Versicherungsrecht

Berufsunfähigkeit: Klage Prozess Gerichtsverfahren

05.08.2017
 (1)

In unserer heutigen Ausgabe möchte ich Sie informieren über Ansprüche aus einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung und Wissenswertes zu der Frage eines Klageverfahrens gegen den Versicherer.

Wenn der Fall der Berufsunfähigkeit eingetreten ist, ist es besonders wichtig, dass der Versicherer die von ihm versprochene Leistung auch tatsächlich kurzfristig erbringt.

Daran hapert es aber häufig. Der Versicherer lässt sich erst einmal ein langes Formular ausfüllen, was aufwendig ist und entsprechend Zeit in Anspruch nimmt.

Danach wird der Versicherer ärztliche Berichte einholen, was Wochen bis Monate dauern kann.

Ebenfalls werden Berichte bei Krankenkassen und Rentenversicherungsträgern angefordert.

Dann hält der Versicherer es vielleicht für erforderlich, ein medizinisches Gutachten einzuholen, was wiederum Monate in Anspruch nimmt.

Der ganze Vorgang dauert nicht selten ein Jahr oder länger.

Wovon der Berufsunfähige zwischenzeitlich leben soll, interessiert den Versicherer nicht.

Eines Tages wird die Leistungsprüfung jedoch beendet und es kann sein, dass der Versicherer die Leistung ablehnt, obwohl der Anspruch tatsächlich besteht.

Der nächste Schritt für den Versicherten wäre dann die Einreichung einer Klage gegen den Versicherer.

Ein solches Klageverfahren ist kostenintensiv, wobei das meistens noch nicht einmal das größte Problem ist, denn häufig müssen Rechtsschutzversicherer für diese Kosten aufkommen.

Sollten keine ausreichenden Geldmittel für die Klageeinreichung erforderlich sein, kann auch Prozesskostenhilfe beantragt werden.

Schlimmer für den Versicherten ist jedoch, dass Berufsunfähigkeitsprozesse oft lange Laufzeiten haben.

Das insbesondere, wenn mehrere Erkrankungen vorliegen oder noch Fragen – etwa im Bereich von angeblichen Vorerkrankungen – bestehen.

Ein Berufsunfähigkeitsprozess kann sich über Jahre erstrecken und geht auch nicht selten über zwei Instanzen.

Nach dem gewonnenen Prozess erhält der Versicherte zwar die vereinbarte Leistung zuzüglich Zinsen, jedoch bekommt er hiervon über Jahre nichts und lebt in der Ungewissheit, ob das Verfahren denn auch einen guten Ausgang nehmen wird.

Aus diesen Gründen sollte alles versucht werden, um die Versicherungsleistung zu erhalten, ohne einen Prozess durchführen zu müssen.

Hierbei sollte qualifizierte anwaltliche Hilfe in Anspruch genommen werden, damit Sie dem Versicherer auf Augenhöhe begegnen und die Möglichkeiten zur Durchsetzung der eigenen Rechte genutzt werden können.

Den Versicherern sind die in diesem Bereich spezialisierten und versierten Kanzleien nämlich in der Regel bekannt.

Darüber hinaus versuchen die Versicherer oftmals, möglichst viele Informationen darüber zu gewinnen, ob die beauftragte Kanzlei als Gegner ernstzunehmen ist.

Sollte der Versicherer die von Ihnen beauftragte Kanzlei als ernstzunehmenden Gegner einstufen, steigen hierdurch Ihre Chancen, dass der Versicherer sich dazu durchringt, die Versicherungsleistung doch noch zu erbringen.

Sollten Sie weitere Informationen zu diesem Thema wünschen, dann schauen Sie sich bitte die weiteren Teile unseres videopodcasts an oder informieren Sie sich direkt bei uns.

Diesen Artikel bewerten
Über den Autor

Frank Vormbaum
Rechtsanwalt • Fachanwalt für Arbeitsrecht
Fachanwalt für Versicherungsrecht
Bült 27
59368 Werne

Telefon: 02389 - 4030660


Diesen Rechtsanwalt bewerten
Sie wünschen Rechtsberatung zu dem Thema des Artikels?
Kontaktieren Sie hier Fachanwalt Frank Vormbaum:
* Pflichtfeld
Ja, ich willige ein, dass meine im „Kontaktformular“ eingetragenen personenbezogenen Daten zum Zwecke der Angebotsvermittlung per Fax und E-Mail an den zu kontaktierenden Anwalt übermittelt und gespeichert werden. Diese jederzeit widerrufliche Einwilligung sowie die Verarbeitung und Datenübermittlung durch Dritte erfolgen gem. unserer Datenschutzerklärung.
Kontaktieren
Weitere Artikel des Autors
Versicherungsrecht Polizeibeamte erhalten Schmerzensgeld und weiteren Schadensersatz über die eigene private Haftpflichtversicherung
01.05.2018

