AM-Führerschein - was darf man damit fahren? Was kostet der Führerschein?

Die Führerscheinklasse AM existiert seit dem 19. Januar des Jahres 2013. An diesem Tag trat eine neue Richtlinie der Europäischen Union in Kraft, die EG-Richtlinie Nummer drei. Die Führerscheinklassen S und M wurden zusammengefasst zur neuen Führerscheinklasse AM.

Für was ist der Mopedführerschein, Rollerführerschein AM gut?

 Moped Schwalbe (© dieter 76 / fotolia.com)
Moped Schwalbe (© dieter 76 / fotolia.com)
Mit der neuen Führerscheinklasse AM können

  • zweirädrige Krafträder
  • vierrädrige Leichtkraftfahrzeuge
  • dreirädrige Krafträder
  • Krafträder

geführt werden.

Zweirädrige Krafträder

Zweirädrige Krafträder sind grundsätzlich alle die Kraftfahrzeuge, die bis zu 45 km/h schnell werden können. Das muss nach dem Gesetz mit einer maximalen Nutzleistung von 4 kW passieren, bei herkömmlichen Verbrennungsmotoren ist der Hubraum auf 50 ccm begrenzt. Auch bei Elektromotoren gelten die 4 kW. Als Beispiel könnte man hier aufführen Roller, Mokicks oder Mopeds, auch mit einem Beiwagen.

Vierrädrige Krafträder

Mit der Führerscheinklasse AM können auch vierrädrige Fahrzeuge geführt werden. Dabei muss die Höchstgeschwindigkeit zumindest auf 45 km/h gedrosselt sein, die Maschine darf eine Nutzleistung von 4 kW nicht überschreiten, bei herkömmlichen Verbrennungsmotoren ist die Leistung auf 50 ccm begrenzt. Elektromotoren dürfen eine Nennleistung von maximal 4 kW haben. Das Fahrzeug darf, ohne Batterien, allerhöchstens 350 kg auf die Waage bringen. Ein Beispiel für ein vierrädriges Kraftrad wäre ein MiniCar.

Dreirädrige Krafträder

Auch hier sind alle Kraftfahrzeuge gemeint, die bauartbedingt eine Geschwindigkeit von 45 Kilometer pro Stunde nicht überschreiten können. Die Fahrzeuge sind Trikes, dreirädrige Motorräder. Auch hier ist der Hubraum eines Fremdzündungsmotors auf 50 ccm begrenzt. Wenn ein anderer Typ von Verbrennungsmotor zur Verwendung kommt, darf die Leistung von 4 kW bauartbedingt nicht überschritten werden. Die Obergrenze bei Elektromotoren, was die Leistung betrifft, liegt auch hier bei 4 kW Nenndauerleistung. Als Beispiel seien Minitrikes genannt.

Krafträder

Die Verordnung über die Zulassung von Personen zum Straßenverkehr definiert das Kraftrad als ein Kraftfahrzeug, das, aufgrund seiner Bauart, eine Höchstgeschwindigkeit von 45 Kilometer in der Stunde nicht überschreiten kann. Wird das Kraftrad mit einem Verbrennungsmotor betrieben, darf dieser allerhöchstens einen Hubraum von fünfzig ccm aufweisen. Technische Manipulationen sind nicht gestattet. Das Kraftrad kann auch mit einem Elektromotor betrieben werden. Immer ist die Ähnlichkeit mit einem Fahrrad gesetzlich vorgeschrieben. Ein Beispiel wären hier Fahrräder mit Hilfsmotoren.

Ausnahmen bei der Führerscheinklasse AM

Es existieren auch noch ein paar Ausnahmen in der Führerscheinklasse AM. So gibt es, neben den großen Sparten oberhalb, etliche Fahrzeugtypen, die unter eine Ausnahmeregelung fallen. So geht es dabei beispielsweise um

  • Krafträder, deren erste Zulassung schon vor dem 01.12. 2001 stattgefunden hat. Sie dürfen einen Hubraum von 50 ccm haben, ihre Höchstgeschwindigkeit darf 50 km/h ausmachen.
  • Sogenannte Kleinkrafträder, welche ihre Zulassung vor dem 28.02.1992 hatten. Sie dürfen, bei einem Hubraum von höchstens 50 ccm eine Höchstgeschwindigkeit von 60 Stundenkilometern haben.
  • Alle Fahrräder mit Hilfsmotor, die vor dem 28.02. 1992 zur Zulassung kamen.
  • Kraftfahrzeuge, deren Zulassung vor dem 01.01.1957 stattfand. Dabei darf die Höchstgeschwindigkeit 40 Stundenkilometer nicht überschreiten, das Gewicht darf mitsamt dem Hilfsmotor, jedoch ohne Kraftstoff, Werkzeug oder Gepäckträger, nicht mehr als 33 Kilogramm ausmachen. Weist das Fahrzeug zwei Sitze oder drei Räder auf, ist die Gewichtsgrenze nicht mehr entscheidend.
  • Fahrzeuge, welche vor dem ersten September 1952 das erste Mal der Zulassung vorgeführt wurden, am Straßenverkehr teilnahmen, auch wenn sie mehr als 50 ccm aufweisen und die Leistung des Motors aber auf 1 PS begrenzt ist.

