MPU Test - Was kostet der sog. Idiotentest? Wie ist der Ablauf und die rechtliche Grundlage dafür?

Von fachanwalt.de-Redaktion, letzte Aktualisierung am: 30. November 2020

MPU  (© animaflora / fotolia.com)
MPU (© animaflora / fotolia.com)
MPU heisst offiziell Medizinisch-Psychologische-Untersuchung und wird im Alltag auch gerne "Idiotentest" genannt. Dabei ist der Name "Idiotentest" nicht wirklich zutreffend, weil die Anforderungen an eine solche MPU relativ hoch sind. Das Bestehen ist also kein Selbstläufer uns sollte gründlich vorbereitet sein.

MPU - Begutachtung der Fahreignung

Die Begutachtung der Fahreignung, die es seit 1954 gibt, dient jedoch einem durchaus wertvollem Ziel: Die Verbesserung der Qualität der Verkehrssicherheit in der Bundesrepublik Deutschland.

Ein Argument der Gesetzgeber pro die medizinisch-psychologische Untersuchung ist, dass in anderen Ländern der europäischen Union statt dieser harschen Prüfung auf den geistigen Gesundheitszustand, die in Deutschland bei vielen Vergehen im Straßenverkehr fällig ist, stattdessen drastische Strafen verhängt würden. Dies sei jedoch der vollkommen falsche Ansatzpunkt, denn man könne nicht behaupten, dass die Höhe einer ausgesprochenen Strafe irgendeinen Einfluss auf ein Unfallrisiko in der Zukunft habe. Es drehe sich darum, Ursachenbekämpfung zu betreiben, eine Änderung im Verhalten des Betroffenen zu erreichen, die sich langfristig bewähre, die nachhaltig sei. Dazu ist natürlich auch der enorme Kostenaufwand, der mit dieser Untersuchung zusammenhängt, als Lernfaktor zu zählen. Ein Schluck bittere Medizin extra.

„Fahreignung? - Bedeutung

Wenn von Fahreignung gesprochen wird, ist die geistige und körperliche Eignung, genauso aber die Ausprägung persönlicher Merkmale gemeint. Rund um die MPU sind ständig heftige Diskussionen zugange. Juristisch versteht sich die Kontrolle der Fahreignung, die man nun Mobilitätskompetenz nennen will, als eine schlichte Hoheitsverwaltung, ein Realakt. In der Verkehrspsychologie definiert sich der Begriff Mobilitätskompetenz als

 „die Gesamtheit überdauernder körperlicher, geistiger und verhaltens- bzw. einstellungsbezogener Voraussetzungen eines Fahrers zum sicheren und partnerschaftlichen Führen von Kraftfahrzeugen.“

MPU  - Sinn und Zweck

Die MPU versteht für die Behörden als eine Wahrscheinlichkeitsrechnung, letztlich aufgrund der Abgleichung statistischer Daten, in der Mundart der Ämter eine auf „Fakten und Erfahrungswissen“ basierende Aussage zur Wahrscheinlichkeit einer stattfindenden, stattgefundenen negativen oder positiven Änderung des Verhaltens des Probanden in der Zukunft. Was also zu beweisen ist, von Seiten des Untersuchten her, ist eine anhaltende Veränderung in Einstellung und Verhalten.

Das Ziel der MPU ist es, die Zweifel der Behörden, die den Führerschein ausstellen, in Bezug auf verkehrsmedizinische und verkehrspsychologische Eignung aus dem Weg zu räumen. Die entsprechende Behörde wird das Gutachten auf seine Schlüssigkeit und auf etwaige Formfehler hin überprüfen. Hier wird es um die Beachtung gesetzlicher Vorgaben, Begutachtungs-Leitlinien und Beurteilungskriterien zur Kraftfahrereignung, wissenschaftliche Nachprüfbarkeit und Widerspruchsfreiheit gehen. Außerdem wird die Qualität der MPU-Gutachten und ebenso die Arbeitsmethodik der MPU-Stellen von der Begutachtungsstelle Fahrerlaubniswesen der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) überprüft.

