THC Führerschein - Ab welchem THC Wert ist derr Führerschein weg? Ist THC im Blut erlaubt im Straßenverkehr?

Hanf (© emer / fotolia.com)
Hanf (© emer / fotolia.com)
-Δ9-trans-Tetrahydrocannabinol ist der bestimmende psychoaktive Bestandteil im Cannabis, der Hanfpflanze, die außerdem noch hunderte von anderen Wirkstoffen enthält. Im Besonderen zu ebenfalls teilweise großen Anteilen, je nach Art der Pflanze, das CBD, welches nicht psychoaktiv ist. THC-haltige Stoffe unterliegen dem Betäubungsmittelgesetz. Gemeinhin wird THC als Derivatform zweier THC-Formen identifiziert.

Cannabis: ein Betäubungsmittel

Die Wissenschaftler Y. Gaoni und R. Mechoulam aus Israel isolierten den Stoff zum ersten Mal 1964. An der Pflanze weisen die unbefruchteten Blütenstände mit sechs bis zwanzig Prozent den stärksten THC-Anteil auf. Bis in die 50ger Jahre des 20. Jahrhunderts hinein stellte die Hanfproduktion einen mächtigen Industriezweig im weltweiten Handel dar. Als die Ölindustrie ein Plastik namens Nylon auf den Markt brachte, legten es die Mächtigen und Wohlhabenden, die auf die neue Technologie bauten, darauf an, den Hanf vom Markt zu verdrängen. Zusammen mit den Medien wurde in den USA, unter Leitung eine gewissen Herrn Anslinger, eine Hetzkampagne gegen den Hanf angezettelt, der diese Industrie ruinierte, Hunderttausende von Cannabisgenießern kriminalisierte. Bald wurden in Europa dieselben Gesetze verabschiedet.

Heute ist Cannabis immer noch auf der Liste der Betäubungsmittel. Wer beim Fahren eines Kraftfahrzeuges unter dem Einfluss von Cannabis ertappt wird – dies auch, wenn nur ein geringer Konsum nachgewiesen werden kann – dem wird zumeist der Führerschein entzogen.

Seit dem Januar 2017 ist der Genuss von Cannabis zu medizinischen Zwecken erlaubt, wenn der Stoff über ein Arztrezept bezogen wurde.

THC im Blut / Urin / Haar

Im Urin lässt sich THC ohne weiteres noch 2 bis zu 35 Tage feststellen. Im Blut verbleibt der Wirkstoff etwa 12 Stunden. Der konkrete Nachweis wird über THC-Metabolite, 11-Hydroxi-THC sowie der THC-Carbonsäure geführt. Nachdem THC auch natürlich im Körper vorkommt, ja ein ganzes Nervensystem, das endocannabinoide Nervensystem, das schon die ersten Plattfische am Beginn der Evolution besaßen, existiert, nimmt man vorsichtigerweise einen sogenannten „Cut-Off-Wert“ von 50 ng/ml an. Dann gibt es diverse Nachweismethoden.

So beispielsweise die arbeitsintensive, aufwändige LC/MS-Methode, weiter gibt es zum Nachweis von THC-Metaboliten im Urin eine Reihe von Immunassay-Tests. Beispiel wäre Radioimmunassay abgekürzt RIA oder Enzyme-multiplied Immunoassay abgekürzt EMIT sowie CEDIA und FPIA. Die Isotopenverdünnungsanalyse im Zusammenhang mit NCI-Technik ist das wohl ergebnisintensivste Verfahren. Eine Verdünnung des Harns, um das Ergebnis zu verfälschen, kann über den Kreatin-Wert des Harns sowie über seine sogenannte Osmolalität nachgewiesen werden. Falsche Ergebnisse können unter anderem bei intensivmedizinisch betreuten Patienten auftreten, aber ebenfalls bei Sportlern, die das Rauchen schon längst aufgegeben haben. Denn das THC speichert sich vornehmlich im Fettgewebe ab. Wenn diese Fettreserven nun angegriffen werden, auch bei einer Diät, wird entsprechend THC freigesetzt. Eine ungefähre Sache also. Auch bei Haaranalysen ist nicht immer alles Gras, was grün ist.

Ab welchem THC Wert ist der Führerschein weg?

