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Ein Erbschein ist ein amtliches Dokument, dass bescheinigt, dass sein Inhaber Erbe einer anderen Person geworden ist. Aus ihm geht auch hervor, ob jemand Allein- oder Miterbe ist und zu welchem Anteil am Nachlass.
Wozu braucht man einen Erbschein?
Einen Erbschein benötigt, wer sein Erbrecht gegenüber anderen Personen, Institutionen oder Behörden nachweisen muss. Er ist üblich und als Nachweis des Erbrechts anerkannt, aber nicht in jedem Fall Pflicht: Gesetze oder Verträge können eine andere Form des Erbnachweises vorschreiben.
Gesetzliche Erfordernis:
Ein Erbschein muss vorgelegt werden, wenn der Erbe seine Erbenstellung gegenüber dem Grundbuchamt nachweisen will. Ohne Erbschein ist die Eintragung im Grundbuch als neuer Eigentümer nur möglich, wenn ein notarielles bzw. öffentliches Testament oder ein notarieller Erbvertrag vorliegt. Zusammen mit dem Protokoll über die Testamentseröffnung ersetzt ein solches Dokument den Erbschein.
Vertragliche Regelungen:
Banken und Versicherungen verlangen in ihren Allgemein Geschäftsbedingungen oft die Vorlage eines Erbscheins, wenn ein Erbe Zugriff auf ein Konto oder Depot des Verstorbenen beansprucht. Allerdings hat der Bundesgerichtshof mit Urteil vom 08. Oktober 2013 entschieden, dass Banken nicht in ihren AGB auf der Vorlage eines Erbscheins bestehen dürfen: Ein Erbvertrag oder ein beglaubigtes Testament reichen demnach als Erbnachweis aus (Az.: XI ZR 401/12). Hintergrund der Klage waren die Kosten, die für die Erteilung eines Erbscheins anfallen. Diese orientieren sich am Wert des Erbes. – Generell akzeptieren Banken statt eines Erbscheins auch eine Vollmacht „über den Tod hinaus“ oder für den Todesfall.
Wo ist der Erbschein gesetzlich geregelt?
Gesetzliche Regelungen über den Erbschein finden sich in den §§ 2353 bis 2370 des Bürgerlichen Gesetzbuches.
Wie beantrage ich einen Erbschein? Die Formalien.
Den Erbschein erteilt das zuständige Nachlassgericht. Dies ist das Amtsgericht am letzten Wohnsitz des Verstorbenen. Einen Antrag stellen können:
Unter welchen Voraussetzungen wird mir ein Erbschein erteilt?
Ein Erbschein wird bei gesetzlicher Erbfolge vom Nachlassgericht erteilt, wenn der Antragsteller folgende Angaben macht und entsprechende Nachweise erbringt (aus: § 2354 BGB):
Ein testamentarischer Erbe hat das Testament vorzulegen und mitzuteilen (vgl. § 2355 BGB):
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Anwalt Erbrecht WuppertalDer Bundesgerichtshof (Az. IV ZR 93/24 ) entschied am 2. Juli 2025, dass ein testamentarisch verfügtes Vermächtnis zugunsten eines behandelnden Arztes wirksam bleiben kann – selbst wenn es gegen berufsrechtliche Vorschriften der Ärztekammer verstößt. Hausarzt sollte Grundstück als Gegenleistung erhalten Im Mittelpunkt des Falls stand ein 2016 abgeschlossener notarieller Vertrag zwischen einem Patienten, seinem Hausarzt, einer Pflegekraft und deren Tochter. Der Arzt verpflichtete sich darin, den Patienten medizinisch zu betreuen, Hausbesuche durchzuführen und telefonisch erreichbar zu sein. Im Gegenzug sollte er nach dem Tod des Patienten ein Grundstück erhalten. Im selben Jahr wurde zusätzlich ein Testament errichtet, das der Pflegekraft das übrige Vermögen des Erblassers zusprach. Nach dem Tod des...
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Bei dem Erwerb einer Immobilie fällt Grunderwerbsteuer an – und dies möglicherweise auch dann, wenn es sich zwar um ein kleines, mobiles Wochenendhaus handelt, dieses aber die für die Gebäudeeigenschaft erforderliche feste Verbindung zum Grundstück aufweist. So muss nach einem Urteil des Finanzgerichtes (FG) Münster die Käuferin eines Kleinwochenendhauses nun doch Grunderwerbsteuer zahlen. Steuerpflicht trotz „Kleinwochenendhaus“? Das FG Münster hatte jüngst im Fall einer streitigen Steuerpflicht bei einem Immobilienerwerb zu entschieden. Geklagt hatte die Käuferin eines“ Kleinwochenendhaus“ auf einem Pachtgrundstück nebst Zubehör für 10.000 Euro. Mit dem Grundstückseigentümer wurde zeitgleich ein Pachtvertrag...
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