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Auf Holzstämme klettern nur auf eigene Gefahr

Zuletzt bearbeitet am: 23.09.2022

 Zweibrücken (jur). Wer an einem Waldweg auf gestapelte Holzstämme klettert, tut dies auf eigene Gefahr. Das hat das Pfälzisches Oberlandesgericht (OLG) Zweibrücken in einem am Donnerstag, 22. September 2022, bekanntgegebenen Urteil klargestellt (Az.: 1 U 258/21). 

Der Kläger war mit seinem Hund im Wald der pfälzischen Gemeinde Hinterweidenthal spazieren gegangen. Dort kletterte der Hund auf einen sogenannten Holzpolter aus übereinandergestapelten Holzstämmen. Weil sich die Leine zwischen den Stämmen verfing, kam der Hund nicht wieder herunter. Um seinen Vierbeiner zu befreien, kletterte auch der Hundebesitzer auf das Holz. Dabei kam ein Stamm ins Rollen. Der Kläger wurde eingeklemmt und verletzte sich. 

Von der Gemeinde forderte der Hundebesitzer ein Schmerzensgeld. Wie schon das Landgericht Zweibrücken wies mit Beschlüssen vom 29. August und 8. September 2022 nun auch das OLG die Klage ab. 

Die Gemeinde, die den Wald auch selbst bewirtschaftet, müsse die Holzpolter nur gegen „natürliche Einwirkungen“ sichern. Durch Wind und Wetter dürfen die Stämme nicht verrutschen oder ins Rollen geraten, forderte das OLG. „Gefahren, die bei einem Besteigen des Polters durch Menschen entstehen, musste (die Gemeinde) hingegen nicht begegnen.“ 

Denn Eigentümer und Bewirtschafter eines Waldes dürften darauf vertrauen, dass sich ein Waldbenutzer „umsichtig und vorsichtig verhält“ und „gerade offenkundige Risiken, wie sie sich aus dem Besteigen des Holzstapels ergeben, meidet“. Besondere Sicherungsmaßnahmen seien daher nur bei Holzpoltern in der Nähe etwa von Spiel- oder Grillplätzen geboten, weil insbesondere von Kindern eine entsprechende Vorsicht nicht erwartet werden könne. 

Quelle: © www.juragentur.de - Rechtsnews für Ihre Anwaltshomepage

Symbolgrafik:© eyetronic - stock.adobe.com

Autor: Rechtsanwalt Sebastian Einbock

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