Was sind die häufigsten Brandursachen? Wie kann ich den Brandschutz im Haushalt verbessern?

Zu rund 200.000 Bränden rücken die Feuerwehren jährlich zu Brandschäden aus. In der Statistik der Großschadensereignisse (GDV - Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft e.V.) schlagen sich Brände mit einer Schadenssumme von 1,5 Milliarden EUR pro Jahr nieder (Durchschnitt 1999 bis 2017). Da ist es verständlich, dass auf die Erhebung der Brandursachen und dem Brandschutz die höchste Aufmerksamkeit gerichtet ist. Wie Sie die  Brandgefahr minimieren, erfahren Sie in diesem Artikel.

Was sind die meisten Brandursachen, das Brandrisiko Nummer Eins?

Der Brandschadensstatistik des Instituts für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer e.V. (IFS) ist zu entnehmen, dass Brände und Schadenfeuer diesen Brandursachen zuzuschreiben sind: 

Prozent

 Brandursache

31

Elektrizität

22

sonstiges und unbekannt

20

menschliches Fehlverhalten

9

Brandstiftung

8

Überhitzung

3

feuergefährliche Arbeiten

6

Selbstentzündung, offenes Feuer, Explosion (jeweils 2%)

0,5

Blitzschlag

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Brandursachen (© alexandersw–stock.adobe.com)
Brandursachen (© alexandersw–stock.adobe.com)
In Betrieben kommen zusätzliche Risikofaktoren zum Tragen, wie z.B. die Reaktion chemischer Produkte, das Arbeiten mit Zündquellen (Schweißarbeiten, Schleifen, Funkenflug, etc.), hat die VDS Schadenverhütung GmbH ermittelt. Das Unternehmen ist führend im Bereich Risikobeurteilungen und Zertifizierungen und gibt das VDS-Gütesiegel heraus. 

Elektrizität als Hauptursache von Bränden führt mit Abstand die Liste der Brandursachen an. Die Anzahl der Elektrogeräte im Haushalt (z.B. Kaffeemaschine, Wasserkocher, Bügeleisen, Heizgeräte, allgemeine Wärmequellen), inklusive der Geräte für die Haushaltselektronik hat sich gegenüber 1980 verzehnfacht. Ladegeräte und (defekte/überlastete) Akkus neigen zur Überhitzung, Umgehung der Sicherheitsvorschriften (bspw. unzureichend gesicherte Mehrfachverteiler) führen zu Überlastung, zu Kurzschlüssen und Kabelbränden. Menschliches Fehlverhalten, ungeklärte Ursachen gehen oft Hand in Hand mit der Brandursache Elektrizität. 

Mit 9 Prozent ist der Anteil der Brandstiftungen nicht unerheblich. In einer Vielzahl von  Fällen ist es Vandalismus, vor allem oft ein Racheakt an Bewohnern oder Vermietern. Als nicht messbar schätzen Versicherungen den Anteil der vorsätzlichen Brandstiftungen ein, um Versicherungsgelder zu kassieren. Oft ist es sehr fahrlässig, wie mit Brandbeschleuniger und anderen gefährlichen Stoffen umgegangen wird. Das Bundeskriminalamt ist während eines Jahres mit einer Vielzahl solcher Fälle beschäftigt. 

Brände durch Naturgewalten (Blitzschlag, etc.) sind durch die permanente Verbesserung der Schutzmaßnahmen im Sinken begriffen. 

Fachanwalt.de-Tipp:
Das Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung e. V. wurde 1976 gegründet. Das IFS geht dabei zurück auf das Brandverhütungslabor, das 1884 von der Schleswig-Holsteinischen Landesbrandkasse ins Leben gerufen wurde.
Heute hat der Verein mit Hauptsitz in Kiel bundesweit neun Standorte. Ein Team aus Naturwissenschaftlern und Ingenieuren untersucht im Schwerpunkt Brand- und Brandfolgeschäden, Leitungswasser- und Feuchteschäden.
Die Erkenntnisse aus den Ursachenermittlungen der Schadendatenbank dienen der allgemeinen Schadenverhütung und werden der Öffentlichkeit im Rahmen der Brandursachenstatistik zugänglich gemacht.

