Was ist das Kapitalanlagerecht?
Das Kapitalanlagerecht ist ein Rechtsbereich, der die Regeln für Geldanlagen verschiedener Art festlegt. Wichtige Aspekte sind dabei die Beratungs- und Informationspflichten der Geldinstitute und Finanzdienstleister und die Rechte der Kapitalanleger. Verwandte Bereiche sind das Anlegerrecht, das Kapitalmarktrecht sowie das Bank- und Börsenrecht.
Anlegerschutz
Einn zentraler Bereich des Kapitalanlagerechts ist der Anlegerschutz. Dieser wird als notwendig erachtet, weil der Kapitalanleger in der Regel gegenüber dem Anbieter einer Geld- oder Vermögensanlage ein Informationsdefizit hat. Geldanlagen sind häufig intransparent. Dies betrifft insbesondere:
Ein besserer Anlegerschutz wird angestrebt durch:
In letzter Zeit sind einige Formen der Geldanlage besonders häufig Gegenstand negativer Pressemeldungen. Es handelt sich insbesondere um
In diesen Bereichen kommt es verstärkt zu Insolvenzen von Anlagegesellschaften mit dem Risiko eines Totalverlustes für die Anleger. In vielen Fällen kann eine anwaltliche Beratung hier helfen, den Verlust zu verringern; so sind z.B. Schadenersatzansprüche wegen unzureichender Beratung, Missachtung von Informationspflichten oder irreführenden Prospektangaben möglich.
Prosepekthaftung
Ein wichtiges Mittel der Information über eine Geldanlage ist der Verkaufsprospekt. Über diesen gibt es gesetzliche Regelungen. So müssen auch für nicht an der Börse gehandelte Investmetfonds Prosepekte erstellt werden, die Mindestangaben enthalten. Jeder Prosepekt, der sich an ein größertes Anlegerpublikum wendet, muss von der Aufsichtsbehörde BaFin genehmigt werden. Enthält ein solcher Prospekt falsche Angaben, entstehen für den Anleger Schadenersatzansprüche aus der Prospekthaftung. Gesetzliche Regelungen dazu finden sich im Vermögensanlagengesetz (VermAnlG) und im Wertpapierprospektgesetz (WpPG).
Die deutsche Aufsichtsbehörde für den Anlagebereich ist die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht – kurz BaFin. Sie ist zuständig für die Aufsicht über Banken und Finanzdienstleister, Versicherer und den Wertpapierhandel.
Weißer, grauer und schwarzer Kapitalmarkt
Als weißen Kapitalmarkt bezeichnet man den Teil des Anlagemarktes, der durch eindeutige gesetzliche Bestimmungen geregelt und von staatlicher Seite kontrolliert wird. Dies betrifft Sparguthaben ebenso wie Aktien oder Investmentfonds. Der graue Kapitalmarkt besteht aus Anlagen, die keiner staatlichen Kontrolle unterliegen. Diese müssen nicht unseriös oder illegal sein. Der Anteil unseriöser Anbieter ist auf dem grauen Markt jedoch höher. Beispiele sind
Als schwarzen Kapitalmarkt bezeichnet man den Markt für Geldanlagen und Finanzdienstleistungen, die unerlaubt vertrieben werden. Oft werden dabei erlaubnispflichtige Geschäfte ohne Erlaubnis betrieben und Informations- und Beratungspflichten vollständig ignoriert.
Kapitalanlagegesetzbuch
Das KAGB ist zum 22.07.2013 in Kraft getreten. Dieses Gesetz trifft unter anderem Regelungen über Investmentvermögen und Kapitalverwaltungsgesellschaften. Es verbessert die Eingriffsmöglichkeiten der BaFin, um gegen unseriöse Geschäftspraktiken vorzugehen. Zusätzlich schreibt es neue Erlaubnispflichten für die Geschäfte von Kapitalverwaltungsgesellschaften vor.
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Anwalt Bankrecht und Kapitalmarktrecht WuppertalSie sind Darlehensnehmer und wollen Ihren Darlehensvertrag wegen einer fehlerhaften Widerrufsinformation oder fehlerhaften Pflichtangaben der Bank widerrufen? Dies setzt voraus, dass Sie Verbraucher - und nicht Unternehmen - sind. Hierfür ist grundsätzlich Voraussetzung, dass der mit den Darlehensmitteln verfolgte Zweck ein lediglich dem privaten Rechtskreis zuzuordnendes Rechtsgeschäft gewesen ist (BGH, NJW 2007, 2519). Die Beweislast trägt dabei derjenige, der sich auf die Verbrauchereigenschaft beruft. Der Darlehensnehmer muss also darlegen und beweisen, dass mit dem Rechtsgeschäft tatsächlich objektiv ein privater Zweck verfolgt worden ist (OLG Celle, Beschl. v. 19.06.2017, 3 U 77/17). Probelmatisch sind regelmäßig Fälle, wo das Darlehen zur Finanzierung mehrerer...
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Verbraucher , denen das Darlehen seitens ihrer Bank infolge Zahlungsverzugs gekündigt wurde, schulden ihrer Bank keine Vorfälligkeitsentschädigung. Dies hat der Bundesgerichtsshof in seiner Entscheidung vom 19.01.2016 ausgeurteilt (Az.: XI ZR 103/15). Hintergrund dieser darlehensnehmerfreundlichen Rechtsprechung ist die Vorschrift des § 497 Abs. 1 BGB a. F. Diese enthält eine spezielle Regelung zur Schadensberechnung bei notleidenden Krediten im Fall wegen Zahlungsverzugs gekündigter Verbraucherdarlehen-/kredite. In dieser Situation entfällt der vertragliche Zinsanspruch der Bank. Stattdessen steht ihr ein Anspruch auf Ersatz des Verzögerungsschadens zu, wobei Sie ihren Verzugsschaden konkret oder abstrakt berechnen kann (BGHZ 104,337, 338 f.). Die...
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Im Bereich des bargeldlosen Zahlungsverkehrs gibt es neben der einmaligen Überweisung bzw. dem Dauerauftrag auch die Möglichkeit der Lastschrift. Im Unterschied zur Überweisung bzw. dem Dauerauftrag, geht die Initiative bei dem Lastschriftverfahren nicht vom Zahlungspflichtigen aus, sondern vom Zahlungsempfänger. Man spricht deshalb bei der Lastschrift auch von Bankeinzug. Was aber, wenn eine Lastschrift fehlerhaft ist? Kann man sich den abgebuchten Betrag zurückgeben lassen? Welche Fristen sind dabei zu beachten? Wann ist eine Lastschrift überhaupt möglich? Die Zahlungsmethode der Lastschrift ist heutzutage sehr beliebt, da sie dem Verbraucher Arbeit abnimmt. Schließlich ist es bei dem Bankeinzug Sache des Zahlungsempfängers, die Lastschrift bei seiner Bank...
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