Jetzt mit einem Premiumeintrag mehr Mandate generieren & 1 Monat kostenlos testenPfeil rechtsPremiumeintrag jetzt kostenlos testenPfeil rechts

Rechte von Verbrauchern bei fehlerhafter Beratung

SternSternSternSternStern
(3 Bewertungen)18.06.2026 Bankrecht und Kapitalmarktrecht

Schlüsselfaktoren einer fehlerhaften Beratung
Eine fehlerhafte Beratung kann auf verschiedenen Ebene stattfinden. Zunächst ist die Informationsvermittlung durch die Bank entscheidend. Es ist Pflicht des Beraters, alle relevanten Informationen über das Produkt zu erläutern, einschließlich Risiken, Gebühren und potenzieller Erträge. Fehlende oder falsche Informationen führen häufig zu einer fehlerhaften Entscheidungsgrundlage durch den Verbraucher.

Des Weiteren ist die persönliche Eignung des Beratungsangebots entscheidend. Jeder Verbraucher hat individuelle Bedürfnisse, Risikobereitschaften und finanzielle Hintergründe. Wenn ein Berater diese Faktoren nicht adäquat berücksichtigt und Empfehlungen abgibt, die nicht zur finanziellen Situation des Verbrauchers passen, liegt ein klarer Beratungsfehler vor.

Ein weiterer Aspekt ist die unzureichende Aufklärung über die Risiken. In vielen Fällen werden die Chancen eines Investments überbetont, während mögliche Verluste oder Risiken nicht ausreichend kommuniziert werden. Ein ausgewogenes Risiko-Rendite-Profil muss im Beratungsgespräch dargestellt werden, damit der Verbraucher eine wohlüberlegte Entscheidung treffen kann.

Rechte der Verbraucher bei fehlerhaften Beratungen
Verbraucher haben im Falle einer fehlerhaften Beratung diverse Rechte, die sie in Anspruch nehmen können. Zunächst ist das Recht auf Schadensersatz hervorzuheben. Ein fehlerhaft beratener Verbraucher kann darauf bestehen, dass der beraterpflichtige Betrag, den er durch die fehlerhafte Entscheidung verloren hat, erstattet wird. Voraussetzung dafür ist, dass der Verbraucher nachweisen kann, dass der entstandene Schaden direkt auf die fehlerhafte Beratung zurückzuführen ist.

Zusätzlich können Verbraucher von ihrem Widerrufsrecht Gebrauch machen. Insbesondere bei der Vertragsunterzeichnung haben viele Verbraucher die Möglichkeit, binnen einer Frist von 14 Tagen den Vertrag ohne Angabe von Gründen zu widerrufen, sofern der Vertrag außerhalb von Geschäftsräumen geschlossen wurde oder die Verbraucherschutzvorschriften nicht eingehalten wurden.

Ein weiteres Recht ist die Möglichkeit, eine Beschwerde bei der entsprechenden Aufsichtsbehörde einzureichen. In Deutschland ist die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zuständig, die im Falle von Verstöße gegen die gesetzlichen Vorschriften einschreiten kann. Verbraucher können auch durch Schlichtungsstellen Unterstützung suchen, um Konflikte mit der Finanzinstitution gütlich zu lösen.

Rechtsfolgen und Schadensersatzansprüche
Sollte die fehlerhafte Beratung zu einem Verlust geführt haben, ergeben sich für den Verbraucher verschiedene Möglichkeiten, Schadensersatz zu beantragen. 

Ein typisches Beispiel ist der so genannte fiktive Schadensersatz, bei dem dem Verbraucher der Betrag zusteht, den er bei richtiger Beratung erhalten hätte. Dieser Schadensersatz kann ggf. auch künftige Gewinne oder entgangene Zinsen einschließen.

Bei einer fehlerhaften Beratung kann auch der Anspruch auf Ersatz von Folgeschäden relevant sein. Wenn die falsche Beratung zu einer nicht mehr tragbaren finanziellen Situation führt, können die Folgekosten, wie etwa Kreditzinsen auf einem fehlerhaften Produkt, ebenfalls einberechnet werden. Verbraucher sollten hierbei darauf achten, dass sie alle notwendigen Beweise sammeln, um ihre Ansprüche zu untermauern.

