Jetzt mit einem Premiumeintrag mehr Mandate generieren & 1 Monat kostenlos testenPfeil rechtsPremiumeintrag jetzt kostenlos testenPfeil rechts

AG München: WEG muss Eigentümern Zugang zum Online-Portal gewähren

Das Amtsgericht München hat mit Urteil vom 26. Juni 2025 (Az. 1291 C 23031/24 WEG) entschieden, dass ein Wohnungseigentümer Anspruch auf Zugang zum Internetportal der WEG hat. Ein Anspruch auf Aushang eigener Anzeigen in den Glaskästen des Hauses besteht dagegen nicht.

WEG-Streit: Eigentümer kämpft um Portal-Zugang und Aushang

Ein Wohnungseigentümer aus München stritt mit seiner Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) über das Aushängen eigener Anzeigen im Eingangsbereich des Gebäudes sowie den Zugang zum Mitgliederbereich eines Internetportals.

Im Haus befinden sich zwei Infotafeln in Glaskästen, auf denen üblicherweise Mitteilungen der Hausverwaltung ausgehängt werden. Ein von einem Hausmeister einmal eigenmächtig angebrachter Aushang eines Beiratsmitglieds für einen TG-Stellplatz begründete keine Duldungspflicht. Ein Aushang des Klägers mit Klebestreifen wurde nach kurzer Zeit entfernt, während ein extern angebrachter Aushang einer Ärztin erst nach Monaten entfernt wurde.

Darüber hinaus betreibt die Hausverwaltung ein Internetportal, das allen Eigentümern über ein Passwort zugänglich ist. Nachdem der Kläger innerhalb von 30 Minuten 13 Nachrichten an die Verwaltung übermittelte, sperrte die Hausverwaltung sein Passwort und verweigerte den Zugang.

Daraufhin erhob der Eigentümer Klage gegen die WEG vor dem Amtsgericht München.

Kein Anspruch auf Infotafeln, aber Zugang zum WEG-Portal

Das Gericht entschied, dass ein Anspruch des Klägers auf Aushang seiner Anzeigen in den Glaskästen nicht besteht.

Die Infotafeln sind eine Einrichtung der Verwaltung und dienen den Mitteilungen der Hausverwaltung im Interesse der Bewohner. Ein einmaliger eigenmächtiger Aushang durch den Hausmeister begründet keine Duldungspflicht, und ein außen angebrachter Aushang Dritter rechtfertigt keine Genehmigungspflicht aus Gleichbehandlungsgründen.

Hinsichtlich des Internetportals sah das Gericht einen Anspruch auf Zugang aus § 18 Abs. 2 WEG.

Das Portal ist eine allgemeine Einrichtung zur Information und Kommunikation, die allen Eigentümern offensteht. Maßnahmen der Verwaltung müssen ordnungsgemäß sein und das Gleichbehandlungsgebot berücksichtigen. Vor einer Sperrung einzelner Eigentümer muss grundsätzlich eine Abmahnung erfolgen. Das einmalige Verschicken von 13 Nachrichten innerhalb kurzer Zeit rechtfertigt keine dauerhafte Sperre ohne vorherige Abmahnung.

Tipp: Eigentümer sollten wissen, dass Aushänge in Infokästen der WEG nicht automatisch erlaubt sind, während Online-Portale rechtlich zugänglich sein müssen. Bei Sperrungen oder eingeschränktem Zugang empfiehlt es sich, die Verwaltung zunächst auf die Rechte hinzuweisen und auf die Einhaltung der ordnungsgemäßen Verwaltungsprozesse zu pochen, bevor weitere rechtliche Schritte geprüft werden.

Symbolgrafik:© vegefox - stock.adobe.com

Diesen Artikel bewerten:
Diesen Artikel teilen: Linkedin Xing X
Whatsapp
Facebook
Fragen? Jetzt Fachanwalt.de-KI kostenlos fragen

Ihr Chatverlauf

Schildern Sie Ihr Problem ausführlich und erhalten innerhalb von Sekunden eine kostenlose KI-Ersteinschätzung:

Mit Nutzung unseres KI-Features akzeptieren Sie unsere Nutzungsbedingungen.

SofortantwortSofortantwort 24/7
NachfragemöglichkeitNachfragemöglichkeit
Kostenlos!Kostenlos!
Antwort erhalten Pfeil nach rechts
Weitere Artikel der Redaktion zum Thema
Veränderungen am Fenster in Mietwohnungen: Was erlaubt ist und wo rechtliche Grenzen liegen
SternSternSternSternStern
(2 Bewertungen)16.03.2026Redaktion fachanwalt.deMietrecht und Wohnungseigentumsrecht
Veränderungen am Fenster in Mietwohnungen: Was erlaubt ist und wo rechtliche Grenzen liegen

