BGH bestätigt Urteil des LG Detmold zu Totschlag (BGH Beschluss vom 28.08.2024, Az. 4 StR 280/24). Der Bundesgerichtshof hat die Revision zweier Jugendlicher gegen das Urteil des Landgerichts Detmold vom 23.02.2024 (Az. 23 KLs-31 Js 1072/23-1/24) abgelehnt. Beide wurden wegen gemeinschaftlichen Totschlags verurteilt.
Sachverhalt
Im Oktober 2023 entschieden sich die beiden alkoholisierten Angeklagten im Alter von 14 und 15 Jahren, gemeinsam mit einem weiteren 15-jährigen Mitangeklagten, der das Urteil nicht anfocht, einen 47-jährigen Mann körperlich anzugreifen. Sie fühlten sich von ihm gestört und planten, den Angriff mit einem Handy zu filmen und die Aufnahmen später in sozialen Netzwerken zu verbreiten.
Nach einem Faustschlag ins Gesicht des Opfers entwickelte sich ein Handgemenge, bei dem sich der 47-Jährige erfolgreich zur Wehr setzte. Der filmende Mitangeklagte entschloss sich daraufhin, sein Messer einzusetzen und stach viermal in den Oberkörper des Mannes. Dabei war ihm bewusst, dass die Stiche tödlich enden könnten, was er in Kauf nahm. Die beiden anderen Angeklagten setzten ihren Angriff verbal und körperlich fort. Der 47-Jährige erlag den schweren Stichverletzungen und verblutete.
Entscheidungsbegründung
Der 4. Strafsenat des Bundesgerichtshofs überprüfte die Urteile auf Rechtsfehler und bestätigte die Entscheidung des Landgerichts Detmold. Die Revisionen der Angeklagten wurden als unbegründet verworfen. Das Gericht stellte fest, dass die rechtliche Würdigung des Landgerichts korrekt war und die Angeklagten zu Recht wegen gemeinschaftlichen Totschlags zu mehrjährigen Jugendstrafen verurteilt wurden.
Es wurden weder Verfahrensfehler noch Rechtsanwendungsfehler festgestellt, die zu einer abweichenden Entscheidung hätten führen können. Somit ist das Urteil nun rechtskräftig.
Tipp: Wer sich in einer ähnlichen Situation befindet, sollte die Chancen einer Berufung sorgfältig abwägen. In Fällen schwerer Gewaltverbrechen, insbesondere wenn das bewusste Inkaufnehmen tödlicher Folgen nachweisbar ist, werden Revisionen nur bei konkreten Rechtsfehlern Erfolg haben. Deshalb ist es entscheidend, alle Verfahrensschritte und Beweise genau zu prüfen, bevor ein weiteres Rechtsmittel eingelegt wird.
Symbolbild: © Elnur - stock.adobe.com








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