Steuerrecht

Was Bürger 2024 über neue Gesetze und Änderungen wissen müssen

12.03.2024
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Zuletzt bearbeitet am: 22.03.2024

Regelmäßig werden in Deutschland neue Gesetze verabschiedet, welche unter anderem finanzielle Veränderungen bei Verbrauchern hervorrufen. Dementsprechend ist es von Vorteil, sich mit den durch neue Gesetze entstehenden Konsequenzen auseinanderzusetzen. Manche Gesetzesänderungen sind vorteilhaft, andere wiederum führen zu gewissen Nachteilen, die berücksichtigt werden sollten.

Steuerliche Veränderungen im Jahr 2024

Sowohl Selbstständige als auch Arbeitnehmer müssen in Deutschland Steuern zahlen, wenn sie hier einer Arbeit nachgehen. Aber auch Rentner und andere Personengruppen sind unter Umständen steuerpflichtig. Daher spielen Änderungen hinsichtlich der Steuergesetzgebung eine entscheidende Rolle für viele Bürger in Deutschland. Eine wichtige Änderung im Jahr 2024 besteht darin, dass der Grundfreibetrag in der Einkommensteuer zum 1. Januar 2024 ansteigt. Dementsprechend müssen Bürger weniger Einkommensteuer auf ihr erzieltes Einkommen zahlen, sodass sie ein höheres Nettoeinkommen erhalten. Ledige profitieren von einem Grundfreibetrag in Höhe von 11.604 Euro, welcher etwa 700 Euro höher ausfällt als zuvor, als der Grundfreibetrag noch bei 10.908 Euro lag. Für Verheiratete greift ein Grundfreibetrag von 23.208 Euro.

Änderungen beim Kinderfreibetrag

Auch beim Kinderfreibetrag ändern sich die Rahmenbedingungen im Jahr 2024. Lag der Freibetrag im Jahr 2023 noch bei 6.024 Euro, beträgt der Kinderfreibetrag ab dem 1. Januar 2024 6.384. Wichtig zu wissen ist, dass dieser Freibetrag pro Kind und für beide Elternteile gilt. Das bedeutet, dass Eltern nicht beide den Freibetrag geltend machen können. Für den Fall, dass die Eltern getrennt leben, liegt der Freibetrag somit bei 3.192 Euro.

Erhöhungen der Rente

Auch Rentner können sich über die gesetzlichen Änderungen im Jahr 2024 freuen, da sie eine höhere Rente erhalten werden. Gemäß einem Entwurf des Gesetzgebers sollen die Renten in Deutschland ab dem 1. Juli um voraussichtlich 3,5 % ansteigen.

Betroffen hiervon sind:

  • Altersrenten
  • Unfallrenten
  • Erwerbsminderungs- und Hinterbliebenenrenten
  • Renten aus der landwirtschaftlichen Rentenkasse

Anpassungen beim Bürgergeld

Ab dem Januar 2024 werden die Regelsätze für das Bürgergeld ansteigen. Alleinstehende erwachsene Personen erhalten pro Monat 61 Euro mehr. Insgesamt beläuft sich die monatliche Zahlung auf 563 Euro. Für Kinder bis zum 6. Geburtstag beträgt das Bürgergeld 357 statt 318 Euro. Sind die Kinder zwischen 6 und 13 Jahre alt, liegt die monatliche Zahlung bei 390 Euro. Dies entspricht einer Steigerung von 42 Euro, da der Satz vorher nur bei 348 Euro lag. Für Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren gibt es 471 Euro statt den bisherigen 420 Euro pro Monat.

Anhebung des Mindestlohns

Der Mindestlohn wird ab dem 1. Januar 2024 geringfügig von zuvor 12 Euro auf nun 12,41 Euro brutto pro Stunde angehoben. Von dieser Erhöhung sind auch Minijobber betroffen. Die Obergrenze, die für Minijobber galt, liegt nun bei 538 Euro. Zuvor lag die Grenze mit 520 Euro etwas darunter.

