Jetzt mit einem Premiumeintrag mehr Mandate generieren & 1 Monat kostenlos testenPfeil rechtsPremiumeintrag jetzt kostenlos testenPfeil rechts

Teilnahmegebühr macht aus Poker-Turnier kein verbotenes Glücksspiel

Leipzig (jur). Eine bloße Teilnahmegebühr macht aus einem Poker-Turnier noch kein entgeltliches Glücksspiel. Dient die Gebühr nur dazu, die Veranstaltungskosten zu decken, ist das Turnier reine Unterhaltung, urteilte am Mittwoch, 22. Januar 2014, das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig (Az.: 8 C 26.12).

Es gab damit einer Veranstalterin recht, die 2010 in Lutherstadt Wittenberg ein Qualifikationsturnier in der Poker-Variante „Texas Hold’em“ durchführen wollte. Gegen eine Teilnahmegebühr von 15 Euro sollte das Turnier jedermann offen stehen. Zu gewinnen gab es neben wertlosen Pokalen das Recht auf Teilnahme an anderen Turnieren mit teilweise höheren Preisgeldern, darunter ein mit 50.000 Euro dotiertes Turnier in Tschechien.

Die Stadt untersagte das Turnier. Es handele sich um verbotenes Glücksspiel.

Dem widersprach nun das Bundesverwaltungsgericht. Glücksspiele seien nur dann verboten, „wenn von den Teilnehmern ein Entgelt für die Erlangung einer Gewinnchance abverlangt wird“. Das sei bei einer Teilnahmegebühr nicht der Fall, wenn diese lediglich die Veranstaltungskosten deckt. „Erforderlich ist vielmehr, dass das Entgelt gerade für die Gewinnchance gefordert wird, dass also zwischen der Zahlung und der Gewinnchance ein notwendiger Zusammenhang besteht“, erklärten die Leipziger Richter.

Den konkreten Fall verwies das Bundesverwaltungsgericht an das Verwaltungsgericht Halle zurück. Dies soll die Kalkulation für das Pokerturnier prüfen. Nur wenn der Veranstalterin nach Abzug der Kosten ein Gewinn verbleiben sollte, der als „Entgelt für die Erlangung einer Gewinnchance“ angesehen werden kann, war das Verbot rechtmäßig.

Quelle: © www.juragentur.de - Rechtsnews für Ihre Anwaltshomepage

Foto: © mik ivan - Fotolia.com

Diesen Artikel bewerten:
Diesen Artikel teilen: Linkedin Xing X
Whatsapp
Facebook
Fragen? Jetzt Fachanwalt.de-KI kostenlos fragen

Ihr Chatverlauf

Schildern Sie Ihr Problem ausführlich und erhalten innerhalb von Sekunden eine kostenlose KI-Ersteinschätzung:

Mit Nutzung unseres KI-Features akzeptieren Sie unsere Nutzungsbedingungen.

SofortantwortSofortantwort 24/7
NachfragemöglichkeitNachfragemöglichkeit
Kostenlos!Kostenlos!
Antwort erhalten Pfeil nach rechts
Weitere Artikel der Redaktion zum Thema
Wahleinspruch bleibt offen: Beschwerde scheitert, Bundestag bleibt in der Pflicht
10.08.2026Redaktion fachanwalt.deVerwaltungsrecht
Wahleinspruch bleibt offen: Beschwerde scheitert, Bundestag bleibt in der Pflicht

Der Beschwerdeführer wandte sich gegen die Anwendung der Fünf-Prozent-Sperrklausel bei der Bundestagswahl 2025. Seine Wahlprüfungsbeschwerde hatte keinen Erfolg. Zugleich weist das Bundesverfassungsgericht auf die Pflicht des Bundestages zur zeitnahen und sachgerechten Wahlprüfung hin. Das Wichtigste in Kürze Das Bundesverfassungsgericht hat eine Wahlprüfungsbeschwerde verworfen. Der Beschwerdeführer wandte sich ausschließlich gegen die Anwendung der Fünf-Prozent-Sperrklausel bei der Bundestagswahl 2025. Der Bundestag hatte über seinen eigenen Wahleinspruch noch nicht entschieden, aber in anderen Verfahren bereits keine Bedenken gegen die Sperrklausel gesehen. Der Senat weist darauf hin: Der Bundestag muss Wahleinsprüche zeitnah und sachgerecht bearbeiten. Warum ein offener...

