Urheberrecht und Medienrecht

YouTube: Dürfen in Video-Clip Filmausschnitte Dritter gezeigt werden?

27.01.2014

Das Einbinden von Filmszenen in das eigene YouTube-Video ist nicht ohne Weiteres erlaubt. Es kommt eine Urheberrechtsverletzung in Betracht.

Vorliegend ging es um einen Videofilm, der auf dem YouTube-Kanal „Nitro Shqip“ gezeigt wurde. In diesem wurden mehrere Ausschnitte eines Dokumentarfilms gezeigt. Gegen diese Einblendungen wendete sich derjenige, der den in Teilen gezeigte Film gedreht hatte. Er machte einen Anspruch auf Unterlassung wegen einer Verletzung von seinem Urheberrecht geltend. Das Landgericht Köln gab der Klage mit Urteil vom 6. Juni 2013 Az. 4 O 55/13 statt. Hiergegen wendete sich der betroffene „Manager“ des YouTube-Kanals und legte gegen das Urteil des Landgerichtes Köln Berufung ein. Er argumentierte unter anderem damit, dass die Verwendung von kurzen Filmausschnitten eines anderen Rechteinhabers durch das Zitatrecht gedeckt sei.

Das Oberlandesgereicht Köln schloss sich dieser Argumentation jedoch nicht an. Es wies vielmehr die Berufung gegen die erstinstanzliche Entscheidung mit Urteil vom 13.12.2013 (Az. 6 U 114/13) zurück. Die Richter weisen insbesondere darauf hin, dass die Verwendung der Filmausschnitte hier nicht durch das Zitatrecht des § 51 UrhG gedeckt ist. Auf die Zitierfreiheit kann sich nur berufen, wer von den gewählten Zitaten eine innere Verbindung zu den eigenen Gedanken herstellt. Daran fehlt es jedoch, wenn – wie im zugrundeliegenden Sachverhalt – ein willkürlicher Zusammenschnitt von Filmsequenzen erfolgt ist. Es fehlt daran, dass sich mit den Filmszenen intellektuell auseinandergesetzt wird. Dies muss in konkreter Form geschehen. Die Verwendung von allgemeinen Floskeln reicht nicht aus.

Mit der Verwendung von fremden Filmszenen ohne Zustimmung der Rechteinhaber sollte man daher sehr zurückhaltend verfahren, weil schnell eine Urheberrechtsverletzung in Betracht kommt. Hingegen ist man mit Einholen des Einverständnisses auf der sicheren Seite.

Quelle: Fachanwalt.de

Foto: Fotolia.com

Diesen Artikel bewerten
Über den Autor

Redaktion fachanwalt.de




Weitere Artikel der Redaktion zum Thema
Urheberrecht und Medienrecht Darf man bei Youtube Musik oder Videos legal downloaden?

Was immer man sich auch anhören oder ansehen möchte - bei Youtube gibt es das entsprechende Video oder den entsprechenden Song bestimmt. Aber darf man diese zum Eigengebrauch herunterladen, und ist das überhaupt legal? Dieser Artikel befasst sich mit den Einzelheiten zu Youtube-Downloads und liefert wichtige Informationen zum Thema. Youtube legt großen Wert darauf, dass die auf dem Portal vorhandenen Videos mit der Einwilligung der Rechteinhaber hochgeladen wurden. Wenn Nutzer des Youtube-Portals also Videos oder Musik herunterladen, handelt es sich hierbei um eine private Kopie . Da sich Youtube rechtlich gesehen im grünen Bereich befindet, dürfen...weiter lesen

Urheberrecht und Medienrecht Ebay muss Markenverletzungen prüfen

Karlsruhe (jur). Der Online-Marktplatz eBay muss für Markenrechtsverletzungen der Verkäufer haften, wenn eBay die betreffenden Angebote in eigenen Anzeigen selbst bewirbt. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe in einem am Dienstag, 17. März 2015, veröffentlichten Urteil entschieden (Az.: I ZR 240/12). Damit gab der BGH der norwegischen Firma Stokke teilweise recht, Herstellerin des bekannten Kinderhochstuhls „Tripp Trapp“. Die Begriffe „Tripp Trapp“, „Trip Trap“ und „Stokke“ sind markenrechtlich geschützt. Dennoch tauchen bei eBay immer wieder Angebote für Nachahmerprodukte auf, die...weiter lesen

Urheberrecht und Medienrecht Filesharing - Was tun bei Abmahnung?

Vermeintlich begangene Urheberrechtsverletzungen durch Internetnutzer in sog. P2P Tauschbörsen sind immer mehr das Ziel zahlreicher Rechtsanwälte in Abmahnkanzleien, welche tausendfach teure Abmahnung an Internetnutzer und Anschlussinhaber verschicken. Welche Forderungen dabei geltend gemacht werden und was für Betroffene zu beachten ist. Abmahnung erhalten – was wird verlangt Wer eine Abmahnung wegen illegalem Filesharing erhält, wird stets aufgefordert, eine sog. strafbewehrte Unterlassungserklärung zu unterzeichnen. Dem Empfänger wird seitens des Inhabers zur Last gelegt, ein bestimmtes urheberrechtlich geschütztes Werk...weiter lesen

Urheberrecht und Medienrecht Internetseiten dürfen von Richtern gesperrt werden

In den letzten Jahren passierte es öfter: Internetseiten bekannter Streamingdienste wie kino.to oder movie2k.to wurden von einigen Providern gesperrt. Schuld daran war die Anordnung verschiedener Richter, die aufgrund der Beschwerde einiger Filmverleiher von den Internetprovidern verlangten die genannten Seiten zu sperren. Ist dieses Vorgehen wirklich effektiv? Aktuell wurde diese Frage gerade zur Plattform kino.to entschieden. Ein österreichischer Internetprovider wurde vom Filmverleiher Constantin dazu aufgefordert, die Film-Stream-Seite für die Nutzer des Providers zu sperren. Nachdem sich der Provider vor den nationalen Gerichten vergeblich gegen die danach...weiter lesen

Ihre Spezialisten