 

Diesen Artikel bewerten:
Diesen Artikel teilen: Linkedin Xing X
Whatsapp
Facebook
Vereinbaren Sie hier eine Rechtsberatung zum Artikel-Thema

Kontaktieren Sie hier Fachanwalt Guido Busko

*Pflichtfelder
Weitere Artikel des Autors
Verbraucherkredite & Buy Now Pay Later 2026: Das ändert sich für Ratenkäufe
24.07.2026Guido BuskoBankrecht und Kapitalmarktrecht
Herr  Guido Busko

Buy Now Pay Later ab 20.11.2026: Strengere Regeln für flexible Ratenkäufe Buy Now Pay Later (BNPL) bedeutet im Kern, dass Sie beim Kauf – meist online oder an der Kasse – die Ware sofort erhalten, den Preis aber erst später oder in mehreren Raten zahlen. Nach der neuen Rechtslage werden solche Modelle häufig als Verbraucherkreditvertrag zu behandeln sein, insbesondere wenn ein dritter Zahlungsdienstleister die Forderung übernimmt oder der Händler die Zahlung strukturiert stunden lässt. In diesen Fällen treffen den Anbieter umfassende Informationspflichten: Sie müssen vor Vertragsabschluss klar über Laufzeit, Gesamtbetrag, Zinsen, Gebühren, Verzugsfolgen, Widerrufsrecht und etwaige Koppelgeschäfte aufgeklärt werden. BNPL-Verträge werden...

weiter lesen weiter lesen

Beratungspflichten von Banken
11.05.2026Guido BuskoBankrecht und Kapitalmarktrecht
Herr  Guido Busko

Beratungspflichten im Überblick Die Beratungspflichten der Banken leiten sich aus verschiedenen gesetzlichen Bestimmungen ab. Insbesondere das Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) und das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) stellen klare Anforderungen an die Informations- und Beratungspflichten von Banken. Zu diesen Pflichten gehört, dass Banken ihre Kunden umfassend über die finanziellen Produkte informieren müssen, die sie anbieten. Darüber hinaus sind sie verpflichtet, die persönlichen Umstände des Kunden, wie dessen Erfahrungen, Kenntnisse und finanzielle Verhältnisse, zu berücksichtigen. Die Beratungspflichten sind in zwei Hauptbereiche unterteilt: die Aufklärungspflicht und die Empfehlungspflicht . Banken müssen ihre Kunden über alle wesentlichen Aspekte eines...

weiter lesen weiter lesen

Weitere Artikel der Redaktion zum Thema
Online-Casino aus dem Ausland: Wann Spieler Verluste zurückfordern können
20.07.2026Redaktion fachanwalt.deBankrecht und Kapitalmarktrecht
Online-Casino aus dem Ausland: Wann Spieler Verluste zurückfordern können

Wer bei einem Online-Casino ohne deutsche Lizenz Geld verloren hat, geht oft davon aus: Dann muss der Anbieter die Einsätze zurückzahlen. Ganz so einfach kann es aber werden, wenn unklar ist, von welchem Ort aus gespielt wurde. Genau diese Frage ist für viele Spieler wichtig, die zwischen 2014 und 2021 bei ausländischen Glücksspielanbietern Verluste gemacht haben. Der Bundesgerichtshof verhandelt dazu am 17. September 2026 einen Fall, in dem es um mehr als 32.000 Euro geht. Im Mittelpunkt steht ein praktisches Problem: Muss der Spieler beweisen, dass er jedes einzelne Spiel von einem Ort aus gestartet hat, an dem das Online-Glücksspiel verboten war? Oder reicht es aus, dass der Anbieter in Deutschland keine Lizenz hatte und der Spieler in Bayern wohnte? Das Wichtigste in Kürze Noch keine Entscheidung: Der...

weiter lesen weiter lesen

Auto beleihen: Welche Rechte und Pflichten Verbraucher kennen sollten
SternSternSternSternStern
(4 Bewertungen)30.06.2026Redaktion fachanwalt.deBankrecht und Kapitalmarktrecht
Auto beleihen: Welche Rechte und Pflichten Verbraucher kennen sollten

