CE-Führerschein Kosten - Was darf man damit fahren? Wie kann man den CE-Führerschein verlängern?

LKW-Führerschein (© infinitymc / fotolia.com)
LKW-Führerschein (© infinitymc / fotolia.com)
Als Berufskraftfahrer besitzt man mit der Führerscheinklasse CE sozusagen das Ass unter den vier LKW-Führerscheinen, die die StVO kennt. Denn mit diesem Schein ist es möglich, nahezu jede beliebige Last zu transportieren, dem zulässigen Gesamtgewicht sind eigentlich keine Grenzen, bis auf die der Technik, gesetzt. Das Anhängsel E bedeutet, dass mit dieser Führerscheinklasse auch Anhänger beziehungsweise Sattelanhänger, also Gespanne sowie Lastzüge geführt werden können. 

Für welche Fahrzeuge dient die Führerscheinklasse CE?

Wer die Prüfung für die Klasse CE bestanden hat, kann sich tatsächlich als LKW-Fahrer betrachten. Er hat die Möglichkeit, Lastkraftwagen mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 7500 Kilogramm zu führen, eingeschlossen durch das E auch Sattelanhänger und Anhänger deren zulässige Gesamtmasse über 7500 Kilogramm hinausgehen. Nicht umsonst ist in den Fahrschulen tatsächlich von der Königsklasse aller Führerscheine die Rede, nicht nur hinter vorgehaltener Hand. Die Möglichkeit wirklich große Fahrzeuge zu bewegen bringt auch einen Berg an Verantwortung den Mitmenschen gegenüber mit. Dementsprechend streng sind die Auflagen, Prüfungen und Voraussetzungen zum Erwerb dieses Königsscheins von den Behörden, vom Gesetz gestaltet. Mit dieser Führerscheinklasse kann der Inhaber auch Busse und Busse mit Anhängern führen.  Die Führerscheinklassen C1E, BE und T sind in ihm eingeschlossen.

Der Weg zur Führerscheinklasse CE

Hier ein Auszug aus der Fahrerlaubnisverordnung, Anlage 5

„...müssen sich untersuchen lassen, ob Erkrankungen vorliegen, die die Eignung oder die bedingte Eignung ausschließen. Sie haben hierüber einen Nachweis … vorzulegen.“

Der Gang zum Arzt ist also unausweichlich. Hier ist es durchaus möglich, den Hausarzt oder auch den Betriebsarzt auszusuchen. Der behandelnde Arzt wird den Führerscheinanwärter genau untersuchen. Besonderes Augenmerk wird er dabei auf Krankheiten legen, die das Führen eines Lastkraftwagens behindern oder sogar in Frage stellen könnten. Dazu wird er auch die medizinische Vorgeschichte des Fahrschülers unter die Lupe nehmen. Er wird unter anderem den Insulinwert im Blut messen, wird versuchen, alle Suchtkrankheiten auszuschließen. Eine Untersuchung der Sehfähigkeit wird vom Augenarzt unternommen. Der prüft unter anderem auf eventuelle Nachtblindheit, das räumliche Sehen, das Sehen in Stereo. Die Untersuchung beim Augenarzt, die der Anwärter auf die Führerscheinklasse CE hier über sich ergehen lassen muss, ist, wie auch die allgemeinmedizinische, wesentlich intensiver als beispielsweise für die Klasse B. Wird der Führerschein letztlich beantragt, darf diese Bescheinigung des Arztes nicht länger als 24 Monate zurückliegen.

Neben dieser ärztlichen Bescheinigung benötigt der Fahrschüler ebenso die Bestätigung über die Teilnahme an einem „Erste-Hilfe-Kurs“. Übrigens: Seit dem Jahr 2016 existiert die frühere Unterscheidung von „Sofortmaßnahmen am Unfallort“ und „Erste-Hilfe-Kurs“ nicht mehr. Der Kurs, der zwingend notwendig ist, dauert 9 x 45 Minuten, also hochgerechnet 6,75 Stunden. Die Teilnehmer lernen die Grundlagen der medizinischen Erstversorgung kennen. Eine ganz andere Voraussetzung ist das Alter, hier ist das Mindestalter mit 21 Jahren angegeben.  Doch macht das Gesetz es möglich, dass Jugendlich ab 18 Jahren diesen Führerschein ebenfalls erhalten, wenn sie in einer Ausbildung in einem Betrieb sind, der ein Fahrbetrieb ist, wenn sie eine Ausbildung zum Berufskraftfahrer absolvieren. Mit diesem Führerschein ist es jedoch lediglich gestattet, das Fahrzeug in der Bundesrepublik zu bewegen. Ins Ausland kann der Fahrer erst mit dem 21. Lebensjahr. Hat der Prüfling vor, den Führerschein auf gewerbliche Art und Weise zu benutzen, wird er die beschleunigte Grundqualifikation nach dem Berufskraftfahrer-Qualifikationsgesetzes BkrFQG benötigen. Diese ist alle fünf Jahre erneut abzugeben. Es handelt sich um eine Weiterbildung, ganz speziell für Führer von Lastkraftwagen und Lastzügen. Niedergeschrieben findet sich diese Vorschrift im Gesetz über die Grundqualifikation und Weiterbildung der Fahrer bestimmter Kraftfahrzeuge für den Güterkraft- oder Personenverkehr.