Wie Sie die häufigsten Brandursachen vermeiden - Tipps zur Verbesserung des Brandschutzes im Haushalt

Wenn eine häufige Brandursache "menschliches Fehlverhalten" ist, liegt es auf der Hand, dass Informationen zum vorbeugenden Brandschutz, Beispiele und Tipps zur Vorbeugung, unter Umständen sogar lebenswichtige Maßnahmen sind. 

Elektroinstallationen und Geräteanschluss nur durch den Fachmann vornehmen lassen

In der Brandursachenermittlung stellt sich immer wieder heraus, dass Arbeiten am Leitungsnetz oder an angeschlossenen Geräten nicht fachmännisch durch Fachleute ausgeführt wurden. Sind derart die Sicherheitsmaßnahmen (Sicherung, Fehlerschutzschalter) außer Kraft gesetzt, können Kurzschlüsse und Überhitzungen die Folge sein. Damit befindet sich in Ihrer Wohnung ein potenzieller Brandherd. In älteren Wohnungen sind, entgegen den heutigen Anforderungen, zu wenig Steckdosen vorhanden. Mancher kreative Kopf bastelt sich Verlängerungen und Verzweigungen aus Kabel, die im schlimmsten Fall zu einer Verschmelzung der Leitungen führen. Das Risiko ist ein Schwelbrand, der oft viel zu spät bemerkt wird und zu Schäden führen kann.

Brandrisiko durch Mehrfachsteckdosen – auf gute Qualität achten um Brandursachen wie diese zu vermeiden

Bei unsachgemäßer Verwendung oder bei mangelnder Qualität bergen Mehrfachsteckdosen große Brandrisiken. Die vor allem in Privathaushalten weit verbreiteten Steckdosenleisten können sich bei elektrischer Überlastung entzünden und damit zur tödlichen Gefahr werden.

Verwenden Sie nur sicherheitsgeprüfte Elektrogeräte

Kerze (© vitti_80–stock.adobe.com)
Kerze (© vitti_80–stock.adobe.com)
Das Mindesterfordernis an Elektrogeräte ist das sogenannte CE-Kennzeichen. Es bestätigt, dass das Produkt den geltenden Anforderungen genügt, die in den EU-Vorschriften festgelegt sind. Es handelt sich damit rein um eine Bestätigung, dass es "in den Verkehr" gebracht werden darf und sagt nichts über die Qualität aus. 

Offenes Feuer und Licht - niemals ohne Aufsicht eine Kerze anzünden

Es muss nicht immer der klassische Brand von Weihnachtsbäumen in der Nähe oder während der Weihnachtszeit sein, der an einer Verwüstung des trauten Eigenheims bzw. für Wohnungsbrände die Schuld trägt und auch zu Personenschäden bei Menschen führt. Kerzen, Teelichter, Adventskränze, Räucherstäbchen sind mindestens ebenso oft für einen Brand verantwortlich. Der Sicherheitsabstand zu anderen Materialien, zur Wand, zum Vorhang, ist unbedingt einzuhalten. Beachten Sie die empfohlenen Sicherheitsmaßnahmen, die auf jeder Produktverpackung angeführt sind. Beispielsweise dürfen Teelichter, die als Risikoträger immer unterschätzt werden, nicht auf einer brennbaren Unterlage aufgestellt und angezündet werden. 

Fachanwalt.de-Tipp: Die Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes e.V. (VFDB) gibt Richtlinien und Empfehlungen heraus zur Förderung des Brandschutzes, um die Bevölkerung über solche Gefahren aufzuklären.

Küche - der Ort an dem die  meisten Brände entstehen

Unbeaufsichtigter Herd, Kochplatten, die man vergessen hat abzudrehen, das überhitzte Fett in der Pfanne: Eine Ermittlung des Brandherdes in der Küche führt auf viele Ursachen zurück. Vermeiden Sie, dass heißes Fett auf Herdplatten spritzt, in dem Sie das Fett nicht überhitzen. Ist es dennoch der Fall, dann greifen Sie niemals zum Wassereimer, um zu löschen. Wasser und heißes Fett gehen eine nahezu explosive Verbindung (vgl. auch Fettexplosion) ein. Stichflammen, die sofort um sich greifen, sind die Folge, schwerste Verbrennungen an Gesicht und Händen nicht auszuschließen.  Am besten ist ein Feuerlöscher speziell gegen Fettbrände (F) oder eine Decke, mit der man das Feuer erstickt und somit die Flammen löschen kann, um solche Ereignisse in den Griff zu bekommen.

