IT Recht

Was man gegen schlechte Online-Bewertungen tun kann

09.03.2020
 (2)

Wer heutzutage eine Dienstleistung in Anspruch nehmen oder aber etwas kaufen möchte, informiert sich meistens erst einmal online über den Anbieter. Inzwischen tragen Online-Bewertungen daher wesentlich zum Unternehmenserfolg bei. Was ist aber, wenn ungerechtfertigte negative Rezensionen potenzielle Kunden verjagen? Muss man solche Bewertungen als Unternehmer einfach hinnehmen?

Ob Bewertungen auf Facebook, Google, Kununu, Jameda oder anderen Portalen: Schlechte Rezensionen wirken sich negativ auf das Vertrauen in das Unternehmen und vor allem auf die Kaufbereitschaft der Kunden aus. Selbst kommentarlose 1-Sterne-Bewertungen können eine Entscheidung gegen das jeweilige Unternehmen bewirken.

Als Unternehmer muss man negative Online-Bewertungen jedoch nicht immmer einfach hinnehmen - insbesondere, wenn sie falsche Tatsachenbehauptungen enthalten. Was viele nicht wissen: Wer eine Bewertung verfasst, muss nicht nur deren Richtigkeit darlegen und beweisen können, sondern auch, dass er mit den Leistungen des jeweiligen Unternehmens überhaupt bestimmungsgemäß in Kontakt gekommen und folglich berechtigt ist, eine entsprechende Bewertung vorzunehmen. Das gilt für alle Bewertungsportale gleichermaßen.

Negative Bewertungen werden dabei meistens in emotional aufgeladenen Momenten verfasst und sind somit nicht selten sachlich unzutreffend. Daher können sie auch oft angefochten werden. Gleiches gilt, wenn Personen eine Bewertung verfasst haben, die nie in einer geschäftlichen Beziehung mit dem bewerteten Unternehmen gestanden haben.

Wie kann ich gegen solche Bewertungen vorgehen?

In unserer Kanzlei haben wir die Erfahrung gemacht, dass sich die Erfolgsaussichten für eine außergerichtliche Löschung deutlich reduzieren, wenn der erste Angriff nicht sofort zum Erfolg führt. Hat die Rechtsabteilung eines Vergleichs- oder Bewertungsportals einmal eine Entscheidung zu einer Bewertung getroffen, wird diese meistens nicht mehr revidiert. Wir raten daher dringend davon ab, selbst Löschungsversuche zu unternehmen. Schlagen diese nämlich fehl, wird es im Nachhinein umso schwieriger.

Zudem raten wir, negative Bewertungen unter keinen Umständen zu kommentieren. Dadurch wird nur die Löschung erschwert, da so oft Umstände eingeräumt werden, die später nicht mehr angreifbar sind. Bevor Sie einen Anwalt beauftragen, sollten Sie daher nach Möglichkeit bereits veröffentlichte Kommentare wieder entfernen.

Lassen Sie negative oder falsche Bewertungen risikofrei durch die Anwaltskanzlei Lenné auf rechtliche Fehler prüfen und Ihr Unternehmen wieder ins rechte Licht rücken. Je nach Beauftragung oder Fall stellen wir binnen 24 Stunden einen begründeten Löschantrag gegenüber dem jeweiligen Portal und geben bei Bedarf zusätzliche Stellungnahmen im Prüfverfahren ab. Innerhalb weniger Wochen wird Ihr Fall regelmäßig ohne Gerichtsverfahren erledigt. Übrigens: Die Anwaltskosten können Sie gegenüber dem Finanzamt als Betriebsausgaben geltend machen. In vielen Fällen werden die Anwaltskosten für die Löschung schlechter Bewertungen und Google-Rezensionen auch von der jeweiligen  Firmenrechtschutzversicherung übernommen.

Weiterführende Informationen sowie ein Formular zur Stellung eines konkreten Prüfantrags finden Sie hier auf unserer Website. Für eine persönliche Erstberatung stehen wir Ihnen natürlich gerne zur Verfügung.

