LKW Führerschein verlängern - Was tun, wenn die Frist abgelaufen ist? Welche Unterlagen und Kosten hat die Verlängerung?

Der erste Januar 1999 war der Stichtag, ab dem eine 5-jährige Frist für LKW-Führerscheine der Klasse C eingeführt wurde, diese gilt im Übrigen auch für Busfahrer mit der Führerscheinklasse D. Der Grund für die Einführung des befristeten Führerscheins durch den Gesetzgeber, eine Regelung, die in anderer Form auch die PKW-Führerscheine anbelangt, hat durchaus triftige Gründe. In Deutschland sind nahezu 3 Millionen LKW zugelassen. Die Abmessungen von LKW erhöhen selbstverständlich das Unfallrisiko. Und die Auswirkungen eines solchen Unfalles sind enorm und folgenschwer. Das Ziel der neuen Gesetzgebung ist es, die Risiken zu minimieren. Daher wird der Gesundheitszustand von LKW Fahrern alle fünf Jahre überprüft. Bei einer Unbedenklichkeit wird der Führerschein verlängert.

Den herkömmlichen EU-Führerschein verlängern

M Schuppich / Fotolia.com
M Schuppich / Fotolia.com
Den Führerschein sollte man rechtzeitig verlängern

Mit dem gleichen Datum wie die neue Regelung für die LKW- und Busfahrer gilt auch eine 15-Jahresfrist für die Besitzer der Führerscheinklasse B. Der Führerschein muss dann bei der zuständigen Führerscheinstelle abgegeben werden, das Dokument an sich wird erneuert. Wer noch einen Führerschein der alten Ausführung besitzt, dem ist eine Frist bis zum 19. Januar 2033 gegeben. Dann soll auch der letzte alte „Lappen“ dem neuen, scheckkartengroßen EU-Führerschein gewichen sein. Für die Verlängerung sind lediglich biometrisches Foto, der alte Führerschein  und ein gültiger Personalausweis oder Reisepass notwendig.

Verlängerung des LKW Führerscheins

Mit der neuen Verordnung fällt alle 5 Jahre eine Untersuchung auf die körperliche und geistige Konstitution von LKW- und Busfahrern an. Das heißt, alle 5 Jahre muss der Führerschein neu beantragt werden, wobei etliche, sehr genaue Untersuchungen notwendige Voraussetzung sind, den Schein weiter behalten zu können. In den Klassen C1 und C1E wird diese Regelung erst ab dem 50zigsten Lebensjahr wirksam. Das heißt also im Überblick, wie in der Quelle in Paragraph 23 Absatz 1 Nummer. 1, 2, 3 FeV beschrieben ist:

  • Die Fahrerlaubnis der Klassen AM, A1, A2, A, B, BE, L und T ist unbefristet.
  • Die Fahrerlaubnis der Klassen C1, C1E gilt bis zur Vollendung des 50. Lebensjahres, nach Vollendung des 45. Lebensjahres des Bewerbers für fünf Jahre.
  • Die Fahrerlaubnis der Klassen C, CE: Die Fahrerlaubnis gilt für fünf Jahre.
  • Die Fahrerlaubnis der Klassen D, D1, DE und D1E: Die Fahrerlaubnis gilt für fünf Jahre.

Will heißen: Jeder, der einen Schein der C1 und C1E Klasse sein eigen nennt, hat ihn mit spätestens 50 Jahren zu verlängern. Bei den Klassen C und CE muss der Besitzer ohne Altersgrenze alle 5 Jahre zur Untersuchung. Dasselbe gilt für Busfahrer mit der Klasse D.

Fachanwalt.de-Tipp: Die Verlängerung reicht man üblicherweise wegen der Wartezeiten etwa 3 Monate vor dem Termin ein.

Dokumente und Bescheinigungen

Das Dokument des Führerscheins an sich wird bei einer Verlängerung ebenfalls erneuert. So können Namensänderungen aber auch aktuelle Fotos eingefügt werden.

Biometrisches Passfoto

  • Das Gesicht auf dem biometrischen Passbild darf nicht kleiner als 27 Millimeter und nicht länger als 40 Millimeter sein.
  • Das abgegebene Bild hat scharf, kontrastreich sowie klar zu sein. Die Augen müssen geöffnet sein, der Mund dagegen geschlossen und der Gesichtsausdruck neutral, kein Lächeln.
  • Kopfbedeckungen sind verboten. Aus religiösen Gründen ist eine Kopfbedeckung erlaubt. Der Hintergrund muss einfarbig sein. Auf dem Foto muss das Gesicht einer Person von der Kinnspitze bis zum oberen Ende des Kopfes erkennbar sein.
  • Das Gesicht sollte etwa 70 bis 80 Prozent des Fotos einnehmen.

