Kostenhilfe beim Fachanwalt - Beratungshilfe, Prozesskostenhilfe & Rechtsschutz

Haben Sie kein oder nur ein geringes Einkommen, so kann der Gedanke an Rechtsanwaltskosten schon Bauchschmerzen verursachen. Der Mangel an Geld darf allerdings in einem Rechtsstaat kein Grund sein, auf die Vertretung seiner Interessen und die Wahrung seiner Rechte verzichten zu müssen. Sie können daher bei dem zuständigen Gericht eine Kostenbeihilfe beantragen. Je nachdem, um welche Art der Auseinandersetzung es sich handelt, können Sie

  • Beratungshilfe bei außergerichtlichen Rechtsfragen

oder

  • Prozesskostenhilfe bei gerichtlichen Auseinandersetzungen beantragen.
Fachanwalt.de-Tipp:
Sie müssen sich nicht schämen und Sie sind kein Bittsteller, wenn Sie diese Leistungen in Anspruch nehmen. Sie stehen Ihnen in einem Rechtsstaat zu, und Sie können sie bedenkenlos in Anspruch nehmen.

Prozesskostenhilfe beantragen - Voraussetzungen

Kosten (© downer / fotolia.com)
Kosten (© downer / fotolia.com)
Haben Sie keinerlei oder nur ein geringes eigenes Einkommen, können Sie Beihilfen beantragen. So wird garantiert, dass eine anwaltliche Vertretung kein Privileg der finanziell Bessergestellten wird, sondern dass sich jeder Bürger bei Bedarf anwaltlich vertreten lassen kann und das keinem Bürger der Zugang zu den Gerichten verwehrt bleibt. Allerdings bedarf es bei der Beantragung einiger Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen:

  • Das eigene Einkommen und Vermögen reicht nicht aus, um selbst einen Anwalt oder ein Gerichtsverfahren zu bezahlen
    Hier gibt es gewisse Freibeträge, die nicht überschritten werden dürfen. Liegen Sie unter den Sätzen, kann die Beihilfe gewährt werden.
  • Das angestrebte Verfahren muss Aussicht auf Erfolg haben
    Möchten Sie selbst ein Verfahren anstrengen und eine Klage erheben lassen, werden zunächst die Erfolgsaussichten geprüft. Hat Ihre Klage wenig oder keine Aussicht auf Erfolg, wird keine Prozesskostenbeihilfe gezahlt. Das betrifft jedoch nur den Fall, dass Sie selbst eine Klage erheben wollen.
  • Sofern es sich um eine mietrechtliche Auseinandersetzung handelt, dürfen Sie nicht Mitglied im Mieterverein sein
    In diesem Fall bekommen Sie die notwendige Unterstützung direkt vom Mieterverein.
  • Sofern es sich um eine arbeitsrechtliche Auseinandersetzung handelt, ist zunächst die Gewerkschaft zuständig, falls Sie dort Mitglied sind.
  • Haben Sie eine Rechtsschutzversicherung, wird zunächst geprüft, ob diese für die Kosten aufkommt.

Haben Sie also keine andere Möglichkeit, die Kosten für eine anwaltliche Beratung oder eine gerichtliche Auseinandersetzung aufzubringen, bekommen Sie über die Beratungshilfe oder die Prozesskostenhilfe auf jeden Fall finanziellen Beistand. Je nachdem, wie Ihre wirtschaftlichen und finanziellen Verhältnisse aussehen, ist es jedoch möglich, dass Sie die gewährten Hilfen in kleinen Raten zurückzahlen müssen.

Ein Sonderfall besteht, wenn Sie in einem Strafprozess als Beklagter oder Angeklagter auftreten müssen. In diesem Fall können Sie keine Prozesskostenhilfe beantragen, aber es wird Ihnen ein Pflichtverteidiger zur Seite gestellt, wenn Sie das wünschen und sich selbst keinen Verteidiger leisten können. In manchen Fällen kann der Pflichtverteidiger sogar gegen den Willen des Angeklagten beigeordnet werden.

Die Vergütung der Rechtsanwälte fällt bei der Gewährung von Beratungsbeihilfe oder Prozesskostenbeihilfe anders aus und wird nach Pauschalbeträgen oder geringer abgerechnet. Sprechen Sie daher im Vorfeld offen mit dem Fachanwalt und sagen Sie ihm, dass Sie die Leistungen über Beratungsbeihilfe oder Prozesskostenbeihilfe abrechnen möchten.

Fachanwalt.de-Tipp:
Alle Rechtsanwälte sind gesetzlich dazu verpflichtet, Beratungen und Vertretungen die über Beratungsbeihilfe und Prozesskostenbeihilfe abgerechnet werden, zu übernehmen, sofern nicht im Einzelfall wichtige Gründe dagegensprechen.

Hilft mir die Rechtsschutzversicherung weiter?

Haben Sie eine Rechtsschutzversicherung, so sollten Sie als erstes prüfen, ob diese die Kosten übernimmt. Ihr Anwalt wird diese Aufgabe auch gerne für Sie übernehmen. Bei Abschluss der Versicherung haben Sie die Möglichkeit, sich die einzelnen Bausteine so zusammenzustellen, dass möglichst viele Kosten getragen werden. Je nachdem ob Sie Mieter oder Hauseigentümer, Arbeitnehmer oder Gewerbetreibender sind, können Sie sich die passenden Bausteine für Ihre Versicherung heraussuchen.

Bevor Sie sich für den Abschluss bei einem Versicherungsanbieter entscheiden, sollten Sie die Leistungen gründlich vergleichen. Achten Sie vor allem darauf, welche Deckungssumme genannt wird, welche Kosten erstattet werden und ob es eine Selbstbeteiligung gibt.

Fachanwalt.de-Tipp:
Beachten Sie beim Abschluss einer Rechtsschutzversicherung auf jeden Fall, dass diese in der Regel eine dreimonatige Wartezeit umfasst, bevor sie greift. Schließen Sie die Versicherung daher nicht erst dann ab, wenn es brennt.
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