T-Führerschein - Was kostet der Traktorführerschein und was darf man damit fahren?

Traktor (© alexrow / fotolia.com)
Traktor (© alexrow / fotolia.com)
Der T-Führerschein wird allgemeinhin auch Traktorführerschein genannt, genau das ist er auch. In Gegenden, in denen die Landwirtschaft noch Vorrang hat, ist es oftmals schwer, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu Rande zu kommen. Im Führerschein T, dem Traktorführerschein, ist auch die Klasse AM sowie die Klasse L enthalten. Das heißt, man darf Mopeds bis 50 ccm lenken. Mit einer Ausnahmegenehmigung ist die Führerscheinklasse, die herkömmlicherweise eine Altersuntergrenze von 16 Jahren hat, auch schon mit 15 Jahren möglich.

Traktor ohne Führerschein

Für die Landwirtschaft wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass man auf Privatgrundstücken, allerdings darf auf diesen Grundstücken keinerlei öffentlicher Verkehr vorkommen, mit Genehmigung des Eigentümers, Kraftfahrzeuge auch ohne Fahrerlaubnis lenken darf. Ohnehin sind Kraftfahrzeuge, die bauartbedingt nicht schneller sind als 6 km/h, von jeder Führerscheinpflicht befreit. Die Ausnahmegenehmigung für den T-Führerschein ab 15 Jahren ist außergewöhnlich schwierig zu erhalten. In aller Regel wird sich die zuständige Behörde querstellen.

Es gibt allerdings Traktoren, auch selbstfahrende Zugmaschinen, die ohne Führerschein zu führen sind, diese sind bauartbedingt nicht schneller als 6 Kilometer die Stunde und sind sehr dünn gesät. Um eine solche Sondergenehmigung zu erhalten, müssen besondere Umstände vorliegen. So könnte den Eltern ein landwirtschaftlicher Betrieb gehören, die Arbeitskraft des Vaters fällt aber wegen einer Beinverletzung langfristig aus. Diese Traktoren dürfen aber auch nur in der Land- und Forstwirtschaft genutzt werden. Auf öffentlichen Straßen wird man damit weniger unterwegs sein. Hier ist es möglich, dass die zuständige Führersteinstelle nachgibt. Doch kann sie unter Umständen auch eine medizinisch-psychologische Untersuchung verlangen, die dann vom Probanden selber gezahlt werden müsste. Die Ausbildung für den T-Führerschein aber kann man schon 6 Monate vor dem Erreichen des 16. Lebensjahres beginnen.

Welche Fahrzeuge kann ich mit der Führerscheinklasse T lenken?

Wer also beruflich mit Land- oder Forstwirtschaft zu tun hat, ist wohl oder übel gezwungen, diesen Führerschein zu machen. Obwohl der T-Führerschein für Fahrzeuge gültig ist, die bis zu 60 Kilometer in der Stunde schnell sind, wird für den Führerscheininhaber eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 40 Kilometer herrschen, dies bis zu seinem 18. Geburtstag. Gelenkt werden dürfen mit der Klasse T selbstfahrende Arbeitsmaschinen, genauso Futtermischwagen. Hier gilt eine Geschwindigkeitsobergrenze von 40 Stundenkilometern. Weiterhin darf mit dem T-Schein jede Zugmaschine gefahren werden, die, aufgrund ihrer Bauart, nicht schneller als 60 Kilometer unterwegs ist. Des Weiteren ist der Schein geeignet, Anhänger zu ziehen. Die Fahrzeuge müssen nach ihrer Konstruktion, von ihrer Bauart her, für den Einsatz in Land- und Forstwirtschaft gedacht sein, sonst hat die Führerscheinklasse keine Wirkung. Fahren ohne Führerschein kann strafrechtlich verfolgt werden.

Die Kosten für einen Führerschein der Klasse T

Wenn man bedenkt, dass der Führerschein AM bereits in der Klasse T enthalten ist, wird der Preis von etwa 1000 Euro für diese Führerscheinklasse unter Umständen ein wenig angenehmer. Wer bereits eine Führerscheinprüfung hinter sich hat, wird weniger Theoriestunden benötigen. Grundsätzlich schreibt das Gesetz eine Anzahl von 24 Theoriestunden vor. Von diesen 24 Stunden werden 50 Prozent für die allgemeinen verkehrsrechtlichen Grundlagen verwendet, in den übrig gebliebenen  12 Stunden wird sich die Fahrschule auf die Besonderheiten rund um den T-Führerschein in Land- und Forstwirtschaft konzentrieren.