Die theoretische und praktische Ausbildung in der Führerscheinklasse CE

In Besitz

Basisstoff

Lernstoff für C

Lernstoff für CE

Stunden

D1

6

4

4

14

D

6

2

4

12

 

6

10

4

20

C1

6

4

4

14

In der theoretischen Prüfung werden in einem Multiple-Choice-Verfahren 30 Fragen gestellt. Es sind mehrere Antworten für eine Frage möglich. Bei mehr als 11 Fehlerpunkten hat man die Prüfung nicht bestanden. Die Fragen unterscheiden sich in der Wertigkeit der Fehlerpunkte, die sie generieren. Wird der Führerschein zu Klasse CE zusammen mit dem Schein zu Klasse C vollzogen, wird sich die Zahl der Pflichttheoriestunden verringern. In aller Regel wird der Theorieunterricht, der zur Erlangen der Klasse CE notwendig und vorgeschrieben ist, etwa 300 bis zu 600 Euro kosten. Das kommt auf Bundesland und Fahrschule, Fahrschüler und Fahrlehrer an.

CE-Führerschein - die praktische Ausbildung

 Führerscheinkassen (© fiedels / fotolia.com)
Führerscheinkassen (© fiedels / fotolia.com)
Der praktische Unterricht in der LKW-Führerscheinklasse CE folgt keinen festgelegten, gesetzlichen Strukturen, sondern ist von der Güte des Fahrlehrers beziehungsweise der Fahrschule abhängig. So hängt denn auch die Zahl der für den individuellen Schüler notwendigen Übungsstunden ganz von der Beurteilung des Lehrers ab, der mit seinen Erfahrungen in aller Regel gute Einschätzungen vornehmen kann. Festgelegt vom Gesetzgeber sind die Sonderstunden, die Sonderfahrten, die jeder Absolvent durchführen muss. Das sind, getrennt die Klassen C und CE, also einmal nur mit Zugmaschine, einmal mit Hänger, bei der Anhängerversion CE 5 Überlandfahrten, zwei Autobahnfahrten und drei Fahrten bei Dunkelheit beziehungsweise Dämmerung. Für den C-Schein benötigt man lediglich 3 Überlandfahrten und eine Autobahnstunde, keine Fahrten in der Dunkelheit. Am kostengünstigsten erweist es sich, beide Führerscheinklassen parallel zu absolvieren.

Die veraltete Führerscheinklasse

Seit der neuen Gesetzgebung mit dem Jahre 1999 existiert in bestimmten Führerscheinklassen eine Befristung der Gültigkeit des Dokuments. Diese Frist beträgt seit 1999 fünf Jahre. Nach 5 Jahren des Besitzes also ist der Inhaber des Scheines der Klasse CE angehalten, eine augenärztliche Bescheinigung über den einwandfreien Zustand seines Sehvermögens abzugeben, wobei Sehhilfen natürlich gestattet sind. Auch Laseroperationen sind, anders als bei Piloten von Verkehrsflugzeugen, gestattet. Auch eine ausführliche körperliche Untersuchung bei Haus- oder Betriebsarzt wird stattfinden müssen, bevor der Führerschein dann von der Behörde verlängert wird. Hier ist es angeraten, frühzeitig an diese Verlängerung zu denken.

Die Besitzer der alten Führerscheinklasse 2 dürfen LKWs und Lastzüge fahren, für die Klasse CE und alle anderen Klassen, die ein CE-Führerschein beinhalten, jedoch gilt dies lediglich bis zu deren 50zigsten Lebensjahr. Das Gesetz hat hier eine sogenannte „Besitzstandregelung“ erlassen, die Grundlage dafür, dass auch alle Klassen, die man vorher mit der alten Führerscheinklasse führen durfte, in den neuen EU-Führerschein eingetragen werden. Ab dem 50zigsten Lebensjahr also muss der Fahrer alle 5 Jahre die ärztlichen Bescheinigungen abgeben, um weiter fahren zu können. Wer die LKWs mit dem alten Führerschein 3 gelenkt hat, kann ebenfalls die Klasse CE erlangen, allerdings ist diese gesondert zu beantragen. Die Verlängerung nach dem 50zigsten verlangt also auch hier ärztliche Gutachten, außerdem dürfen Besitzer der alten Klasse 3 lediglich Züge mit einem Höchstgewicht von 18,5 Tonnen und nicht mehr als drei Achsen lenken. Sattelkraftfahrzeuge dürfen ein zulässiges Gesamtgewicht bis 7500 Kilogramm aufweisen.




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