Medizinrecht

Rückruf von Kupferspiralen – Aussichten auf Schmerzensgeld bei fehlerhafter Kupferspirale des Herstellers Eurogine

10.04.2024
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Zuletzt bearbeitet am: 10.04.2024

Ein Überblick über den Rückruf der Eurogine Kupferspiralen

Die Situation rund um den Rückruf der Kupferspiralen des Herstellers Eurogine offenbart signifikante Mängel in der Kommunikationskette, die schwerwiegende Folgen für die betroffenen Patientinnen nach sich ziehen. Obwohl Eurogine bereits im Februar 2018 mit dem Rückruf der „ANCORA“-Spiralen begann und diesen Rückruf auf „NOVAPLUS®“ und „GOLD T®“ ausweitete, blieben viele Gynäkologen uninformiert, was zur weiteren Verwendung der potenziell gefährlichen Spiralen führte. 

Erst Ende 2019 gab das Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) eine offizielle Warnung heraus, die schließlich zum Verkaufsstopp der betroffenen Produkte in Deutschland führte. Diese verzögerte Reaktion und die Tatsache, dass viele Gynäkologen und Patientinnen lange Zeit im Unklaren gelassen wurden, verstärkten das Risiko gesundheitlicher Komplikationen. Die Mängel des Produkts, insbesondere spröde Seitenarme, die zum Bruch neigen, können schwerwiegende gesundheitliche Folgen für die betroffenen Frauen haben. 

Ein zentrales Problem ist, dass betroffene Patientinnen nicht direkt über den Rückruf informiert wurden. In Deutschland existiert kein System zur systematischen Erfassung der Kontaktdaten von Patientinnen, die solche Medizinprodukte erhalten haben, was eine direkte Benachrichtigung unmöglich machte. Dies führt dazu, dass viele Frauen unwissentlich weiterhin Spiralen tragen, die bereits vom Hersteller zurückgerufen wurden.

Die Folgen sind gravierend: Mängel des Produktes sind insbesondere sprödes Material, was dazu führen kann, dass die Ärmchen der Kupferspirale abbrechen können. Neben dem erhöhten Risiko spontaner Ausstoßungen, Schmerzen und unerwarteter Blutungen, müssen einige Spiralen, bzw. Ärmchen unter Vollnarkose entfernt werden, was zusätzliche gesundheitliche Risiken birgt. Teilweise sind die abgebrochenen Ärmchen selbst bei einer OP unter Vollnarkose nicht mehr auffindbar und verbleiben im Körper der Patientinnen. Darüber hinaus besteht die Gefahr ungewollter Schwangerschaften, da die Spirale ihre verhütende Wirkung verlieren kann.

In diesem komplexen Kontext bietet die Kanzlei Ciper & Coll. ihre Expertise an, um Betroffenen rechtliche Unterstützung zu leisten. Ciper & Coll. ist darauf spezialisiert, die Rechte von Patientinnen in Situationen zu verteidigen, in denen medizinische Produkte zu gesundheitlichen Schäden geführt haben (s. Allergan). Durch ihre umfassende Erfahrung in medizinrechtlichen Fragen sind sie ein starker Partner für die Durchsetzung von Ansprüchen und Schadensersatzforderungen.

 

Recht auf Schmerzensgeld: Ansprüche gegen den Hersteller Eurogine

Angesichts der ernsthaften gesundheitlichen Folgen, die durch die fehlerhaften Kupferspiralen von Eurogine entstanden sind, stehen den betroffenen Patientinnen rechtliche Mittel zur Verfügung. Gemäß dem Produkthaftungsgesetz sind Hersteller für Schäden verantwortlich, die durch ihre fehlerhaften Produkte verursacht werden. Dies schließt auch Schmerzensgeldansprüche ein, die darauf abzielen, das Leid und die gesundheitlichen Konsequenzen für die Patientinnen zu kompensieren.

Die rechtliche Situation verdeutlicht, dass Patientinnen, die nachweislich durch den Einsatz der Eurogine Kupferspiralen Schaden erlitten haben, Anspruch auf Entschädigung haben. Diese Entschädigung kann sich auf verschiedene Bereiche erstrecken, einschließlich der Kosten für medizinische Behandlungen, die zur Behebung der durch die Spiralen verursachten Probleme notwendig waren, sowie auf Schmerzensgeld für physische und psychische Leiden.