Gutachten vom Augenarzt

Eines der hervorragendsten Dinge, um im Straßenverkehr unfallfrei zu bleiben, ist das einwandfreie Erkennen von Gefahren und Verkehrsschildern, ein LKW- oder Busfahrer muss über ein gutes Sehvermögen verfügen. Es ist nicht unbedingt notwendig für dieses Gutachten einen Augenarzt aufzusuchen, die Bescheinigung kann auch von einem Arzt mit Zusatz Arbeitsmedizin, Betriebsmedizin oder einem Arzt in der öffentlichen Verwaltung oder im Gesundheitsamt ausgestellt werden. Bei dem Augengutachten wird es sich um das Farbsehen, das Stereosehen, die zentrale Tagesschärfe und letztlich um das Gesichtsfeld drehen.

Die Dioptrinzahl darf plus minus 8 Dioptrin nicht überschreiten, sonst sind Kontaktlinsen zu tragen. Die Leistung eines jeden Auges jedoch muss bei 0,8 beziehungsweise bei achtzig Prozent liegen, was auch mit einer Brille erreicht werden kann. Die Leistung der Augen insgesamt hat 100 Prozent zu sein, auch Dämmerungssehen und räumliches Sehen werden untersucht. Wer eine Brille trägt, bekommt das auf der Führerscheinrückseite mit der entsprechenden  Schlüsselzahl vermerkt.

Die Untersuchung kostet in etwa 100 Euro, sie darf nicht länger als 24 Monate zurückliegen.

Gutachten vom Arzt

Erwin Wodicka / Fotolia.com
Erwin Wodicka / Fotolia.com
Ärztliche Untersuchungen sind Pflicht beim LKW Führerschein

Ein weiteres wichtiges Dokument, um den Führerschein der Klassen C  und D zu verlängern, wenn

die 5-Jahesfrist verstrichen ist beziehungsweise der Fahrer über 50 Jahre alt ist, ist die penible psychische und auch körperliche Untersuchung, die ein Betriebsarzt aber genauso ein Arzt beim TÜV erledigen kann. Die herausragenden Gesichtspunkte zu dieser Verordnung sind in Anlage 5 der Fahrerlaubnisverordnung festgehalten. Es wird grundsätzlich untersucht werden, ob irgendwelche Anzeichen für Abhängigkeiten bestehen, hier geht es genauso um Alkohol wie Drogen oder auch Tabletten. Gerade als LKW-Fahrer oder als Busfahrer hat der Betreffende eine große Verantwortung gegenüber den anderen Verkehrsteilnehmern und auch den Fahrgästen gegenüber zu tragen. Wer beispielsweise an ständiger Schlaflosigkeit leidet und deswegen ständig zu Schlaftabletten greift, ist unter Umständen nicht mehr in der Lage, mit diesen Führerscheinklassen am Straßenverkehr teilzunehmen. Der Arzt wird Untersuchungen durchführen zu:

  • Reaktionsfähigkeit
  • Orientierungsleistung
  • Konzentrationsleistung
  • Aufmerksamkeitsleistung
  • Belastbarkeit

Er wird grundsätzlich versuchen, alle Erkrankungen auszuschließen, die die Fähigkeit des Betroffenen ein Fahrzeug der entsprechenden Gewichtsklasse/Führerscheinklasse im Straßenverkehr zu führen, beeinträchtigen könnten.

Fahren ohne gültige Fahrerlaubnis

Man wird einem Fahrer, der seinen Führerschein nicht verlängert hat, aber trotzdem mit dem LKW oder Bus unterwegs ist, auf alle Fälle das „Fahren ohne Fahrerlaubnis“ vorwerfen. Dies ist eine Straftat im Sinne des Gesetzbuches, also nicht mit einem Bußgeld abgetan. Im Paragraphen 21 des Straßenverkehrsgesetzes ist niedergeschrieben, dass ein Fahren ohne Fahrerlaubnis mit einer Geldstrafe aber auch mit Freiheitsentzug geahndet werden kann. Bei dieser Straftat macht sich unter Umständen nicht nur der Fahrer strafbar, sondern auch vielmehr der Halter des Fahrzeuges, der zugelassen hat, dass das Fahrzeug ohne Fahrerlaubnis gelenkt wird. Wird der Fahrer nicht das erste

Fachanwalt.de-Hinweis: Das Fahrzeug, mit dem die Straftat begangen wurde, wird in der Regel in Verwahrung genommen!



Ihre Spezialisten
INHALTSVERZEICHNIS

TOOLS

Gratis-eBook „Verkehrsrecht“


Alle Infos zum Verkehrsrecht!
Die wichtigsten Fragen zu Führerschein & Co!

  • Zulassung und Unfallrecht im Detail
  • Aktuelles zu Ordnungswidrigkeiten und MPU!
  • Kostenloser PDF-Download

Gratis-eBook „Fachanwalt finden“


Alle Infos zur Fachanwaltssuche!
Informationen und Tipps zur Fachanwaltssuche!

  • Was ist ein Fachanwalt?
  • Wichtige Infos zu Anwaltskosten, Beratungshilfe!
  • Kostenlos als PDF-Download

Jetzt Rechtsfrage stellen