Führerschein verloren - Welche Kosten kommen auf einen zu? Was kann man tun? Wie kann man ihn neu beantragen?

Der „Lappen“, der Führerschein, die Erlaubnis zum Führen bestimmter Kraftfahrzeuge hat eine lange Tradition. Gab es bis zum Ende des 19. Jahrhunderts kaum motorisierte Fahrzeuge auf den Straßen, stehen wir in unseren Tagen vor dem wachsenden Problem der Massenmobilität. Ein erster Führerschein, der Deutschlandweit seine Gültigkeit hatte, wurde eingeführt im Jahre 1909. Im Januar 1999 konstituierte man die EU-Fahrerlaubnisverordnung, die alten Gesetze waren bis dahin mehr oder weniger noch geltendes Recht. Wie man sieht hat der Führerschein eine lange Tradition, er ist ein offizielles Dokument, eine Erlaubnisbescheinigung, die auf Verlangen den Behörden beziehungsweise ihren Vertretern zur Kontrolle zu übergeben ist. Der Inhaber ist sozusagen gesetzlich verpflichtet, das Dokument, den Ausweis pfleglich zu behandeln. Was aber ist zu tun, wenn der Führerschein verloren wurde? Wie erhält man einen neuen Führerschein ausgestellt?

Nun ist er weg, der Führerschein -  was tun?

 Führerschein (© fotodo / fotolia.com)
Führerschein (© fotodo / fotolia.com)
Eine ernste Angelegenheit, tatsächlich. Doch das Falsche ist es, nun in Panik zu geraten. Der Inhaber hat die Erlaubnis, Kraftfahrzeuge zu führen, der Geprüfte ist der Inhaber, auch wenn die Bescheinigung sich momentan an einem anderen Ort befindet. Es gibt Verkehrskontrollen, doch für den Augenblick ist das uninteressant. Nachdem man sich mit allen Mitteln vergewissert hat, dass der Schein nicht nur verlegt, sondern tatsächlich verloren, zerstört oder gestohlen wurde, wird das Ziel nun auf jeden Fall die für den Hauptwohnsitz zuständige Fahrerlaubnisbehörde sein.

Die Fahrerlaubnisbehörde wird sich des Falles annehmen, hier gibt es die Anträge für einen neuen EU-Führerschein, hier erhält der Bürger einen vorläufigen Ersatzführerschein, wenn der alte Führerschein verloren wurde. Für den Fall, dass die Fahrerlaubnis gestohlen wurde, ist es sinnvoll, seine Schritte zuerst zur nächsten Polizeidienststelle zu lenken, den Diebstahl anzuzeigen. Die entsprechende Bescheinigung ist für die Führerscheinstelle von großer Wichtigkeit. Im einfachen Verlustfall muss der Betroffene eine eidesstattliche Versicherung abgeben, die klar stellt, dass er keine Dokumentenfälschungsabsichten hegt. Für die Ausstellung eines Ersatzführerscheins werden Personalausweis und biometrisches Lichtbild benötigt. Ist der Führerschein von einer anderen Dienstelle als der aufgesuchten ausgestellt worden, wird eine sogenannte „Karteikartenabschrift“ notwendig werden, die gesondert beantragt werden muss. Der Ersatzführerschein wird solange Gültigkeit besitzen, bis der neue EU-Kartenführerschein bei der Behörde vorliegt, er abgeholt oder zugestellt wird. 

Die Karteikartenabschrift

Hat der Betroffene seinen Wohnsitz in der letzten Zeit geändert, ist also eine Behörde in einem anderen Bundesland für die Ausstellung der Fahrerlaubnis tätig gewesen, wird die Führerscheinstelle am jetzigen Wohnort eine sogenannte Karteikartenabschrift benötigen, wenn der Führerschein verloren wurde und neu beantragt wird. Dies definiert sich als Bescheinigung über die jeweils individuellen Fahrerlaubnisdaten, welche dem örtlichen Führerscheinregister entnommen sind. Die Rechtsgrundlage wird hier die Fahrerlaubnisverordnung FeV sein.

Eidesstattliche Versicherung

Die eidesstattliche Versicherung wird dem Betroffenen abverlangt, nicht zuletzt um die Dimension des Führerscheinverlustes deutlich klar zu machen. Der Führerschein ist ein ausgesprochen wichtiges amtliches Dokument, eine entsprechend pflegliche Behandlung wird vom Gesetzgeber auch erwartet. In erster Linie jedoch ist das Prozedere gedacht, Fälschungsversuchen von vorne herein keine Möglichkeit zu geben.