Das eigene Auto ist für viele Verbraucher ein wichtiger Bestandteil des Alltags. Es bringt sie zur Arbeit, zum Arzt, zur Familie oder zum Einkauf. Gleichzeitig steckt in vielen Fahrzeugen ein erheblicher Wert. Ist kurzfristig Geld erforderlich, liegt daher der Gedanke schnell nahe, das Fahrzeug zu beleihen. Doch genau hier beginnt die rechtliche Feinheit. „Auto beleihen" klingt zunächst eindeutig, wird in der Praxis aber für sehr unterschiedliche Modelle verwendet. Gemeint sein kann ein klassischer Pfandkredit, ein Verkauf des Autos oder ein Sale-and-Rent-Back-Modell. Für Verbraucher ist dieser Unterschied entscheidend, denn je nach Vertragsform ändern sich Eigentum, Nutzung, Kosten, Risiken und Pflichten erheblich. Was bedeutet „Auto beleihen" rechtlich?...

weiter lesen weiter lesen
Phishing-Schaden: Bank muss zuerst zahlen – Streiten kommt danach
SternSternSternSternStern
(4 Bewertungen)31.03.2026Redaktion fachanwalt.deBankrecht und Kapitalmarktrecht
Phishing-Schaden: Bank muss zuerst zahlen – Streiten kommt danach

Der Europäische Gerichtshof könnte die Position von Bankkunden bei Zahlungsbetrug grundlegend stärken. Der EU-Generalanwalt hat in seinen Schlussanträgen vom 5. März 2026 ( Rs. C-70/25 ) erkannt, dass Banken die Erstattung nicht autorisierter Zahlungsvorgänge nicht unter Berufung auf grobe Fahrlässigkeit des Kunden verweigern dürfen. Das sogenannte „Erst erstatten, dann streiten"-Modell soll künftig für klare Verhältnisse zwischen Kunden und Zahlungsdienstleistern sorgen. Phishing-Schaden: Was die EU-Zahlungsdiensterichtlinie vorschreibt Die europäische Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 (EU) 2015/2366 verpflichtet Banken nach Art. 73 dazu, bei nicht autorisierten Zahlungsvorgängen den Betrag unverzüglich zurückzubuchen. Eine pauschale Ausnahme wegen angeblicher grober Fahrlässigkeit sieht die Richtlinie...

weiter lesen weiter lesen

Fehlerhafte Aufklärung über Kündigungsfristen: Ein Sieg für Anleger bei falscher Kapitalanlageberatung
05.03.2026Redaktion fachanwalt.deBankrecht und Kapitalmarktrecht
Fehlerhafte Aufklärung über Kündigungsfristen: Ein Sieg für Anleger bei falscher Kapitalanlageberatung

Das Landgericht Münster hat in seiner Entscheidung vom 15. Januar 2026 ( Az. 114 O 7/25 ) erkannt, dass Anleger bei einer fehlerhaften Aufklärung über Kündigungsfristen umfassenden Schadensersatz verlangen können. Eine falsche Kapitalanlageberatung liegt demnach bereits dann vor, wenn wesentliche Liquiditätshürden im Gespräch verschwiegen werden. Das Urteil stärkt die Position von Investierenden massiv, da diese mündlichen Aussagen des Beratungspersonals grundsätzlich vertrauen dürfen. Das Urteil des LG Münster zur Aufklärung über Kündigungsfristen Ein Anleger kaufte Ende 2019 Fondsanteile für 15.000 Euro, wurde aber von der Bank nicht über die zwölfmonatige Rückgabefrist informiert. Als er später sein Geld brauchte, war es gesperrt . Nach ständiger BGH-Rechtsprechung ersetzt die alleinige...

weiter lesen weiter lesen

Icon Über den Autor

Guido Busko Premium
5,0 SternSternSternSternStern (13) Info Icon
Guido Busko
Rechtsanwalt Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht
Adresse Icon
Steinerne Furt 78
86167 Augsburg



Zum ProfilPfeil Icon Nachricht
Veröffentlicht von:
SternSternSternSternStern (13 Bewertungen)