THC Cannabis (© rgbspace / fotolia.com)
THC Cannabis (© rgbspace / fotolia.com)
Über die rechtliche Seite beim Führen eines Fahrzeuges könnte man mit vier Worten alles gesagt haben. „Drogenkonsum ist gleich Führerscheinverlust“. Cannabis, Tetrahydrocannabinol ist eine Droge. Immer noch, wenn auch mittlerweile mit Einschränkungen. Da THC auf das zentrale Nervensystem wirkt, genauso wie es im Übrigen Alkohol tut, ist für das Führen von Kraftfahrzeugen und auch das Arbeiten an Maschinen festzustellen, man sollte in diesem Fall kein THC zu sich nehmen, also wenn man vorhat, beispielsweise Auto zu fahren. Fahrerkontrollen werden mittels Speichel-, Schweiß-, Haar- oder Urintests, schließlich Bluttests durchgeführt. Obwohl die gesetzliche Situation momentan nicht eindeutig ist, wird man von einer Geldbuße von wenigstens 500 Euro ausgehen dürfen. In aller Regel wird der Führerschein für bis zu drei Monate entzogen. Andere Maßnahmen werden eingeleitet. Eine MPU ist nahezu zwingend fällig, mindestens vier Punkte werden in das Flensburger Verkehrsregister eingetragen.

Andere Auflagen, jeder Art, von Zwangstherapie in der Psychiatrie bis zu lebenslangen Fahrverbot sind möglich. Sobald auch nur geringste Spuren von THC im Blut sind, ist dies zumindest eine Ordnungswidrigkeit. Der bayerische Verwaltungsgerichtshof hat im Gegensatz dazu am 25. Januar 2006 mit dem Aktenzeichen 11 CS 05.1711 festgestellt, dass der derzeitige Erkenntnisstand der Wissenschaft es nicht zulasse, schon mit einer Konzentration von 1,0 Nanogramm pro Milliliter Blut die Fahrerlaubnis zu entziehen.

So ist es notwendig, bevor der Führerschein entzogen wird, doch nur für den Fall, dass die Konzentration von THC unter 2,0 ng/ml liegt, ein medizinisch-psychologisches Gutachten einzuholen. Das muss der Betroffene natürlich auch selber zahlen. Weiter gilt dies auch nur, wenn dem Betroffenen kein Fahrfehler nachzuweisen ist. Niedergeschrieben findet sich die in Paragraph 14 Absatz 1 FeV. Die Bestimmungen zur MPU sind in FeV Paragraph 11 Abs. 7, FeV Paragraph 14 Abs.1, S.4, StVG Paragraph 3 Abs.1. hinterlegt.

Studien zu Cannabiskonsum und Verkehrssicherheit

Als Fazit von insgesamt 14 Studien zum Zusammenhang von Cannabiskonsum und Verkehrssicherheit, unter anderem von der Universität Düsseldorf, des britischen Verkehrsministeriums, der Bundesanstalt für Straßenwesen, des Zentrums für Verkehrswissenschaften und vielen renommierten Instituten mehr, kann man feststellen, dass Cannabis und seine psychoaktiven Wirkstoffe eine durchaus geringfügigere Gefahr im Straßenverkehr darstellt, genauso wie es der Alkohol tut.

Etliche der Wissenschaftler, welche die Studien betrieben haben, kamen sogar zu der Ansicht, dass der Genuss von Cannabis überhaupt keine nennenswerten Auswirkungen auf das Fahrverhalten hätte. Grund genug für den Deutschen Hanfverband, die Ungleichbehandlung, die Kriminalisierung von Cannabiskonsumenten gegenüber Alkoholsündern im Straßenverkehr anzuklagen. Realistische Grenzwerte werden eingefordert, die Ungleichbehandlung, Alkoholkonsumenten dürfen mit bis 0,5 Promille fahren, abschaffen.

Was kann ich tun?

Bedauerlicherweise recht wenig. Am besten nicht mit THC im Blut ein Kraftfahrzeug bewegen. Keine Reste von Joints im Auto, unauffällig bleiben, keinen Anlass zur Kontrolle geben, also immer angeschnallt fahren, auf die Beleuchtung achten. Großspurige Aufkleber tunlichst vermeiden. Immer die Fahrzeugpapiere zur Verfügung halten. Bei einer Kontrolle durch die Beamten ist es am vernünftigsten, freundlich, ruhig, gelassen aber doch bestimmt zu wirken. Zu dem, was so allgemein konsumiert wird, sollte generell nie etwas gesagt werden. Weder über Alkohol noch Drogen.

Einen Schnelltester kann man ablehnen (Urin oder Schweiß, Speichel). Wenn nun trotzdem eine Blutuntersuchung gemäß dem Paragraphen 81 a StPO vorgenommen wird, ist es angebracht, auf der Stelle mit dem Rauchen aufzuhören, weil eine MPU angesagt sein könnte. Ein Abbauprodukt von THC, die sogenannte Carbonsäure, lässt sich ohne weiteres bis zu drei Wochen nach dem Konsum im Blut feststellen. Aus diesem Wert wird die Gerichtsbarkeit oder die entsprechende Behörde, die Führerscheinstelle ebenso auf die Intensität des Konsums schließen, so ihren Missbrauchsverdacht bestätigen. Die Forderung nach einer Gleichstellung mit der Grenzwertpolitik beim Alkoholkonsum besteht

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