Juristische Grundlagen

Die zuständige Behörde ist das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Wohnungswesen. Mit § 6 StVG hat dieses Ministerium die Vollmacht, die konkreten Anforderungen, denen Personen Genüge tun müssen, um als geeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen zu gelten, festzulegen. Eine Beschreibung der entsprechenden Anordnungen und Gesichtspunkte zur MPU findet sich in der Fahrerlaubnisverordnung (FeV), genauer gesagt in § 14 FeV, wo es um die Klärung von Zweifeln hinsichtlich der Eignung geht, in Bezug auf Arzneimittel sowie Betäubungsmittel. Im § 13 FeV wird die Klärung von Eignungszweifeln was die Problematik rund um den Alkohol angeht behandelt, in dem § 11 FeV geht man detailliert auf die Eignung ein. Mit Hilfe und auf Grundlage dieser gesetzlichen Verordnung wird die Behörde die MPU anordnen, die individuelle Fragestellung für den Betroffenen zusammenstellen. Es steht dem Bewerber aber frei, sich die Prüfstelle selbstständig auszusuchen.

Im § 2 StVG des Straßenverkehrsgesetzes ist festgelegt, welche Parameter gelten sollen bei der Erteilung einer Fahrerlaubnis, im § 3 StVG ist der Entzug der Fahrerlaubnis definiert. Für die Erlaubnis ein Kraftfahrzeug im Straßenverkehr führen zu dürfen, sind gewisse Anforderungen zu erfüllen. Das sind natürlich geistige und körperliche Unversehrtheit, soweit sie zum Lenken eines Fahrzeuges notwendig sind, sowie u. a. das Mindestalter.

MPU - Ablauf

Idiotentest (© klicki / fotolia.com)
Idiotentest (© klicki / fotolia.com)
Die MPU teilt sich gewöhnlich in drei Abschnitte. Es geht um ein psychologisches Gespräch, die Untersuchung durch einen oder mehrere Ärzte sowie die Testdiagnostik.

  • Verkehrsmedizin
    Der Arzt wird den zu Untersuchenden auf Drogen- oder Alkoholmissbrauch hin überprüfen, wozu er unter anderem auch die medizinische Vorgeschichte des Betroffenen bespricht. Hilfsmittel wie ein Drogenscreening oder Bluttests, Haaranalysen, Urinabgabe, Leberwerte und EtG und CTG-Werte werden herangezogen.
  • Verkehrspsychologie
    Die verkehrspsychologische Untersuchung besteht zum Großteil aus einem Gespräch des Betroffenen mit dem Psychiater. Hier ist vom Probanden Einsicht in sein Fehlverhalten gefordert, die Konsequenzen, die er getroffen hat, sind bildlich zu machen, Einsicht in die Notwendigkeit einer grundlegenden Verhaltensänderung ist aufzuzeigen. Dieses veränderte Verhalten in entsprechenden Lebenssituationen, der Benimm in der geplanten Zukunft, soll wenigstens bereits ein halbes Jahr ausdauernd gelebt worden sein. Dieses Schlüsselgespräch wird immer aufgezeichnet, ist als Dokument für die Behörden relevant.
  • Leistungdiagnostik
    Der am Computer durchgeführte Reaktionstest, den man im Übrigen vorher auch üben kann, ist entworfen, um Wahrnehmungsleistung, Reaktionsleistung, Konzentration und Aufmerksamkeit beurteilen zu können. Zusammen meinen diese Attribute die psychofunktionale Leistungsfähigkeit. Je nachdem, welche individuelle Fragestellung für den Probanden gilt, wird hier auch die Art der Fragen und Aufgaben variieren.  

MPU - Kosten

Die Alkohol- und Drogenuntersuchungen kommen auf ca. 338,00 Euro. Bei kombinierten Fragestellungen erhöht sich diese Summe um die Hälfte der jeweils höchsten Teilgebühr. Ein Drogenscreening wird etwa 128,00 Euro ausmachen, die Kosten für Zweitschriften und Gutachtenversand kommen dazu. Die gesamten Gebühren für die MPU liegen zumeist gut über über 500,00 Euro. Besonders hoch sind die Kosten, die man im Vorfeld für einen Vorbereitungskurs der MPU zu zahlen hat. Die Verkehrspsychologen verlangen zum Teil etwa 60 bis 120 Euro pro Sitzung. Die Vorbereitung erstreckt sich in der Regl über mehrer Sitzungen, so dass man am Ende zwischen 500 und 800 Euro zu zahlen hat. An dieser Stelle soll vor unseriösen Anbietern gewarnt werden, die teilweise 1500 bis 3000 Euro nehmen.




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