Eine Klage kann in Deutschland am Ort des Einsatzes der Spirale eingereicht werden. Dabei spielt es keine Rolle, dass der Hersteller seinen Sitz in Spanien hat, denn europäisches Recht sichert Betroffenen ihre Rechte unabhängig vom Sitz des Herstellers zu.

Für Patientinnen, die von dieser Problematik betroffen sind, ist es wichtig, fachkundige rechtliche Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Ciper & Coll. Ist eine Kanzlei mit umfassender Erfahrung in medizinrechtlichen Fällen und steht bereit, Betroffenen bei der Durchsetzung ihrer Ansprüche gegen Eurogine zu unterstützen.

Patientinnen wird geraten, alle relevanten medizinischen Unterlagen zu sammeln und sich so schnell wie möglich mit einem spezialisierten Anwalt in Verbindung zu setzen, um ihre Situation zu bewerten und die nächsten Schritte zu planen. Das Ziel ist es, sicherzustellen, dass alle betroffenen Patientinnen die Entschädigung erhalten, die sie verdienen, und dass Hersteller wie Eurogine zur Verantwortung gezogen werden, um zukünftige Vorfälle zu verhindern.

 

Betroffen vom Rückruf der Kupferspiralen? Nächste Schritte zur Sicherheit

Wenn Sie vermuten, dass Sie eine der vom Rückruf betroffenen Eurogine Kupferspiralen tragen, ist es entscheidend, umgehend zu handeln, um Ihre Gesundheit zu schützen und Ihre rechtlichen Optionen zu bewahren. Hier sind konkrete Schritte, die Sie unternehmen sollten:

1. Konsultation mit Ihrem Gynäkologen: Der erste Schritt ist ein Gespräch mit Ihrem Gynäkologen. Informieren Sie sich über die spezifischen Symptome und Anzeichen, die auf Probleme mit der Spirale hinweisen könnten, wie z.B. unerwartete Blutungen oder Schmerzen. Ihr Arzt kann eine Untersuchung durchführen, um den Zustand der Spirale zu überprüfen und zu entscheiden, ob eine Entfernung notwendig ist. Sollten Sie sich nicht ausreichend informiert und betreut fühlen holen Sie sich unbedingt eine zweite Meinung ein. 

2. Informationsbeschaffung über die betroffene Spirale: Versuchen Sie, alle verfügbaren Informationen über das Modell und die Charge Ihrer Spirale zu sammeln. Diese Informationen können auf der Patientenkarte stehen, die Sie u.U. beim Einsetzen der Spirale erhalten haben, oder lassen Sie sich diese von Ihrem Arzt bereitstellen.

3. Dokumentation aller medizinischen Vorgänge: Halten Sie alle medizinischen Berichte, Behandlungsbelege und Korrespondenzen mit Gesundheitsdienstleistern sorgfältig zusammen. Diese Dokumente sind entscheidend, wenn Sie entschädigungsrechtliche Ansprüche geltend machen möchten.

4. Rechtliche Beratung einholen: Kontaktieren Sie eine spezialisierte Anwaltskanzlei wie Ciper & Coll., die Erfahrung im Umgang mit medizinrechtlichen Fällen hat.

5. Überwachung Ihres Gesundheitszustands: Sollte Ihnen die Spirale nicht entnommen werden, bleiben Sie dennoch wachsam hinsichtlich Ihres Gesundheitszustands. Einige Symptome oder Probleme können erst nach einer gewissen Zeit auftreten.

Die Situation rund um den Rückruf der Eurogine Kupferspiralen hat viele Patientinnen verunsichert und betroffen gemacht. Durch proaktives Handeln und die Inanspruchnahme der Unterstützung durch erfahrene Medizinrechtsexperten können Betroffene jedoch ihre Gesundheit schützen und ihre Rechte effektiv durchsetzen.

