Die Fachanwaltschaft Verwaltungsrecht ist zusammen mit der Fachanwaltschaft Steuerrecht die ältestes Fachanwaltschaft in Deutschland. Sie existiert seit 1960 und seitdem haben Rechtsanwälte die Möglichkeit Fachanwalt für Verwaltungsrecht zu werden. Im Jahr 1960 gab es 75 Fachanwälte in dem Rechtsgebiet. Mittlerweile sind es laut einer Statistik der Bundesrechtsanwaltskammer 1.416, wobei davon 196 Frauen sind. Die Tendenz an zukünftigen Fachanwälten für Verwaltungsrecht ist steigend.
Das Verwaltungsrecht ist ein wesentlicher Bestandteil des öffentlichen Rechts. Das Rechtsgebiet stellt die Exekutive der Bundesrepublik dar und lässt sich in einen allgemeinen- und einen besonderen Teil gliedern. Der allgemeine Teil des Verwaltungsrechts regelt die Grundlage der Verwaltung, die insbesondere im besonderen Teil von entscheidender Bedeutung sind. Der besondere Teil des Verwaltungsrechts beinhaltet Vorschriften, die einzelne Tätigkeit der Behörde regeln und zu einem bestimmten Verhalten ermächtigen.
Ein Rechtsanwalt muss für einen Fachanwaltstitel im Verwaltungsrecht einen Fachanwaltslehrgang absolvieren. Der Lehrgang dient dazu, theoretische Kenntnisse im Verwaltungsrecht zu bekommen. Insbesondere stehen das allgemeine Verwaltungsrecht und das Verfahrensrecht im Vordergrund des Fachanwaltslehrgangs. Daneben ist es zwingend notwendig, dass der Teilnehmer zusätzlich zwei weitere Bereiche auswählt und vertiefte Kenntnisse erlernt. Zur Auswahl stehen das öffentliche Baurecht, das Dienstrecht, das Abgabenrecht, das Wirtschaftsverwaltungsrecht, sowie das Umweltrecht.
Neben dem Fachanwaltslehrgang sind für den Fachanwaltstitel ebenfalls praktische Nachweise erforderlich. Der Rechtsanwalt muss gemäß der Fachanwaltsordnung mindestens 80 Fälle im Verwaltungsrecht bearbeitet haben. Daneben müssen 60 Rechtsfälle sich mit dem besonderen Verwaltungsrecht beschäftigt haben. Kann der Rechtsanwalt diese praktischen Nachweise erbringen, dann wird ihm der Fachanwaltstitel für Verwaltungsrecht verliehen.
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Kassel (jur). Die Waffenbörse „WBK International“ vom 17. bis 19. November in Gießen kann stattfinden. Mit einem am Mittwoch, 16. November 2022, verkündeten Eilbeschluss hob der Hessische Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Kassel ein von der Stadt verhängtes Verbot auf (Az.: 8 B 1886/22). Mit bis zu 20.000 Besuchern fand die „WBK International“ bislang in Kassel statt. Dort hatte sich die Stadtverordnetenversammlung 2021 für ein Verbot ausgesprochen. Daraufhin verlegte die Veranstalterin die Waffenbörse nach Gießen. Schwerpunkt sollen nach Angaben der Messe Gießen Jagd- und Sportwaffen sein. Angeboten werden aber auch andere „Schusswaffen aller Art“ sowie Uniformen und Armee-Ausrüstungsgegenstände, Orden, Militaria und Ehrenzeichen. Auch die Stadt Gießen war davon wenig begeistert und...
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Mainz (jur). Jagen oder hetzen frei laufende Hunde auch nur einmal Wild oder Vieh, gelten sie als gefährlich und sind erlaubnispflichtig. Dies entschied das Verwaltungsgericht (VG) Mainz in einem am Mittwoch, 11. Juli 2012, bekanntgegebenen Beschluss (Az.: 1 L 828/12.MZ). Die Mainzer Richter gaben damit der Stadt Worms recht, die zwei Schäferhunde als gefährlich eingestuft hatte. Die Hundehalterin wurde aufgefordert, eine Erlaubnis zur Haltung "gefährlicher Hunde" zu beantragen. Hintergrund des Rechtsstreits war, dass die beiden frei laufenden Schäferhunde am Stadtrand von Worms ein trächtiges Reh gehetzt und dann gerissen hatten. Wegen der schweren Verletzungen des Rehs konnte der Jagdpächter das Tier nur noch erschießen. Die Hundehalterin hatte der zuständigen Jagdgesellschaft daraufhin...
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Leipzig (jur). Eine bloße Teilnahmegebühr macht aus einem Poker-Turnier noch kein entgeltliches Glücksspiel. Dient die Gebühr nur dazu, die Veranstaltungskosten zu decken, ist das Turnier reine Unterhaltung, urteilte am Mittwoch, 22. Januar 2014, das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig (Az.: 8 C 26.12). Es gab damit einer Veranstalterin recht, die 2010 in Lutherstadt Wittenberg ein Qualifikationsturnier in der Poker-Variante „Texas Hold’em“ durchführen wollte. Gegen eine Teilnahmegebühr von 15 Euro sollte das Turnier jedermann offen stehen. Zu gewinnen gab es neben wertlosen Pokalen das Recht auf Teilnahme an anderen Turnieren mit teilweise höheren Preisgeldern, darunter ein mit 50.000 Euro dotiertes Turnier in Tschechien. Die Stadt untersagte das Turnier. Es handele...
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