zu erkennen sein, Grimassen, also auch ein Lächeln sind grundsätzlich nicht erlaubt. Der Mund muss geschlossen sein. Aus religiösen Gründen kann ein Kopftuch getragen werden. Das Gesicht muss bei dem Foto etwa 70 bis 80 Prozent darstellen.

Angaben zur Fahrschule

Hier ist lediglich die Anschrift und die Telefonnummer der Fahrschule einzutragen, bei der der Kurs absolviert wird.

Sehtest

Beim Sehtest wird nachgewiesen, dass der Proband auf beiden Augen eine Sehfähigkeit von mindestens 70 Prozent hat. Die Überprüfung übernimmt jeder Augenarzt oder auch Optiker. Sie dient dazu, festzustellen, dass der Fahrschüler auch Verkehrszeichen erkennen kann. Die Prozentzahl kann auch durch eine Sehhilfe erreicht werden. Sie wird notwendig für die Führerscheinklassen: AM, A1, A2, A, B, BE, L und T.

Wiedererteilung von EU-Führerscheinen

Wenn der Führerschein abhandengekommen ist, wird ein Übergangsführerschein ausgestellt, ein vorläufiger Führerschein. Der ist ohne Bild, nur die Klassen und Name sowie Adresse sind vermerkt. Dieser Übergangsschein ist nur zusammen mit einem Personalausweis gültig. Man erhält ihn, wenn man auf dem Amt einen neuen Führerschein beantragt.

Wiedererteilung nach Trunkenheitsfahrt/Fahrt unter Betäubungsmitteln

Wurde jemandem der Führerschein entzogen, weil er beispielsweise die Maximalpunktezahl von 8 in Flensburg erreicht hat, weil er betrunken gefahren ist oder das Fahrzeug unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln geführt hat, werden die entsprechenden Behörden den Führerschein entziehen. Dies bedeutet nicht dasselbe wie das Fahrverbot, denn beim Entzug passiert dies nur über einen kurzen Zeitraum. Die Sperrfrist wird aber immer zumindest 6 Monate betragen. Anschließend ist der Führerschein noch einmal neu zu beantragen. Wenn der Schein entzogen wurde, weil die Höchstpunktezahl erreicht wurde oder weil der Fahrer sich des „Fahrens ohne Führerschein“ schuldig gemacht hat, kann man mit einer abgeschwächten Art der MPU rechnen, der MPU mit verkehrsrechtlicher Fragestellung. Bei Alkohol- oder Drogendelikten wird nahezu immer die herkömmliche MPU fällig werden. Auch andere Auflagen können von den Behörden verhängt werden. 

Internationaler Führerschein

Wer in entferntere Länder fahren möchte, benötigt unter Umständen einen internationalen Führerschein, auch dieser muss beantragt werden. Ist jemanden der Führerschein entzogen worden, weil er ein Fahrzeug unter Drogeneinfluss oder mit Alkohol im Blut gefahren hat, gelten für den Neuantrag besondere Regeln. Hier ist es möglich, dass, vor Neuerteilung einer Fahrerlaubnis, eine medizinisch-psychologische Untersuchung angeordnet wird. Die Gesetzesvorschriften lassen hier nur wenig Spielraum.

INHALTSVERZEICHNIS

TOOLS

Gratis-eBook „Verkehrsrecht“


Alle Infos zum Verkehrsrecht!
Die wichtigsten Fragen zu Führerschein & Co!

  • Zulassung und Unfallrecht im Detail
  • Aktuelles zu Ordnungswidrigkeiten und MPU!
  • Kostenloser PDF-Download

Gratis-eBook „Fachanwalt finden“


Alle Infos zur Fachanwaltssuche!
Informationen und Tipps zur Fachanwaltssuche!

  • Was ist ein Fachanwalt?
  • Wichtige Infos zu Anwaltskosten, Beratungshilfe!
  • Kostenlos als PDF-Download