Marderschaden beim Auto - wie kann man dem vorbeugen und was zahlt die Versicherung?

Die Annahme, dass ein Auto Marderschaden nur in ländlichen Gegenden auftreten kann, ist falsch. Die kleinen Raubtiere können sich auch in der Stadt an Fahrzeugen zu schaffen machen und mitunter für erhebliche Schäden sorgen. Insbesondere weichere Autoteile, die beispielsweise aus Gummi oder Kunststoff bestehen, werden gerne attackiert. Meist ist ein Auto Marderschaden nicht sofort erkennbar. Tut man nichts dagegen, kann dies mitunter unangenehme Folgen haben.

Ein Marderbiss kann die Funktionstüchtigkeit des Fahrzeugs erheblich beeinträchtigen

Marderbiss (© Horst Schmidt / fotolia.com)
Marderbiss (© Horst Schmidt / fotolia.com)
Bevorzugt machen sich Marder u.a. an diversen Kabeln und Schläuchen am Fahrzeug zu schaffen. Dies kann sich u.a. darin äußern, dass das Auto nicht mehr anspringt, Flüssigkeiten auslaufen oder auch die Leuchten nicht mehr funktionieren. Marderbisse sind kein Einzelfall. Jährlich bereiten die Raubtiere hunderttausenden Autofahrern kleine und große Ärgernisse.

Marderschäden und die Versicherung

Kommt es zu einem Auto Marderschaden, ist natürlich die Frage, inwieweit die Versicherung hierfür aufkommt. Bei einer Kaskoversicherung ist dies kein Problem. Direkte Marderschäden werden vollumfänglich durch eine Teilkaskoversicherung übernommen, wohingegen es bei Folgeschäden auf den jeweiligen Tarif ankommt.

Wichtig: Eine Kfz-Haftpflichtversicherung greift im Falle eines Marderbisses nicht ein.

Besser beraten ist man dagegen mit einer Teilkasko-Versicherung. Die durch das Tier beschädigten Autoteile werden dann auf Kosten der Versicherung in einer Werkstatt fachgerecht ausgetauscht. Sieht der Versicherungstarif eine Selbstbeteiligung vor, übernimmt der Versicherte diesen jeweiligen Betrag zudem selbst.

Augen auf beim Basis-Tarif

Basis-Tarife werden gerne abgeschlossen, da sie über günstigere Konditionen verfügen. Dies kann einem aber im Zweifel teuer zu stehen kommen, wenn nämlich mit dem Preis auch der Leistungsumfang schrumpft. Marderbisse werden nämlich meist durch einen Basis-Tarif nicht mehr abgedeckt. Dies ist ein zunehmendes Problem für Autofahrer, denn die Versicherungsgesellschaften neigen dazu, im Rahmen der Basis-Tarife ihre Leistungen herunterzuschrauben. Dadurch wird es nicht mehr allzu selbstverständlich, dass die Teilkasko bei Marderschäden prinzipiell immer zahlt. Trotz Versicherungsschutz muss man dann selbst tief in die Taschen greifen. Und ein Folgeschaden eines Marderbisses kann schnell einmal zu einer fünfstelligen Summe anwachsen, denn nicht immer genügt es, allein ein Kabel auszutauschen.

Wer einen Basis-Tarif abschließen möchte, sollte zunächst genauestens die Versicherungsbedingungen studieren. Es kann sich sehr lohnen, direkte Schäden durch Marderbisse als auch daraus resultierende Folgeschäden mit in den Versicherungsschutz einzuschließen.

Tipp: Wer in einer Gegend wohnt, in der es häufiger zu Problemen mit Mardern kommt, sollte in jedem Fall darauf achten, dass seine Kaskoversicherung Marderschäden sowie deren Folgeschäden abdeckt. Unter Umständen kann es sich auch lohnen, sich nach einer entsprechenden Zusatzversicherung umzusehen, die speziell für Marderschäden angeboten wird. Bei dieser werden natürlich die direkten Schäden auch in voller Höhe übernommen.

Wie kann man einem Auto Marderschaden vorbeugen?

Sinnvoll ist es, bereits im Vorfeld gewisse Abwehrmaßnahmen zu treffen, um einen Marderbiss von vorneherein möglichst zu vermeiden bzw. einem erneuten Auto Marderschaden vorzubeugen.

