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Rechtsanwalt ArbeitskampfrechtWas ist ein Sozialplan?
Der Begriff stammt aus dem Arbeitsrecht. Ein Sozialplan kommt bei betrieblichen Umstrukturierungen und Entlassungen zum Einsatz. Er stellt eine Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat dar, mit deren Hilfe die sozialen und finanziellen Nachteile der Arbeitnehmer durch die betrieblichen Maßnahmen abgemildert werden sollen.
Wozu braucht man einen Sozialplan?
Durch den Sozialplan sollen die Nachteile des Arbeitnehmers abgemildert werden, die der Verlust seines Arbeitsplatzes oder auch von Sonderleistungen oder Anwartschaften aus der betrieblichen Altersversorgung mit sich bringt. Er soll die Überbrückung bis zum nächsten Arbeitsverhältnis erleichtern. In vielen Fällen regelt der Sozialplan Abfindungen für Arbeitnehmer, deren Arbeitsvertrag beendet wird und die den Betrieb verlassen müssen. Der Sozialplan hat die Verbindlichkeit einer Betriebsvereinbarung.
Gesetzliche Regelung:
Der Sozialplan ist in § 112 Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) geregelt.
Wie kommt es zur Aufstellung eines Sozialplanes?
Hat ein Betrieb mehr als 20 Arbeitnehmer, muss der Arbeitgeber den Betriebsrat informieren, wenn er bestimmte betriebliche Änderungen plant. Dies betrifft alle Umstrukturierungen, die erhebliche Nachteile für die Arbeitnehmer – speziell natürlich betriebsbedingte Kündigungen – nach sich ziehen. Arbeitgeber und Betriebsrat müssen über die geplanten Änderungen beraten. Kommt dabei ein Interessenausgleich zustande, ist dieser schriftlich niederzulegen und von beiden Seiten zu unterschreiben. Dies gilt auch für den Sozialplan als Interessenausgleich hinsichtlich der für die Arbeitnehmer entstehenden Nachteile.
Bei welchen Betriebsänderungen muss der Betriebsrat informiert werden?
- Einführung grundlegend neuer Arbeitsmethoden und Fertigungsverfahren.
Was passiert, wenn Arbeitgeber und Betriebsrat sich nicht einigen können?
Arbeitgeber oder Betriebsrat können die Bundesagentur für Arbeit um Vermittlung bitten. Unterlassen sie dies oder ist ein solcher Vermittlungsversuch erfolglos, kann jede der Parteien die Einigungsstelle anrufen. Diese versucht zunächst zu vermitteln, wobei beide Parteien Vorschläge zur Beilegung der Meinungsverschiedenheit machen können. Kommt es zu keiner Einigung, kann die Einigungsstelle auch eigenständig über die Aufstellung eines Sozialplanes entscheiden. Dabei muss sie jedoch einerseits die Interessen der Arbeitnehmer, andererseits auch die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Betriebes berücksichtigen.
Welche Kriterien hat die Einigungsstelle bei der eigenständigen Entscheidung über einen Sozialplan zu beachten?
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Anwalt Arbeitsrecht WuppertalErfurt. Sozialprogramme, die aufgrund von Betriebsschließungen erstellt wurden, dürfen ältere Mitarbeiter, die lange im Unternehmen beschäftigt sind, in Bezug auf gezahlte Abfindungen benachteiligen und die auch die Höhe der Zahlungen begrenzen. Wie das Bundesarbeitsgericht (BAG) in einem Urteil vom Donnerstag, 12. Mai 2022, entschieden hat, ist eine Deckelung von hohen Abfindungen gerechtfertigt, wenn dadurch eine bessere Verteilung knapper finanzieller Mittel ermöglicht wird (Az.: 1 AZR 252/21). Von den Richtern in Erfurt wurde damit ihre bisherige Rechtsprechung bekräftigt. Im streitigen Fall ging es um die Höhe einer Abfindung aus einem Sozialplan eines in der Zwischenzeit stillgelegten Unternehmens in Hessen. Um die Folgen der Arbeitslosigkeit der Mitarbeiter abzumildern, wurde mit Hilfe einer Einigungsstelle...
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Koblenz (jur). Beamte müssen sich pandemiebedingt freie Tage auf ihre angesammelten Mehrstunden anrechnen lassen. Ein Anspruch auf Gutschrift der Mehrstunden besteht dann nicht mehr, wie das Verwaltungsgericht Koblenz in einem am Montag, 9. Mai 2022, bekanntgegebenen Urteil entschied (5 K 902/21.KO). Es wies damit eine Beschäftigte einer Justizvollzugsanstalt (JVA) ab. In dem Gefängnis waren im Januar 2021 ein Gefangener und mehrere Beschäftigte positiv auf Corona getestet worden. Der Betrieb wurde deshalb auf ein Minimum heruntergefahren, alle anderen Beschäftigten wurden dienstfrei gestellt. Die dadurch entstandenen „Minderstunden“ verrechnete das Land mit vorhandenen Mehrstunden. Die Klägerin war damit nicht einverstanden, hatte vor dem Verwaltungsgericht nun aber keinen Erfolg. Die Verrechnung sei...
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Das Landesarbeitsgericht Köln hat mit Urteil vom 20.10.2022 zum Aktenzeichen 8 Sa 465/22 entschieden, dass eine wiederholt verspätete Arbeitsaufnahme trotz einschlägiger Abmahnungen geeignet sein kann, eine verhaltensbedingte Kündigung zu rechtfertigen Nach den Umständen des Einzelfalls kann, um dem Verhältnismäßigkeitsgrundsatz zu genügen, der Ausspruch einer weiteren Abmahnung vor Ausspruch einer Kündigung auch dann erforderlich sein, wenn bereits mehrere Abmahnungen zu mehreren Pflichtverletzungen erteilt worden sind, diese dem Kläger aber zeitgleich übergeben worden sind. Hinsichtlich ihrer Warnfunktion sind die Abmahnungen in diesem Fall einer einheitlichen Abmahnung , in der mehrere Pflichtverletzungen abgemahnt werden, vergleichbar. Die Parteien streiten über die Wirksamkeit einer...
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