BE-Führerschein - was darf man damit fahren? Was kostet der Führerschein und welche Prüfungsinhalte hat er?

Die Gesetzgebung zu Anhängern hat sich mit dem Januar des Jahres 2013 entscheidend geändert. Die Klasse BE ist für diejenigen Autofahrer gedacht, die ihr Fahrzeug als tatsächliches Lastkraftfahrzeug benutzen, will heißen, mit ihrem PKW Nutzlasten transportieren, insbesondere mit einem Anhänger. Denn die Erweiterung E der Führerscheinklasse für PKW bedeutet die Erlaubnis, Anhänger mit einem zulässigen Gesamtgewicht bis zu 3500 Kilogramm in einem Gespann mit einem PKW zu führen.

Auch mit der Führerscheinklasse B ist es möglich, Anhänger zu ziehen, aber mit großen Einschränkungen

Autoschlüssel und deutscher Führerschein (© Björn Wylezich / fotolia.com)
Autoschlüssel und deutscher Führerschein (© Björn Wylezich / fotolia.com)
Auch mit der Führerscheinklasse B ist es möglich, Anhänger zu ziehen, allerdings dürfen diese dann nicht die Gesamtmasse von 750 Kilogramm überschreiten, das Gesamtgewicht des Gespannes darf 3500 kg nicht überschreiten. Mit der Kombination B96 ist es möglich bis zu 4250 kg zu ziehen, wobei die Gewichtung der Gespannkombination zwischen 3500 und 4250 kg liegen kann, wie es den Papieren zu entnehmen ist. Die Voraussetzung für den Führerschein der Klasse BE ist selbstverständlich der Besitz einer Fahrerlaubnis der Klasse B.

Wer also die Führerscheinklasse BE besitzt, kann damit einen Anhänger mit einem Gewicht bis zu 3500 Kilogramm fahren.

Wann benötigt man den Führerschein der Klasse BE?

Immer dann, wenn große Lasten mit einem Gespann aus PKW und Anhänger transportiert werden, erweist sich der Führerschein der Klasse BE als notwendig und sinnvoll. Sobald die Gesamtmasse des Anhängers über 750 Kilogramm geht, wird die Klasse B nicht mehr genügen. Ein Gespann mit B-Schein gefahren, darf auch nicht mehr wiegen als 3500 Kilogramm. Die Klasse BE erhöht die Gewichtszahl des Anhängers auf 3500 Kilogramm.

Mit der Klasse BE können zudem bis zu 8 Personen transportiert werden. Wem die 3500 Kilogramm für den Anhänger nicht genügen, wird sich um den Führerschein B mit Kennzahl 96 bemühen. Hier ist es möglich, das Gewicht der Kombination von PKW-Zugfahrzeug und Anhänger auf den Wert von 4250 Kilogramm zu erhöhen. Wenn das Gesamtgewicht oder auch das Gewicht von Anhänger oder Zugmaschine höher sein soll, wird die Führerscheinklasse C1E oder CE notwendig werden. Die Klasse BE, genauso wie die Klasse B mit Kennzahl 96, ist gedacht für Pferdeliebhaber, die ihre Tiere transportieren möchten, für Unternehmer, die Autos transportieren müssen, oder für Leute, die ein Boot auf dem Landweg zu bewegen haben.

Was kostet es, den Zusatz E zum B-Führerschein zu erhalten?

Unter der Voraussetzung den Führerschein der Klasse B zu haben, der in aller Regel zwischen etwa 2000 Euro und 2500 Euro kosten wird, je nach Fahrschule aber auch der Vorkenntnisse, der Geschicklichkeit des Fahrschülers, kommen für die Klasse BE, auch abhängig davon, ob die entsprechende Fahrschule beispielsweise eine erneute Entrichtung der Grundgebühr verlangt, Kosten von etwa 400 bis 700 Euro auf den Fahrschüler zu. Die meisten Fahrschulen werden von einer zweiten Bezahlung der Grundgebühr absehen, wenn B und BE in einem Durchgang absolviert werden.

Wie sieht der Kurs zur Führerscheinklasse BE aus?

Führerscheinklassen (© fiedels / fotolia.com)
Führerscheinklassen (© fiedels / fotolia.com)
Wird die Prüfung zum Führerschein der Klasse BE abgelegt, wird es keine theoretische Prüfung geben, wie es auch im Verlauf der Ausbildung keine theoretische Komponente gibt. Im Vordergrund steht die praktische Fahrübung mit dem Anhänger. Die Zahl der Fahrstunden, bis auf die Sonderfahrstunden, wird der Fahrlehrer individuell beurteilen, ganz danach ausgerichtet, wie geschickt der Fahrschüler sich zeigt, was er für einen Eindruck hinterlässt, wie sich sein Fortschritt beim Lernen entwickelt.