Der Personalausweis oder Reisepass

Personalausweis (© stadtratte / fotolia.com)
Personalausweis (© stadtratte / fotolia.com)
Dieses Dokument dient der einwandfreien Identifikation des Geschädigten und ist zwingend erforderlich, wenn der Führerschein verloren wurde und neu beantragt wird. Wenn es ebenfalls verloren gegangen ist, wird es notwendig sein, einen Ersatzausweis bei der Gemeinde des Wohnortes des Betroffenen zu beantragen. Mithilfe der Identität ist festzustellen, welche Führerscheinklassen und Schlüsselzahlen auf dem verlorenen Führerschein eingetragen waren.

Die Kosten für den Verlust des Führerscheins

Etwas skurril, aber Tatsache – wer nach dem Verlust seines Führerscheins davon ausgeht, dass seine Fahrerlaubnis gestohlen wurde, wird sich die 30 Euro und 70 Cent für die bei der Behörde notwendige eidesstattliche Erklärung sparen. Die wird nur verlangt, wenn der Schein als verloren gemeldet wird. Es ist möglich, die eidesstattliche Versicherung bei einem Notar freier Wahl abzugeben, doch wird diese Version noch teurer.

Wenn der Führerschein entwendet wurde, fallen lediglich 35 bis 40 Euro für den Ersatzführerschein an. Mit der Zeit, welche die Bundesdruckerei in aller Regel benötigt, um ein neues Ausweispapier herzustellen, nämlich bis zu vier Wochen, tut sich ein weiterer Kostenfaktor auf. Möchte man seinen „richtigen“ EU-Führerschein möglichst schnell wieder in Besitz haben, bietet sich der „Expressführerschein“ an. Der Betroffene beantragt hierzu bei der Behörde eine Vorzugsbehandlung, eine Expresslieferung. So ist es gegen Aufpreis möglich, den Führerschein innerhalb von 2 Werktagen bei der entsprechenden Behörde abzuholen, oder aber, sich ihn, gegen nochmalige Liefergebühren, zustellen zu lassen. Das kostet erneut gut Geld.

Führerschein für Mofa weg

Wer seinen Mofaführerschein verloren hat, wem er gestohlen worden ist, der wird nicht zur Fahrerlaubnisbehörde, also zur Führerscheinstelle gehen, sondern direkt zum TÜV. Hier kann ein neuer Führerschein ausgestellt, beantragt werden. Die TÜV-Stelle hat Zugriff auf eine Liste aller Mofaführerscheine. Der neue Schein wird etwa 5 bis 20 Euro kosten.

Fahren ohne Führerschein

Wenn ein Autofahrer nicht mehr im Besitz seiner Fahrerlaubnis ist, auch keine Ersatzfahrerlaubnis vorweisen kann, macht er sich des Fahrens ohne Führerschein schuldig. Das ist jedoch sehr grundsätzlich zu unterscheiden von dem Fahren ohne Fahrerlaubnis. Die Ordnungswidrigkeit wird nach dem Bußgeldkatalog mit einer Verwarnung von 10 Euro betraft. Anders dagegen sieht es tatsächlich aus, wenn die Fahrerlaubnis gar nicht vorhanden ist. Hier kann es von einer Geldstrafe bis hin zum Freiheitsentzug gehen. Wer nun vergisst, den Verlust des Dokumentes sofort bei den Behörden zu melden, wird mit 10 Euro bestraft. Wer seinen verloren geglaubten Führerschein schließlich doch wieder findet, hat ihn sofort den Behörden zu übergeben. Tut man das nicht, hat man 25 Euro zu bezahlen.

Fahren ohne Führerschein und Rente

Um auf die Wichtigkeit des Führerschein-Dokuments hinzuweisen, ist vielleicht folgendes Urteil interessant. Das Sozialgericht entschied, dass ein Verkehrsteilnehmer, der nicht über die notwendige Fahrerlaubnis verfügte, nach einem Unfall in einem von ihm ohne Erlaubnis geführten Fahrzeug keinerlei Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente hat. Diese Entscheidung fiel, nachdem die Rentenversicherung sich geweigert hatte, zu bezahlen, weil der Betroffene zum Unfallzeitpunkt, auch alkoholbedingt, offensichtlich keineswegs mehr über die für das Führen von Kraftfahrzeugen benötigten theoretischen und praktischen Kenntnisse verfügt habe. Dies ist letztendlich der Grund und die Ursache, weshalb ihm keine Fahrerlaubnis erteilt worden sei. Hier gäbe es eine Vorschrift innerhalb des Rentenrechtes. Darin ist vermerkt, dass die Rente gänzlich oder auch zu Teilen nicht bezahlt werden muss, sollte jemand sich die für die Rentenleistung erforderliche gesundheitliche Beeinträchtigung bei einer Handlung zugezogen haben, die ein Verbrechen oder ein vorsätzliches Vergehen darstellt. Niedergeschrieben in Paragraph 104, Minderung der Erwerbsfähigkeit bei einer Straftat.




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