Internationales Wirtschaftsrecht

Weiterbildung im Internationalen Wirtschaftsrecht: Karrierechancen erweitern

05.02.2024
 (1)
Zuletzt bearbeitet am: 05.02.2024

Die Welt des juristischen Rechtssystems ist weitreichend gefächert. Fachanwälte, die auf ein abgeschlossenes Jurastudium zurückblicken, sehen sich zumeist mit einer Spezialisierung verbunden, die mit dem Wählen universitärer Schwerpunkte versehen ist. Je nach Hochschule sind verschiedene dieser Vertiefungen angeboten und vorgesehen. Doch was, wenn die erworbenen Kenntnisse während des Jurastudiums nicht ausreichen, um berufliche Ziele zu realisieren und die Karriereleiter weiter zu erklimmen? Um den individuellen Ambitionen gerecht zu werden, sind daher in einigen Fällen Weiterbildungsmaßnahmen erstrebenswert. Eine mögliche Spezialisierung findet sich im Bereich des Internationalen Wirtschaftsrechts wieder. 

Über die Komplexität des internationalen Wirtschaftsrechts

Im Allgemeinen befasst sich das internationale Wirtschaftsrecht mit Regelungen rund um staatliche und private, übernationale Wirtschaftsbeziehungen. In einer zunehmend stärker vernetzten Welt, wo die Globalisierung der Steigerungslogik des Kapitalismus entgegenkommt, eröffnet es ein Feld, das für Großkonzerne und internationale Handlungsbeziehungen auf staatlicher Ebene von höchster Relevanz ist. Karl M. Meessen formuliert in diesem Zusammenhang den Antagonismus zwischen der Internationalität der Wirtschaft und dem gleichzeitigen Bestreben um eine gesunde nationale Wirtschaft. Er spricht dabei nicht nur von rein juristischen, sondern auch komplexen normativen Fragen, die einen ethischen Umgang mit internationalen Wirtschaftsbeziehungen lösen möchten. So ist es für das internationale Wirtschaftsrecht entscheidend, eine übergreifende Betrachtung des Zusammenspiels zwischen nationalen und internationalen, privaten und öffentlichen Rechtsnormen zu berücksichtigen. Dieser Herausforderung entgegenzutreten, ist daher nur mit einer entsprechenden Expertise angemessen lösbar.

Weiterbildungsmöglichkeiten: Von Nanodegree bis Studium

Die Fachrichtung des internationalen Wirtschaftsrechts ist je nach Standort der Hochschule bereits ein Schwerpunkt-Teil des Jurastudiums. Doch ist es sinnvoll, auch außerhalb der akademischen Ausbildung weiterführende Bildungsmöglichkeiten wahrzunehmen. Einerseits ist Recht variabel und von fortschreitenden Änderungen betroffen. Andererseits tendiert wenig gefestigtes Wissen über die Zeit dazu, abzubauen. 

Eine Weiterbildungsmöglichkeit ist die Erlangung eines Nanodegrees für internationales Wirtschaftsrechts. Hierbei handelt es sich um eine vertiefende Veranstaltung, die in Form eines Kompaktlehrgangs angeboten und in einem flexiblen zeitlichen Rahmen mit einer Bearbeitungszeit von bis zu vier Monaten abgeschlossen wird. Das Nanodegree richtet sich insbesondere an Fach- oder Führungskräfte in der Wirtschaft und Industrie, die regelmäßigen Austausch mit internationalen Vertragspartnern im Berufsalltag erleben. Der Kurs wird dabei im Rahmen digitaler Lehre angeboten. 

Besonders karrierefokussierte und ambitionierte Personen können allerdings auch weiterreichende Weiterbildungsmöglichkeiten in Anspruch nehmen. Da internationales Wirtschaftsrecht eng mit komplexen wirtschaftlichen Prozessen verbunden ist, erweist sich etwa auch ein grundlegendes Studium der BWL oder verwandte Richtungen wie International Business Management als zielführend, um die nächsten Stufen der Karriereleiter zu erklimmen. 

Digitale Weiterbildung: Wie sinnvoll ist Online-Lehre?

Insbesondere Arbeitnehmer oder Selbstständige, die in einen festen beruflichen Alltag integriert sind, begegnen Weiterbildungsmöglichkeiten oftmals mit Voreingenommenheit. Wie soll sich dies konkret und in einem realistischen Maße umsetzen lassen? Sowohl das Nanodegree Internationales Wirtschaftsrecht als auch ein zusätzliches Bachelor-Studium der BWL lassen sich dank modernster Technik im Rahmen eines Fernstudiums umsetzen. Während das klassische Präsenzstudium an einer Hochschule nur schwer mit anderen beruflichen Aktivitäten vereinbar ist, funktioniert dies im Falle der digitalen Lehre deutlich leichter. Nicht selten ist dies ein Hauptgrund dafür, dass Weiterbildungsmaßnahmen im Rahmen von Online-Angeboten umgesetzt werden.