Änderungen bei der Arbeitnehmer-Sparzulage

Die Arbeitnehmer-Sparzulage dient dazu, das Sparen über vermögenswirksame Leistungen zu fördern. Dies kann unter anderem im Rahmen eines Bausparvertrags geschehen. Der Gesetzgeber hat entschieden, dass diese Sparzulage ab dem 1. Januar 2024 deutlich erhöht wird. Für Ledige gilt eine Grenze in Höhe von 40.000 Euro an zu versteuerndem Einkommen, während sie zuvor bei 17.900 Euro lag. Ein verheiratetes Paar verfügt jetzt über eine Einkommensgrenze in Höhe von 80.000 Euro. Vor der Gesetzesänderung lag die Grenze bei lediglich 35.800 Euro.

Gesetzliche Anpassungen bei den Beitragsbemessungsgrenzen

Zu den wichtigen gesetzlichen Änderungen 2024 gehören auch die Anpassungen der Beitragsbemessungsgrenzen. Die Beitragsbemessungsgrenzen geben vor, wie hoch das maximale Bruttoeinkommen ausfallen darf, bis zu den Beiträgen zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung abgeführt werden müssen. Die Grenzen steigen ab dem 1. Januar 2024, sodass Besserverdienende ab diesem Datum höhere Sozialabgaben leisten müssen. Dabei werden die Grenzen wie folgt angehoben:

  • Gesetzliche Krankenversicherung: 62.100 Euro statt 59.850 Euro jährlich
  • Versicherungspflichtgrenze: 69.300 Euro statt 66.600 Euro jährlich
  • Allgemeine Rentenversicherung in den neuen Bundesländern: 89.400 Euro statt 85.200 Euro jährlich
  • Allgemeine Rentenversicherung in den alten Bundesländern: 90.600 Euro statt 87.600 Euro pro Jahr

Preisliche Veränderungen bei der Kfz-Versicherung

Höhere Reparaturkosten sorgen dafür, dass die für Kfz- und Motorradversicherungen anfallenden Kosten ansteigen werden. Grund hierfür ist unter anderem die Inflation. Grundsätzlich wird davon ausgegangen, dass der Anstieg der Preise für solche Versicherungen bei mindestens 10 % liegen wird. Verbraucher sollten daher unbedingt verschiedene Tarife miteinander vergleichen, um ein günstiges Angebot zu finden.

Erhöhung des Zusatzbeitrags für gesetzliche Krankenkassen

Wer in der gesetzlichen Krankenkasse versichert ist, muss einen allgemeinen Beitrag zahlen, der bei 14,6 % des Bruttoeinkommens liegt. Obendrauf kommt ein Zusatzbeitrag, welcher von der jeweiligen Krankenkasse individuell definiert werden kann. Die gesetzlichen Krankenkassen dürfen einen Zusatzbeitrag in Höhe von 1,7 % in Rechnung stellen. Zuvor lag der Beitrag noch bei 1,6 %. Krankenkassen sind allerdings nicht dazu gezwungen, die Erhöhung des Zusatzbeitrags an ihre Versicherten weiterzugeben. Somit können durch den Wechsel zu einer günstigeren Krankenkasse unter Umständen Kosten eingespart werden.

Anstieg der Beiträge für Sachversicherungen

Es ist zu erwarten, dass die für Hausrat- und Gebäudeversicherungen zu leistenden Beiträgen im Jahr 2024 ansteigen werden. Hierfür verantwortlich sind unter anderem die hohen Kosten, die Versicherungsunternehmen im Rahmen der Flutkatastrophe im Sommer 2021 entstanden sind. Auch die Inflation spielt hier eine wesentliche Rolle. Dementsprechend ist auch hier ein Vergleich verschiedener Tarife zu empfehlen.

Höhere Beiträge für die private Krankenversicherung

Schlechte Nachrichten gibt es im Jahr 2024 für diejenigen, die über eine private Krankenversicherung verfügen. Hier sollen die Beiträge im Durchschnitt um rund 7 % ansteigen. In einzelnen Fällen kann es sogar zu zweistelligen Beitragserhöhungen kommen. Allerdings sind nicht alle Versicherten hiervon betroffen. Dementsprechend sollten sich Verbraucher mit den Konditionen ihrer privaten Krankenversicherung genau auseinandersetzen und mögliche Alternativen prüfen.

 

Symbolgrafik: © sumire8 - stock.adobe.com

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