Fenster gehören zu den wichtigen Bestandteilen einer Wohnung. Sie sorgen für Licht, Lüftung und beeinflussen auch das Raumklima. Viele Mieter möchten ihre Fenster anpassen, etwa durch zusätzlichen Sichtschutz, technische Ergänzungen oder Schutzvorrichtungen gegen Insekten. Auch im Zuge einer Modernisierung der Wohnung stellt sich für viele Mieter die Frage, welche Veränderungen an Fenstern erlaubt sind und wo rechtliche Grenzen bestehen. Dabei stellt sich häufig die Frage, welche Veränderungen rechtlich zulässig sind und wann eine Zustimmung des Vermieters erforderlich wird. Grundsatz im Mietrecht: Veränderungen nur im erlaubten Rahmen Im Mietrecht gilt ein klarer Grundsatz. Mieter dürfen ihre Wohnung grundsätzlich so nutzen, wie es dem üblichen Gebrauch entspricht. Größere bauliche Veränderungen sind...

weiter lesen weiter lesen

Mietrecht bei WEG: Wenn die Hausverwaltung zum Streitfall wird
SternSternSternSternStern
(2 Bewertungen)25.02.2026Redaktion fachanwalt.deMietrecht und Wohnungseigentumsrecht
Mietrecht bei WEG: Wenn die Hausverwaltung zum Streitfall wird

Konflikte im Mietrecht WEG entstehen häufig, wenn Mieter einer Eigentumswohnung mit Entscheidungen der Hausverwaltung konfrontiert werden, auf die sie keinen direkten Einfluss haben. Die rechtliche Konstellation ist komplex: Der Mieter hat einen Vertrag mit dem Wohnungseigentümer, während die Hausverwaltung das Gemeinschaftseigentum verwaltet und Beschlüsse der Eigentümergemeinschaft umsetzt. Diese Dreieckskonstellation führt regelmäßig zu Streitigkeiten über Nebenkostenabrechnungen, Hausordnungen oder bauliche Maßnahmen. Mieter fühlen sich oft machtlos, wenn die WEG-Verwaltung Regelungen durchsetzt, die ihren Wohnalltag beeinträchtigen. TL;DR – Das Wichtigste in Kürze Dabei gibt es durchaus rechtliche Möglichkeiten, sich gegen unangemessene Maßnahmen zu wehren. Das Mietrecht und...

weiter lesen weiter lesen

AG Hannover: Rassistische Beleidigung führt zu Kündigung
SternSternSternSternStern
(2 Bewertungen)01.10.2025Redaktion fachanwalt.deMietrecht und Wohnungseigentumsrecht
AG Hannover: Rassistische Beleidigung führt zu Kündigung

Das Amtsgericht Hannover (Az.: 465 C 781/25 ) hat mit Urteil vom 10.09.2025 entschieden, dass eine Wohnung nach einer schwerwiegenden rassistischen Beleidigung des Vermieters fristlos gekündigt und geräumt werden darf. Vermieter kündigt Mieterin fristlos und erhebt Räumungsklage Der Eigentümer eines Mehrfamilienhauses in Hannover-Badenstedt hatte seiner Mieterin nach einem Vorfall im Dezember 2024 das Mietverhältnis fristlos beendet. Er erklärte, dass die Frau ihn während einer Begegnung vor Ort massiv rassistisch beschimpft habe. Laut seiner Darstellung äußerte sie dabei Formulierungen wie „Ihr Kanacken!“, „Bald kommt die AfD, euer Leben endet wie bei den Juden!“ sowie „Scheiß Ausländer!“. Die Beklagte bestritt das Geschehen und gab an, zum angeblichen Zeitpunkt nicht anwesend...

weiter lesen weiter lesen

AG Hanau: Änderung des Betriebskostenschlüssels unzulässig
SternSternSternSternStern
(1 Bewertung)12.09.2025Redaktion fachanwalt.deMietrecht und Wohnungseigentumsrecht
AG Hanau: Änderung des Betriebskostenschlüssels unzulässig

Das Amtsgericht Hanau (Az. 32 C 16/25 ) entschied, dass Vermieter den im Mietvertrag festgelegten Betriebskostenschlüssel nur bei Vorliegen gewichtiger Gründe ändern dürfen. Streit um geänderte Betriebskostenabrechnungen Die Vermieterin verlangte von ihrem Mieter ausstehende Mietzahlungen sowie Nachforderungen aus mehreren Betriebskostenabrechnungen. Der Mieter verweigerte die Zahlung mit der Begründung, dass in den Abrechnungen ohne seine Zustimmung neue Verteilungsschlüssel angewandt worden seien, die seine Kostenanteile erhöht hätten. Nach seiner Berechnung hätten sich bei Anwendung des ursprünglichen Personenschlüssels teilweise Guthaben ergeben, die er zusammen mit angefallenen Rechtsanwaltskosten für die Überprüfung der Abrechnungen mit den geforderten Miet- und Nebenkostenzahlungen...

weiter lesen weiter lesen

Rechtsanwalt gesucht?
Sie haben Fragen?