weiter lesen weiter lesen

Zwangsgeld nach Behördenbescheid: Alte Einwände helfen oft nicht mehr
07.08.2026Redaktion fachanwalt.deVerwaltungsrecht
Zwangsgeld nach Behördenbescheid: Alte Einwände helfen oft nicht mehr

Ein Zwangsgeldbescheid kann Betroffene kalt erwischen, besonders wenn sie den ursprünglichen Behördenbescheid weiterhin für falsch oder unverständlich halten. Viele glauben dann, sie könnten im Vollstreckungsverfahren noch einmal alles gegen die ursprüngliche Anordnung vorbringen. Genau das ist rechtlich riskant. Das Oberverwaltungsgericht NRW hat klargestellt: Ist die Ordnungsverfügung bestandskräftig , können Einwände gegen deren Rechtmäßigkeit die spätere Zwangsgeldfestsetzung regelmäßig nicht mehr zu Fall bringen. Betroffen sind vor allem Personen, die eine behördliche Anordnung erhalten haben und später mit einem Zwangsgeld zur Befolgung dieser Anordnung angehalten werden. Praktisch geht es um die Frage, wann man gegen einen Bescheid vorgehen muss und wann es dafür zu spät sein kann. Das Wichtigste...

weiter lesen weiter lesen
Polizist schwer verletzt: Bewährung schützt nicht sicher vor Ausweisung
06.08.2026Redaktion fachanwalt.deVerwaltungsrecht
Polizist schwer verletzt: Bewährung schützt nicht sicher vor Ausweisung

Wer nach einer schweren Straftat aus der Haft entlassen wird und Bewährung erhält, kann trotzdem ausländerrechtlich vor dem Ende seines Aufenthalts stehen. Viele Betroffene nehmen an, eine günstige Strafprognose oder eine laufende Klage schütze zunächst vor der Ausweisung. Die Entscheidung zeigt: Bei schweren Gewalttaten gegen Vollstreckungsbeamte kann die Ausländerbehörde die Ausweisung sofort vollziehen lassen. Betroffen sind vor allem Ausländer, die wegen schwerer Straftaten verurteilt wurden und sich gegen eine Ausweisungsverfügung im Eilverfahren wehren. Das Wichtigste in Kürze Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hat den Eilantrag eines Ausländers gegen seine Ausweisung abgelehnt. Die Verurteilung wegen tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte , Widerstands und gefährlicher Körperverletzung...

weiter lesen weiter lesen

Krankenhaus darf Pankreaseingriffe vorerst weiter anbieten
05.08.2026Redaktion fachanwalt.deVerwaltungsrecht
Krankenhaus darf Pankreaseingriffe vorerst weiter anbieten

Wenn ein Krankenhaus nach einem neuen Krankenhausplan bestimmte Operationen nicht mehr anbieten darf, betrifft das nicht nur Klinikleitungen. Auch Patienten, Ärzte und Einweiser müssen wissen, ob ein bisheriger Standort seine Leistungen vorerst fortführen kann. Besonders deutlich wird das bei Pankreaseingriffen , also komplexen Operationen an der Bauchspeicheldrüse. In Nordrhein-Westfalen musste nun geklärt werden, ob ein Krankenhaus trotz Nichtzuweisung der entsprechenden Leistungsgruppe vorläufig weiter behandeln darf. Das Oberverwaltungsgericht NRW hat die Beschwerde des Landes gegen eine für das Krankenhaus günstige Eilentscheidung zurückgewiesen. Praktisch bedeutet das: Die aufschiebende Wirkung der Klage bleibt bestehen, soweit es um die Nichtzuweisung der Leistungsgruppe 16.4 Pankreaseingriffe geht. Das...

weiter lesen weiter lesen

Icon Über den Autor

Rechtsanwalt gesucht?
Sie haben Fragen?
Fall in wenigen Worten schildern
Kostenlose KI-Einschätzung erhalten
Jetzt Hilfe erhalten