 

Bisherige Urteile zu den Eurogine Kupferspiralen und Ihre Bedeutung

Die rechtliche Auseinandersetzung mit den Folgen fehlerhafter Eurogine Kupferspiralen hat bereits zu einem ersten wichtigen Urteil geführt, welches zukünftige Fälle maßgeblich beeinflussen wird. Das Oberlandesgericht Köln hat einer Klägerin ein Schmerzensgeld in Höhe von 7.500 Euro zugesprochen. Dieser Fall betraf eine gebrochene Kupferspirale, die gesundheitliche Probleme verursachte und schließlich entfernt werden musste.

Solche Urteile sind wegweisend, da sie nicht nur die Schmerzensgeldansprüche der Betroffenen bestätigen, sondern auch die Verantwortung der Hersteller für die Sicherheit ihrer Produkte unterstreichen. Sie dienen als Präzedenzfälle und können als Referenz für ähnliche Klagen herangezogen werden, indem sie zeigen, dass Gerichte bereit sind, die Rechte der Patientinnen zu schützen und Hersteller zur Rechenschaft zu ziehen.

Für Patientinnen, die ähnliche Erfahrungen mit Eurogine Kupferspiralen gemacht haben, bieten diese Urteile eine Grundlage für die Hoffnung, dass auch ihre Ansprüche erfolgreich durchgesetzt werden können. Es ist wichtig zu verstehen, dass jedes juristische Verfahren individuell ist und der Erfolg von der Qualität der vorgelegten Beweise und der juristischen Argumentation abhängt.

Die Rolle von spezialisierten Anwaltskanzleien wie Ciper & Coll. ist in diesem Prozess von hohem Wert. Ihre Expertise im Medizinrecht und ihre Erfahrung mit ähnlichen Fällen ermöglichen es ihnen, Betroffene effektiv zu beraten und zu vertreten. 

Betroffene sollten sich durch diese Entwicklungen ermutigt fühlen, rechtliche Schritte in Erwägung zu ziehen und sich professionelle Unterstützung zu suchen. Die bisherigen Urteile sind ein positives Zeichen dafür, dass das Rechtssystem die Belange der Patientinnen ernst nimmt und bereit ist, für ihre Rechte einzutreten.

 

Fristen und rechtzeitiges Handeln

Die Geltendmachung von Ansprüchen im Zusammenhang mit fehlerhaften Medizinprodukten wie den Eurogine Kupferspiralen unterliegt bestimmten Fristen, die Betroffene unbedingt beachten sollten. Die Verjährungsfristen für Produkthaftungsansprüche können je nach nationalem Recht variieren, aber in vielen Fällen beginnen sie mit dem Zeitpunkt, zu dem die betroffene Person von den Schäden und der Identität des Herstellers Kenntnis erlangt hat.

Es ist entscheidend, dass Betroffene so schnell wie möglich handeln, sobald sie von dem Rückruf erfahren oder gesundheitliche Probleme feststellen, die auf die Kupferspirale zurückgeführt werden können. Ein frühzeitiger Beginn des rechtlichen Verfahrens stellt nicht nur sicher, dass die Ansprüche innerhalb der gesetzlichen Fristen geltend gemacht werden, sondern hilft auch, Unterlagen zu sichern, die für den Fall relevant sind.

In Deutschland müssen Schadensersatzansprüche aufgrund des Produkthaftungsgesetzes in der Regel innerhalb von vier Jahren nach Kenntnisnahme von Schaden, Schädiger und der Schadensentstehung erhoben werden. Angesichts der Tatsache, dass viele Ansprüche im Zusammenhang mit den Eurogine Kupferspiralen Ende des Jahres 2024 zu verjähren drohen, ist es umso wichtiger, nicht zu zögern und rechtliche Schritte einzuleiten.

Wir von Ciper & Coll. vertreten seit 1995 bundesweit erfolgreich Personen in vielen Bereichen des Medizinrechts. Unsere Erfolgsstatistik umfasst über 1.000 Prozesserfolge. Sollten Sie eine betroffene Kupferspirale des Herstellers Eurogine oder Teile dieser in sich tragen, kontaktieren Sie uns noch heute. Ihre Anfrage ist kostenfrei & unverbindlich. 

Der schnellste Weg ist über das Kontaktformular zusammen mit unserem Fragebogen.

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Dr. Dirk Christoph Ciper
Rechtsanwalt • Fachanwalt für Medizinrecht
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