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Reform des BAföG: Mehr Unterstützung für bedürftige Schüler und Studierende

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(2 Bewertungen)27.01.2026 Sozialrecht

Der Bundestag hat eine Reform des BAföG beschlossen, die ab dem neuen Schuljahr und dem kommenden Wintersemester in Kraft tritt und mehr finanzielle Unterstützung für bedürftige Schüler und Studierende vorsieht. Die Anpassungen umfassen höhere Bedarfssätze, erhöhte Wohnkostenzuschüsse und eine neue Studienstarthilfe. Ziel ist es, den Zugang zu Bildung zu erleichtern und die finanzielle Belastung zu mindern.

Inkrafttreten der Reform des BAföG

Die Änderungen am Bundesausbildungsförderungsgesetz wurden am 24. Juli 2024 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht und traten am 25. Juli 2024 in Kraft. Die Modifikationen des Dritten Buchs Sozialgesetzbuch wurden hingegen am 1. August 2024 wirksam.

Die wichtigsten Änderungen auf einen Blick

  1. Erhöhung der BAföG-Sätze: Die Bedarfssätze steigen um 5 %. Für die Betroffenen bedeutet dies eine Anhebung der monatlichen Förderung.
  2. Der Wohnkostenzuschuss im Rahmen des BAföG dient dazu, die Mietkosten von Studierenden zu unterstützen. Dieser Pauschalbetrag beträgt aktuell 380 Euro pro Monat. Anspruchsberechtigt sind in der Regel Studierende, die nicht bei ihren Eltern wohnen. Der Zuschuss wird als Teil der Gesamtförderung im BAföG automatisch gewährt und muss nicht separat beantragt werden. Der Wohnkostenzuschuss besteht, wie das gesamte BAföG, zur Hälfte aus einem zinslosen Darlehen und zur anderen Hälfte aus einem Zuschuss. Ziel ist es, sicherzustellen, dass die Wohnkosten keine übermäßige finanzielle Belastung für Studierende darstellen. 
  3. Elternfreibeträge werden um 5,25 Prozent erhöht, wodurch mehr junge Menschen Anspruch auf Ausbildungsförderung erhalten. Die Höhe des BAföG richtet sich nach der individuellen Situation der Studierenden, wobei der Höchstsatz nun auf 992 Euro ansteigt. Der maximale Darlehensanteil, der später zurückgezahlt werden muss, bleibt bei 10.010 Euro begrenzt.
  4. Neue Studienstarthilfe: Schüler unter 25 Jahren aus einkommensschwachen Familien, die Bürgergeld oder andere staatliche Leistungen beziehen, erhalten eine einmalige Starthilfe von 1.000 Euro. Diese muss nicht zurückgezahlt werden und soll beispielsweise für die Anschaffung eines Laptops oder Lernmaterialien verwendet werden können.
  5. Vereinfachte Antragstellung: Der Antragsprozess soll vereinfacht werden, unter anderem durch die Möglichkeit, Anträge online über das Portal "BAföG Digital" zu stellen.

Vergabe und Bedingungen der Studienstarthilfe

Die neue Studienstarthilfe von 1.000 Euro richtet sich an Studienanfänger unter 25 Jahren aus besonders finanzschwachen Familien, die Sozialleistungen wie Bürgergeld, Kinderzuschlag oder Wohngeld beziehen. Um die Unterstützung zu erhalten, müssen die Berechtigten nachweisen, dass sie erstmals ein Studium aufnehmen und im Monat vor Studienbeginn Sozialleistungen bezogen haben. Außerdem ist eine Immatrikulationsbescheinigung erforderlich. 

Tipp: Der Antrag für die Studienstarthilfe kann elektronisch über das Portal "BAföG Digital" gestellt werden. Wichtig ist, dass der Antrag bis zum Ende des Monats nach Ausbildungsbeginn eingereicht wird. Ein elektronisches Ausweisdokument ist für die Antragstellung nicht notwendig; ein einfaches Nutzerkonto mit E-Mail-Adresse genügt.

Einmaliger Zuschuss nach der BAföG-Reform

Die Studienstarthilfe wird als einmaliger Zuschuss gezahlt und muss nicht zurückgezahlt werden. Sie wird weder als Einkommen bei anderen Sozialleistungen noch beim BAföG angerechnet. Auch für ein Auslandsstudium kann diese Unterstützung beantragt werden. 

Die Hilfe soll jungen Menschen den Übergang an eine Hochschule erleichtern, insbesondere indem sie finanzielle Mittel für den Kauf von Lehrmaterialien oder einen Laptop bereitstellt. Ziel dieser Maßnahme ist es, die finanziellen Hürden beim Studienstart abzubauen und eine den Neigungen und Eignungen entsprechende Ausbildung zu ermöglichen. 

Fazit

Diese Änderungen des BAföG zielen darauf ab, mehr Schülern den Zugang zu Bildung zu ermöglichen und die finanzielle Belastung für bedürftige Familien zu reduzieren. Allerdings gibt es auch Kritik, dass die Erhöhungen angesichts der gestiegenen Lebenshaltungskosten nicht ausreichend seien.

Foto: © Skywalk 154 - stock.adobe.com

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