Ein herkömmliches Präsenz-Studium ist so an feste Veranstaltungszeiten gebunden, wobei Vorlesungen, Seminare und Co. vor Ort besucht werden müssen, nicht selten unter Anwesenheitspflicht oder verpflichtenden Präsenz-Terminen. Dabei bietet sowohl ein Fernstudium im BWL als auch das digitale Nanodegree gleich in zweierlei Hinsicht mehr Flexibilität für Berufstätige. Die Ortsgebundenheit wird abgelöst durch die Rezeption der Lehrinhalte vom eigenen Endgerät aus. Weiterbildung findet dort statt, wo man sich gerade befindet. Andererseits ist die zeitliche Einteilung wesentlich flexibler, da Inhalte nicht zu festen Terminen, sondern asynchron bearbeitet werden. Hinzu kommen verschiedene Modelle, die einen Bachelor in 36, 48 oder 72 Monaten erlauben. Weiterbildung findet also immer dann statt, wenn gerade Zeit ist, etwa an Wochenenden oder nach Feierabend. Ein solches Fernstudium in BWL kostet ab 219 Euro pro Monat.

Eine weitere Sorge, gar ein negatives Vorurteil, das im Zusammenhang mit digitalen Bildungsangeboten steht, ist die Unsicherheit über die Anerkennung der erworbenen Qualifikationen. Wie eine Befragung unter Personalchefs zeigt, präferieren Arbeitgeber sogar den Abschluss eines Fernstudiums. Mögliche Gründe liegen hierbei womöglich in den notwendigen Soft Skills. So erfordert der erfolgreiche Abschluss von Lerninhalten aus der Ferne ausgeprägtes Zeitmanagement und Disziplin. Die offizielle Anerkennung der digitalen Weiterbildungsmöglichkeiten lässt sich zumeist den Angeboten hierfür entnehmen. Seriöse Fernhochschulen bieten vornehmlich akkreditierte Studiengänge an, die dem gängigen Bachelor-Master-System entspringen. Das beleuchtete Nanodegree für internationales Wirtschaftsrecht ist seinerseits ein Kompaktkurs, der aus einem Modul eines akkreditierten Bachelor-Studienganges stammt. Mit einem gewissen Mindestmaß an Wachsamkeit sind digitale Weiterbildungsangebote also auch in Hinblick auf ihre Anerkennung unproblematisch. 

Kurzüberblick zur Weiterbildung im internationalen Wirtschaftsrecht

  • Bedeutung des Internationalen Wirtschaftsrechts:
    • Wichtig für global vernetzte Wirtschaftsbeziehungen.
    • Betrachtung von privaten und öffentlichen, nationalen und internationalen Rechtsnormen.
  • Weiterbildungsmöglichkeiten:
    • Nanodegree in Internationalem Wirtschaftsrecht als Kompaktkurs.
    • Studium in BWL oder International Business Management für tiefere Einblicke.
  • Vorteile digitaler Weiterbildung:
    • Flexibilität durch Fernstudium und Online-Kurse.
    • Anpassbarkeit an berufliche und private Verpflichtungen.
  • Anerkennung und Vorteile von Fernstudium:
    • Positive Bewertung von Fernstudienabschlüssen durch Arbeitgeber.
    • Entwicklung von Soft Skills wie Zeitmanagement und Disziplin.
    • Akkreditierte Studiengänge und Kurse von seriösen Fernhochschulen.
Diesen Artikel bewerten
Über den Autor





Weitere Artikel der Redaktion zum Thema
Internationales Wirtschaftsrecht „Feta“ nur aus Griechenland

Luxemburg (jur). Nur Schafs- und Ziegenkäse aus Griechenland darf sich „Feta“ nennen. Das gilt nicht nur innerhalb der EU, sondern auch für Verkäufe in Drittländer, wie am Donnerstag, 14. Juli 2022, der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg entschied (Az.: C-159/20). Er gab damit einer Vertragsverletzungsklage der EU-Kommission gegen Dänemark statt.  Feta ist ein in Salzlake gelagerter Käse aus Schafs-, teils auch aus Ziegenmilch. Die Bezeichnung ist seit 2002 in der EU für Hersteller in Griechenland geschützt. Auch darf Salzlaken-Käse aus Kuhmilch seitdem nicht mehr als „Feta“ bezeichnet werden.  Dänische Hersteller verkauften dennoch ... weiter lesen

Internationales Wirtschaftsrecht EuGH: Abberufung des ungarischen Datenschutzbeauftragten rechtswidrig

Luxemburg (jur). Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat die Unabhängigkeit der Datenschutzbeauftragten gestärkt. Eine organisatorische Umstrukturierung im nationalen Datenschutz kann noch nicht seine vorzeitige Abberufung rechtfertigen, urteilte der EuGH am Dienstag, 8. April 2014, in Luxemburg (Az.: C-288/12). Danach durfte Ungarn seinen Datenschutzbeauftragten András Jóri nicht vorzeitig entlassen. Jóri war im September 2008 für die Dauer von sechs Jahren zum Datenschutzbeauftragten ernannt worden. Zum Jahresbeginn 2012 hatte das ungarische Parlament allerdings eine neue „Behörde für Datenschutz und ... weiter lesen

Ihre Spezialisten