Theoretischer Unterricht bei der Führerscheinklasse AM

Führerschein (© andreas-f / fotolia.com)
Führerschein (© andreas-f / fotolia.com)
Der Unterricht läuft nach einem Lehrplan ab, der zwölf Doppelstunden zur Grundlage hat. Hier wird der Stoff vermittelt, der Grundlage für die Führerscheinklasse ist. Eine Stundeneinheit wird jeweils 90 Minuten betragen. An diese Basisinformationen schließen sich 2 Doppelstunden a 90 Minuten an, in denen weitergehendes Wissen, konkret die Führerscheinklasse AM belangend, vermittelt wird. In der theoretischen Prüfung ist der Schüler mit 30 Fragen konfrontiert, die Fragen haben jeweils eine unterschiedliche Wertigkeit in den Fehlerpunkten. Es sind maximal 10 Fehlerpunkte erlaubt, sonst ist die Prüfung nicht bestanden.

Praktischer Unterricht bei der Führerscheinklasse AM

Es existiert keine gesetzliche vorgeschriebene Untergrenze für die Anzahl der Fahrstunden in der Praxis. Jede Fahrschule aber wird darauf bestehen, zumindest eine halbe Stunde auf einem entsprechenden Gefährt Unterricht zu geben. Der Fahrlehrer wird dann ganz individuell entscheiden, ob er weitere praktische Fahrstunden für notwendig und sinnvoll hält. Bei der Führerscheinklasse AM existieren noch keine Sonderfahrten, also keine Nachtfahrten, keine Überlandfahrten, keine Autobahnfahrten. Im Anschluss an die theoretische Prüfung, die Voraussetzung ist, muss die praktische Fahrprüfung bestanden werden. Sie dauert in aller Regel etwa 30 Minuten und findet gewöhnlich im Inneren eines Ortes, einer Stadt statt. Eine zweijährige Probezeit ist nicht gegeben. Der Besitz des Scheines der Klasse AM berechtigt aber auch nicht, die Zeit der Nutzung auf eine nachfolgende Probezeit anzurechnen. Wer den Führerschein der Klasse A1 macht, kann auf die Prüfungen zum AM verzichten. Mit dieser Klasse können Motorräder bis zu 125 ccm gefahren werden, so stellt ein Moped also keine Schwierigkeit für den Besitzer dar.

Führerscheinklasse AM bereits ab 15 Jahren?

In den Bundesländern Sachsen, Sachsen Anhalt und Thüringen wurde das Führen eines Mopeds bereits mit dem Alter von 15 Jahren erlaubt. Nach der geltenden EU-Verordnung liegt es ganz im Ermessen der einzelnen Mitgliedsstaaten, wie sie die Altersuntergrenze bei den EU-Führerscheinklassen handhaben. Die betreffende Niederschrift findet sich in der dritten Verordnung über Ausnahmen zu den Vorschriften der Fahrerlaubnisverordnung. Sie hat eine Wirkung vom 01.05.2013 und geht in ihr Finale am 30.04.2018. Mit dem Pilotprojekt soll einer Studie des der Bundesanstalt für Straßenwesen auf den Grund gegangen werden, nach der das Absenken des Mindestalters für Mopedführerscheine eine erhöhte Sicherheitsgefahr darstellen würde.

Was kostet es, den Führerschein der Klasse AM zu machen?

Der Preis des AM Führerscheins ist davon abhängig, wie viele Fahrstunden benötigt werden. Obwohl nicht unbedingt statthaft, ist ein wenig erste Übung auf Privatgrund durchaus geeignet den Preis zu senken. Ansonsten kommt das Preisniveau auf die Fahrschule an. Grundsätzlich entstehen folgende Kosten:

  • Lebensrettende Sofortmaßnahmen-Kurs
  • Lehrmittel
  • Passbilder
  • Gebühren für Tüv/Dekra für die Theorie- und Praxisprüfung
  • Fahrschulgrundgebühr
  • Sehtest
  • Entgelt für Vorstellung der Theorie- und Praxisprüfung
  • Gebühren für den Führerscheinantrag

Insgesamt wird ein Führerschein der Klasse AM auf etwa 200 bis 250 Euro kommen, eventuell weniger. Natürlich muss immer mit der Möglichkeit gerechnet werden, in Praxis oder/und Theorie durchzufallen.

Fachanwalt.de-Tipp: Wer sich irgendwie unsicher fühlt, sollte besser noch einmal pauken beziehungsweise zusätzliche Praxisfahrstunden nehmen.
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