Die Sonderfahrten, die auf jeden Fall zu absolvieren sind, und zwar getrennt von den Sonderfahrten für den B-Schein mit dem PKW ohne Hänger, wenn man die Prüfung mit bereits bestandenem B-Schein angeht, gliedern sich in eine Stunde Autobahnfahrt, drei Stunden Überlandfahrt und eine Stunde Fahrt bei Dämmerung beziehungsweise Dunkelheit. Als Stunde gelten dabei 45 Minuten, nicht die herkömmlichen 60 Minuten. Die Prüfung zum BE-Schein wird in der jeweilig ausgesuchten Fahrschule stattfinden. Dabei wird unter anderem das Anhängen des Anhängers geprüft, Sicherheitsvorschriften abgefragt, das sichere Fahren inner- und außerorts getestet. Die Prüfung wird etwa 45 Minuten in Anspruch nehmen. 

Was tun, um die Klasse BE in den Führerschein eingetragen zu bekommen?

Der sogenannte „Anhängerführerschein“ kann nur erworben werden, wenn man den Führerschein der Klasse B schon besitzt oder aber ihn gleichzeitig mit ihm beantragt. Wer den Führerschein der Klasse BE parallel zu einem Kurs für die Klasse erledigt, wird auf jeden Fall schneller zu dem gewünschten Führerschein gelangen. Dabei hat die Fahrschule beziehungsweise der Antragsteller darauf acht zu geben, dass in dem Antragsformular auch die erworbenen Klassen ordnungsgemäß aufgeführt werden, sodass sie später im fertigen Dokument auch auftauchen.

Die Prüfung zur Führerscheinklasse B muss vor der praktischen Prüfung – eine theoretische gibt es bei der Klasse BE nicht -  stattfinden. Etwas günstiger wird es werden, beantragt man die Führerscheinklasse BE erst, nachdem man den Führerschein B erlangt hat. Der Preisunterschied liegt begründet in der Zahl der Sonderstunden, die man für den Anhänger absolvieren muss. Legt man die Prüfung zur Klasse BE zusammen mit der Klasse B ab, sind es 4 Autobahnfahrten und 3 Nachtfahrten sowie 5 Überlandfahrten. Wird die Führerscheinklasse aber extra absolviert, sind es 3 Stunden Überlandfahrten, eine Stunde auf der Autobahn sowie eine Fahrstunde bei Dunkelheit. Dabei wird jede Fahrstunde eine Dreiviertelstunde dauern. Für die Prüfungen in den beiden Klassen sind jeweils Prüfungsgebühren zu bezahlen. Die Kombination, das Zusammenlegen von Fahrten mit einem Anhänger auf der Autobahn und den herkömmlichen Autofahrten, den Sonderfahrten auf der Autobahn beispielsweise, ist nicht statthaft. So wird man auf diese Art und Weise also auch kein Geld bei der parallelen Prüfung zu B und BE einsparen. Benötigt, um den Führerschein der Klasse BE zu machen, wird, wie bei jeder anderen Klasse auch, ein Sehtest genauso die Bescheinigung über die Teilnahme an einem Kurs zu lebensrettenden Sofortmaßnahmen oder eines Erste-Hilfe-Kurses. Das Passbild muss biometrisch sein.

Alte Führerscheine und die Führerscheinklasse BE

Die neuen, scheckkartengroßen Führerscheine der Europäischen Union gibt es offiziell seit dem 01.01.2013. Für alle diejenigen, die noch einen alten Führerschein besitzen, wird der 01. Januar 2033 zum allerletzten Tag werden, an dem sie ihren Führerschein umtauschen können. Hierbei werden alle Führerscheinklassen übertragen, wer noch die Führerscheinklasse eingetragen hatte, wird mit dieser Führerscheinklasse, auch mit dem neu ausgestellten Dokument, genauso einen Anhänger wie auch einen Anhänger, der sonst nur mit BE zu fahren ist, führen können. Die Klasse BE ist im alten Führerschein 3 mit enthalten. Den Schein kann man ab dem Alter von 18 Jahren beantragen, beziehungsweise im Rahmen des begleiteten Fahrens nun auch schon mit 17 Jahren.




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