  • Vor allem Männchen sind sehr aggressiv und können den Duft von Rivalen nicht ausstehen, weswegen sie alles anknabbern, was danach reicht, mitunter eben auch Fahrzeugteile. War bereits ein Marder im Motorraum zu Gange, kann sich eine Motorwäsche lohnen, um den Marderduft zu entfernen.
  • Kabelbaum und Zündkabel lassen sich ummanteln und können so nicht mehr angebissen werden.
  • Potentiell abschreckende Gerüche, die beispielsweise von Hundehaaren oder Mottenkugeln ausgehen, zeigen, wenn überhaupt, nur eine temporäre Wirkung und sind meist beim nächsten Regen wieder komplett abgewaschen. Zudem konnte in Versuchen festgestellt werden, dass sich Marder sehr schnell an unbekannte Gerüche gewöhnen und sich davon nicht mehr abschrecken lassen.
  • Von einigen Autoherstellern werden bestimmte Sets angeboten, die den Motorraum von unten dicht machen, so dass Mardern der Einstieg verwehrt wird.
  • Auch spezielle Metallplättchen, von denen ein leichter elektrischer Schlag ausgeht, können im Kampf gegen die unliebsamen Besucher sehr wirksam sein. Der Einbau sollte in jedem Fall in einer Fachwerkstatt erfolgen, die hier über die nötige Erfahrung verfügt. Die Stromschläge sind dabei natürlich weder tödlich noch schädlich. Sie dienen lediglich dazu, das Tier zu vertreiben, bevor es Schaden anrichten kann.
  • aus Maschendraht werden gerne unter das das Auto gelegt. Dies kann durchaus eine gewisse Wirkung haben, da der Untergrund für die Tiere unbekannt und damit abschreckend ist. Haben sie sich jedoch an die Matte gewöhnt, verliert diese ihre Wirkung.
Fachanwalt.de-Tipp: Das eine Wundermittel gegen Marder gibt es meist nicht. Die Versiegelung des Unterbodens sowie die Elektroschock-Variante erweisen sich in der Regel als besonders wirkungsvoll. Doch oftmals gilt: Probieren geht über studieren. Jeder Autobesitzer schwört hier meist auf ein anderes Mittel. Bevor man sich jedoch mit zahllosen günstigen aber wirkungslosen Hausmitteln herumärgert, sollte man vielleicht doch lieber die Werkstatt des Vertrauens aufsuchen und eine professionelle Lösung umsetzen lassen. Das einmal investierte Geld wird sich langfristig bezahlt machen. Denn niemand möchte wirklich einen kaputten oder überhitzten Motor aufgrund eines Marderbiss-Folgeschadens riskieren, weil er nicht in eine ausreichende Marder-Absicherung investieren wollte.

Warum beißen Marder in Kabel und andere Autoteile?

Marderschaden (© Andreas Böhm / fotolia.com)
Marderschaden (© Andreas Böhm / fotolia.com)
Es darf wohl weniger angenommen werden, dass die kleinen Raubtiere ihre spitzen Zähne in die Autoteile treiben, weil sie deren Geschmack so schätzen. Vielmehr dürfte es territoriale Gründe haben. Nimmt ein Marder den Geruch eines anderen Marders wahr, der also bereits zuvor durch den Motorraum gestreift ist, möchte er sein Revier verteidigen und beginnt deshalb, um sich zu beißen.

Vor allem Autos, die häufig an anderen Stellen parken, werden bevorzugt heimgesucht. Denn so gelangt der Duft des einen Marders in das Revier des anderen und kann bei diesem eine sprichwörtliche Beiß-Wut auslösen. Da genügt es schon, dass das Auto während der Arbeitszeit einige Kilometer entfernt geparkt wird, in einem anderen Marder-Revier.

Das bedeutet auch, dass der Marder, der als Einzelgänger gerne zuhause einmal den Motorraum aufsucht, nicht unbedingt ein Problem ist. Er verteilt seinen Geruch mittels Drüsensekrete oder Urin, wird aber meist keinen Schaden anrichten. Problematisch wird es erst, sobald das Auto in einem anderen Revier geparkt wird. Besucht dann ein weiterer Marder den Motorraum und nimmt den Geruch seines Vorgängers wahr, wird er vermutlich alles anbeißen, was nach dem anderen Tier riecht. Lediglich Metallteile werden verschont, weil auch gegen diese die spitzen Marderzähne nicht ankommen. Gleichzeitig setzt er selbst seine eigenen Markierungen, die zuhause natürlich wieder den ursprünglichen Marder reizen. Und so setzt sich dieser Revierkampf ohne eigentlichen Gegner immer weiter fort.

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