Polizeibeamte sind bei ihrer Dienstausübung in den zurückliegenden Jahren zunehmend Widerständen und körperlichen Angriffen ausgesetzt. Hierbei kommt es häufig zu Verletzungen der Polizeibeamten. Hieraus stehen Ihnen selbstverständlich entsprechende Schadensersatzansprüche gegen die Täter zu. Im Wesentlichen handelt es sich hierbei um Schmerzensgeldansprüche, Anspruch auf Ersatz des Verdienstausfalls, sowie Anspruch auf Ersatz des Haushaltsführungsschadens. Kurz gesagt muss der Polizeibeamte finanziell so gestellt werden, wie er dastünde, wenn die Verletzung nicht erfolgt wäre. Bei Polizeibeamten besteht...weiter lesen

Versicherungsrecht Ein Sturmschaden in der Gebäudeversicherung kann auch dann vorliegen, wenn ein Baum erst Tage nach einem Sturm umstürzt
18.01.2018

In den zurückliegenden Jahren kam es in Deutschland zunehmend zu ganz erheblichen Schäden durch Stürme. Die Stürme „Xaver“, „Christian“ und „Kyrill“ sind hierbei besonders in Erinnerung geblieben, wobei allein der Sturm „Kyrill“ im Jahre 2007 Schäden in Höhe von mehr als 4 Milliarden Euro verursacht hat. Diese Reihe wird auch im Jahre 2018 fortgesetzt, wobei auch der Sturm „Friederike“ wieder ganz erhebliche Auswirkungen hat. Auch hier ist es so, dass Bäume sowohl während des Sturmes, als auch in den nachfolgenden Tagen umstürzen. Einzelne Versicherer versuchen,...weiter lesen

Weitere Artikel der Redaktion zum Thema
Versicherungsrecht Bundesgerichtshof erleichtert Rückabwicklung oder Schadenersatz bei Lebensversicherungen

Mannigfaltige Rechtsgründe für Rückabwicklung Der BGH entschied durch sein aktuelles Urteil vom 28.06.2017 (Az. IV ZR 440/14), daß - völlig unabhängig vom Widerruf - auch ein Schadensersatzanspruch für die Rückabwicklung einer Lebensversicherung ausreichen kann – auch bei ab 2008 abgeschlossenen Verträgen. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn dem Versicherungsnehmer (VN) schuldhaft vor Vertragsabschluß die Versicherungsbedingungen nicht zur Verfügung gestellt wurden, und er deshalb einen Schaden erlitten hat bzw. er den Vertrag bei rechtzeitiger Übergabe der Versicherungsbestimmungen nicht abgeschlossen...weiter lesen

Versicherungsrecht Wohngebäudeversicherung des Vermieters muss für Wohnungsbrandschaden des Mieters zahlen

Karlsruhe (jur). Verursacht ein Mieter fahrlässig einen Wohnungsbrand, muss die Wohngebäudeversicherung des Vermieters grundsätzlich für die Gebäudeschäden aufkommen. Beseitigt der Vermieter die Brandschäden nicht, kann der Mieter gegebenenfalls auch die Miete mindern, urteilte am Mittwoch, 19. November 2014, der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe (Az.: VIII ZR 191/13). Da die Kosten für die Wohngebäudeversicherung auf den Mieter umgelegt werden, müsse dieser so gestellt werden, „als hätte er die Versicherung selbst abgeschlossen“. Hintergrund des Rechtsstreits war ein brandgefährlicher Kochversuch. Am 7....weiter lesen

Versicherungsrecht Keine private Krankenversicherung für Asylbewerber

Karlsruhe (jur). Erhalten Asylbewerber Sozialhilfe, können sie sich nicht zum Basistarif einer privaten Krankenversicherung versichern lassen. Auch wenn das Sozialamt Flüchtlinge auf Abschluss einer entsprechenden Versicherung drängt, besteht für Sozialhilfeempfänger kein genereller Anspruch auf Aufnahme in die private Krankenversicherung zum Basistarif, urteilte am 16. Juli 2014 der Bundesgerichtshof in Karlsruhe (Az.: IV ZR 55/14). Im konkreten Fall hatte eine Asylbewerberin mit ihren drei Kindern die Aufnahme in die private Krankenversicherung zum Basistarif beantragt. Die Frau lebt seit zehn Jahren in Deutschland. Bis Ende 2012 erhielt sie...weiter lesen

Versicherungsrecht Arbeitsunfall durch Sturz beim Autowaschen

Beim Autowaschen sollte man aufpassen. Die gesetzliche Umfallversicherung kommt normalerweise nicht für die Folgen eines Sturzes durch einen Versicherten auf. Vorliegend handelte es sich um einen Unternehmer, der ein freiwilliges Mitglied der gesetzlichen Unfallversicherung geworden war. Er begab sich auf dem Weg zu einem Geschäftstermin zu einer Autowaschanlage. Beim Verlassen stürzte er jedoch auf einer Eisplatte und verletzte sich. Daraufhin machte er einen Arbeitsunfall geltend. Doch der zuständige Träger der gesetzlichen Unfallversicherung stufte den Sturz nicht als Arbeitsunfall ein. Daraufhin verklagte der Unternehmer die Unfallversicherung. Erst...weiter lesen

Ihre Spezialisten