Offene Kamine Kachelöfen - immer Vorlegeblech anbringen und Asche richtig entsorgen

Die heimelige Atmosphäre von knisterndem Holz kann laut Statistik ebenfalls schnell in gefährlich loderndes Feuer ausarten. Glimmende Holz- oder Kohlestücke, die auf den Boden vor dem Ofen fallen, verursachen schnell einen Schwelbrand. Zu spät bemerkt ist dies ein gefährlicher Brandherd. Ein Vorlegeblech, dass Sie vor der Öffnung anbringen, senkt das Risiko. Achten Sie auch beim Einheizen darauf, dass Holz und Kohle bereits ordentlich brennen und in Flammen stehen, bevor Sie die Ofentür schließen. Es besteht sonst die Gefahr der Verpuffung, wenn sich die Rauchgase explosionsartig entzünden. Asche muss immer in einem Behälter entsorgt werden, der nicht brennbar ist. 

Wenn es ohne Rauch nicht geht: Brandschutz-Tipps für Raucher

Rauchen im Bett, mit der Zigarette einschlafen: Viele mussten diese Unachtsamkeit nach der Brandursachenstatistik mit schweren Verletzungen oder gar dem Tod bezahlen. Nicht nur die Wirkung des Feuers, sondern auch die Rauchgase sind lebensgefährlich, wie sich meist in der Brandschadenermittlung herausstellt.

 Feuerlöscher (© auremar–stock.adobe.com)
Feuerlöscher (© auremar–stock.adobe.com)
Stellen Sie auf alle Fälle immer einen Sicherheits-Aschenbecher bereit, wenn Sie es gewohnt sind, im Bett zu rauchen. Entsorgen Sie Rauchwarenreste so, dass sie nicht wieder zu glimmen beginnen (kleiner Wasserbehälter am Nachttisch).

Statten Sie Ihr Haus, Ihre Wohnung mit den richtigen Feuerlöschern aus

Man kann nicht von vornherein abschätzen, welche Art von Feuer entstehen und ausbrechen wird. Die Vielzahl brennender Stoffe und die chemischen Prozesse, die durch Feuer ausgelöst werden, machen die richtige Auswahl des Feuerlöschers erforderlich. Für die meisten Fälle im privaten Bereich kommen Pulver- oder Schaumlöscher gegen Wohnungsbrände bzw. bei einem Brand im Haus oder anderen Gebäuden zum Einsatz (Brandarten A,B,C). Achten Sie beim Kauf auf das Zeichen der Brandarten (A,B,C). Sie sollen eine Mindestfüllmenge von 6 KG / 6 Liter haben und sind periodisch zu überprüfen / zu warten. Bringen Sie die Löscher an Orten an, die rasch erreichbar sind. Informieren Sie alle Bewohner darüber, damit im Brandfall schnell geholfen werden kann. Weitere Informationen in diesem Kontext finden Sie hier: Tabellarische Übersicht zu den Brandklassen

Fachanwalt.de-Tipp: Im Mietrecht ist Brandschutz von wesentlicher Bedeutung. Verordnungen und Normen legen die Mindestanforderungen fest, die die Sicherheit von Mietern erhöhen und Gefahrenquellen senken. Deshalb ist es Aufgabe des Vermieters die Brandschutzordnungen allen Mietern kenntlich zu machen, in den jeweiligen Hausordnungen zu verschriftlichen und für die Verteilung zu sorgen. Die beste Wirksamkeit erzielen sie, wenn Hinweise über das Verhalten im Brandfall aufgenommen werden. Grundsätzlich ist der Mieter für den Brandschutz in der gemieteten Wohnung und den Nebenräumen (Keller, Garage, etc.) verantwortlich. 
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