Diesen Artikel bewerten
Über den Autor

Guido Lenné
Rechtsanwalt • Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht
Max-Delbrück-Str. 18
51377 Leverkusen

Telefon: 0214 90 98 40 0


Diesen Rechtsanwalt bewerten
Vereinbaren Sie hier eine Rechtsberatung zum Artikel-Thema:
Kontaktieren Sie hier Fachanwalt Guido Lenné:
* Pflichtfeld
Ja, ich willige ein, dass meine im „Kontaktformular“ eingetragenen personenbezogenen Daten zum Zwecke der Angebotsvermittlung per Fax und E-Mail an den zu kontaktierenden Anwalt übermittelt und gespeichert werden. Diese jederzeit widerrufliche Einwilligung sowie die Verarbeitung und Datenübermittlung durch Dritte erfolgen gem. unserer Datenschutzerklärung.
Kontaktieren
Weitere Artikel der Redaktion zum Thema
IT Recht Uploadfilter sind für youtube und andere Plattformen rechtmäßig

Luxemburg. Online-Plattformen wie YouTube und Filesharing-Dienste müssen weiterhin sogenannte Upload-Filter verwenden und das Hochladen von urheberrechtlich geschützten Inhalten verhindern. Dies entschied der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg am Dienstag, 26. April 2022 (Az.: C-401/19). Das EU-Recht biete ausreichende und „angemessene Garantien“, um unangemessene Eingriffe in die Meinungs- und Informationsfreiheit zu verhindern. Die obersten Richter der EU billigten damit die umstrittene EU-Urheberrechtsreformen aus dem Jahre 2019. Nach dieser haften Internetdienste für das illegale Hochladen von geschützten Werken. Bei einer aktiven Überwachung der ... weiter lesen

IT Recht Ehrverletzende Falschzitate müssen auch in Varianten von Facebook gelöscht werden

Frankfurt/Main. Bei ehrverletzenden Falschzitaten müssen soziale Netzwerke nicht nur den genauen Wortlaut, sondern auch Varianten mit „kerngleichem Inhalt“ löschen. Das hat das Landgericht Frankfurt am Main in seinem Urteil vom Freitag, 8. April 2022 (Az.: 2-03 O 188/21) klargestellt. Es verurteilte den Facebook-Betreiber Meta zu 10.000 Euro Schmerzensgeld an die Grünen-Politikerin Renate Künast. Das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig. Ein Falschzitat eines Facebook-Nutzers, das er Künast in einem Facebook-Post untergeschoben hatte, war hier der Stein des Anstoßes. Zu sehen war ein Foto von Künast mit dem ihr in den Mund gelegten Zitat: „Integration fängt ... weiter lesen

IT Recht Einsatz von VPN – was ist erlaubt?

Das VPN (Virtual Private Network) hat sich längst in der Digitalen Szene ausgebreitet und auch die Anzahl privater Nutzer nehmen zu. Angesichts gehäufter Vorfälle von Cyberattacken und Lauschangriffen aus dem Netz ist das kein Wunder. Dabei sind es nicht zwingend Hacker, die zur Bedrohung für private Nutzer werden. Auch die Regierung selbst und der Internet-Provider haben gesteigertes Interesse daran, die Aktivitäten von Menschen im Internet zu verfolgen. Dagegen helfen VPN Netzwerke, aber sind diese überhaupt legal?  Wie funktioniert ein VPN Netzwerk im Alltag? Mit einem Virtual Private Network schützen Sie Ihre Geräte vor Cyberangriffen und können sich ... weiter lesen

IT Recht Fake-Bewertungen: Strafbarkeit und rechtliche Folgen

Wer Fake-Bewertungen abgibt, muss unter Umständen mit juristischen Konsequenzen rechnen.   Im Internet abgegebene Bewertungen z.B. auf amazon.de sind nicht immer echt. Manche Nutzer geben Fake-Bewertungen ab. Dies ist für Verbraucher wie das betroffene Unternehmen ärgerlich. Allerdings ist die Abgabe einer unzutreffenden Bewertung nicht zwangsläufig illegal. Das gilt gerade dann, wenn es sich bei dem Verfasser um eine Privatperson handelt.     Fake-Bewertungen können strafbar sein Eine Fake-Bewertung ist nur dann strafbar, wenn sie einen bestimmten Straftatbestand erfüllt. Wenn der Verfasser etwas ... weiter lesen

Ihre Spezialisten