Die Zahl der praktischen Stunden, die aufgewendet werden müssen, ist komplett abhängig von Fahrlehrer und Fahrschule, des Weiteren haben selbstverständlich die Vorkenntnisse, die Fähigkeiten und die Lernfortschritte maßgeblichen Einfluss auf die Zahl der praktischen Unterrichtsstunden. Ein Führerschein kann, je nach Region und Fahrschulunternehmen etwa 1000 Euro kosten. Er kann aber auch weitaus teurer werden. Preiswerter wird er eher selten werden, denn alleine die Prüfungsgebühr kommt schon auf etwa 140 Euro.

Die alte Fahrerlaubnis auf die Führerscheinklasse T umschreiben lassen

Wer eine alte Fahrerlaubnis sein eigen nennt, muss diese spätestens 2033 umtauschen in einen neuen EU-Führerschein. Nun besteht in diesem Zusammenhang die Möglichkeit, eine Fahrerlaubnis T für gewisse forstwirtschaftliche beziehungsweise landwirtschaftliche Fahrzeuge mit eintragen zu lassen. Die Voraussetzung ist allerdings, dass der Neuantrag von jemandem gestellt wird, der auch in einer entsprechenden Tätigkeit beschäftigt ist.

Das Verwaltungsgericht Berlin hat in diesem Zusammenhang die Klage eines Rechtsanwaltes zurückgewiesen, der die Führerscheinklasse T aus seinem alten 3 er – Führerschein eintragen lassen wollte. Der Anwalt hatte auch nach mehrmaliger Aufforderung keinen Beleg erbracht, dass er in einem entsprechenden Unternehmen tätig ist. Die Führerscheinklasse T wurde ihm folgerichtig verweigert. Das Gericht entschied, zu Ungunsten des Klägers, eine solche Unterscheidung zwischen in der Landwirtschaft tätigen und nicht in Land- und Forstwirtschaft tätigen verletze den Gleichheitsgrundsatz, auf den der Anwalt sich berief, in keinster Weise.

Sonderfahrzeuge

Um weiter am Straßenverkehr teilnehmen zu können, meldete ein wegen mehrerer Alkoholdelikte führerscheinloser Stuttgarter einen Nachbau eines T-Models der Firma Ford, eine „Tin Lizzy“, als Krankenfahrstuhl an. Er hatte in das Fahrzeug einen Elektromotor eingebaut, der es 25 Kilometer schnell machte. Das überdachte Fahrzeug bot Platz für 2 Personen. Der TÜV-Südwest erteilte eine Betriebserlaubnis. Die örtlichen Behörden vertraten jedoch eine andere Ansicht. Der Stuttgarter wurde wegen Fahrens ohne Führerschein zu einer empfindlichen Geldstrafe verurteilt, eine Berufung ließ das Gericht nicht gelten.

Die Führerscheinklasse T und Haschischkonsum

Hanf (© emer / fotolia.com)
Hanf (© emer / fotolia.com)
Wie ein Landgericht erst kürzlich entschied, findet sich die Rechtfertigung für einen Führerentzug nach Cannabiskonsum in erster Linie darin begründet, dass die Beschuldigten nicht in der Lage sind, den Konsum von THC und das Führen eines Kraftfahrzeuges auseinander zu halten. Bereits ein zweimaliges Auffälligkeitsverhalten, das in den Akten abgespeichert ist, genügt, um den Führerschein zu verlieren. Dabei kommt es einmal auf den konkreten THC-Gehalt im Blut zur „Tatzeit“ an, zum anderen auf den längerfristig Auskunft gebenden THC-Carbonsäurewert, der die Dauer des Konsums angeben kann.

Dem Betroffenen wurde der Führerschein entzogen, weil das Gericht es als erwiesen ansah, dass er mehr als gelegentlich rauche. Denn, so die Richter, nach den Erkenntnissen der modernen Medizin ist der Cannabiswirkstoff THC, wenn nur einmal, also gelegentlich geraucht wird, nach etwa 6 Stunden nicht mehr im Blutserum des Beschuldigten aufzufinden. Die Konzentrationen im Blut des Angeklagten stützten seine Entlastungsaussage nicht. Er verlor den Führerschein der Führerscheinklasse T. Neben dem Wirkstoff THC gibt es auch den Wirkstoff CBD, der keine psychoaktive Wirkung hat und auch nicht unter das Betäubungsmittelgesetz fällt. Hat eine Hanfsorte nicht mehr als 1,25 mg THC und der Rest ist CBD, ist die Pflanze sozusagen „legales Gras“.  

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