Kokain im Blut - Führerscheinentzug droht bei Fahren unter Koks !

Kokain wird in seinem Ursprung aus diversen Arten von Cocasträuchen gewonnen. Kokain ist ein aus der Bestimmungsgruppe der Stimulanzien stammendes Alkaloid, das Hauptalkaloid der Pflanze. Das bekannte Derivat, das pulver- oder steinartige Kokain, hat die chemische Bezeichnung Kokainhydrchlorid. Es hat einen bitteren Geschmack, keinen Geruch. Kokainkonsum ist in Deutschland strafrechtlich verboten. So ist es auch nicht verwunderlich, dass bereits der einmalige Konsum von Kokain zum Entzug des Führerscheins führen kann, so ein Urteil des VG Trier vom 18. Januar 2016 (Az.: 1 L 3706/15.TR).

Wie wird Kokain konsumiert?

Kokain  (© vchalup / fotolia.com)
Kokain (© vchalup / fotolia.com)
Da Kokain betäubend auf die Schleimhäute wirkt, reibt sich ein Konsument, um die Qualität der Ware zu überprüfen, das Pulver ins Zahnfleisch. Der Grad der Betäubung zeigt die Qualität des Kokains an. Kokain kann, wenn man es einer speziellen Behandlung unterzieht,  geraucht werden, als Pulver geschnupft oder auch gespritzt werden. Das Kokain, das man auf dem Schwarzmarkt erhält, hat in der Regel einen Wirkstoffgehalt von etwa 30 bis 50 Prozent. Zumeist jedoch ist die Droge gestreckt mit anderen Wirkstoffen wie beispielsweise mit Amphetamin oder Coffein. Auch nicht-psychoaktive Bestandteile sind eine beliebtes Mittel, um die Droge zu strecken. Hier kommen Traubenzucker, Lidocain, Milchzucker oder auch Zuckeralkohol zum Einsatz. Die Wirkung wird beim Schnupfen nach zwei bis drei Minuten einsetzen, die Wirkung dauert etwa über eine halbe Stunde an. Beim Spritzen oder Rauchen dauert es nur Sekunden, die Wirkung ist ein wenig kürzer als bei der Intoxikation über die Schleimhäute. Kokain hat die Eigenschaft, die Dopaminmenge in den synaptischen Spalten des Gehirns zu maximieren. So beeinflusst es Motorik und Emotionen, die Wahrnehmung des Users.

Nachweisbarkeit von Kokain in Blut, Urin und Haaren

Mit einer Blutuntersuchung kann Kokain selber noch etwa sechs Stunden nach der Einnahme nachgewiesen werden. Was jedoch wesentlich wichtiger ist, wie auch bei anderen Nachweisführungen zu Drogen, sind die Abbauprodukte. Kokain, welches nahezu vollständig von der Leber abgebaut wird, materialisiert sich, indem seine chemischen Elemente durch Hydrolyse aufgespalten werden, in dem Abfallprodukt Benzoylecgonin, das im Blut noch etwa 1 Woche zu finden ist.

Im Urin dagegen bleibt Kokain bis zu 18 Stunden nachweisbar, das Abbauprodukt ungefähr vier Tage. Ist der Untersuchte jemand, der häufig kokst, wird sich das Benzoylecgonin über einen Zeitraum von 18 bis 32 Tage finden.

Ein Langzeitnachweis aller Drogen, die der Betroffene konsumiert hat, ist über die Haaranalyse möglich. Hier kann, bei Trägern von Langhaarfrisuren, über Jahre der Konsum von Koks, Cannabis, Speed, - letztlich allen bekannten Drogen nachgewiesen werden. Eine andere Ebene der Nachweisbarkeit ist der Nachweis des Konsums durch Auffindung von Kokspartikeln. Dazu sind heutzutage längst keine Hunde mehr notwendig, auch wenn sie noch häufig zum Einsatz kommen. Mit Hilfe der Wissenschaft ist es mittlerweile möglich, wesentlich weniger als Nanogramms zu isolieren, die Nasen der Spektralanalyse sind besser als die von Säugetieren.

Folgen eines positiven Kokain Wertes

Eines gleich vorneweg: Wer mit harten Drogen erwischt wird, ist seinen Führerschein los. Es wird kein Fahrverbot ausgesprochen, sondern der Führerschein wird entzogen.

  • VG Gelsenkirchen 27.Mai 2009, Az.: 7 K 4440/08
    Die Einnahme von Kokain schließt die Kraftfahreignung grundsätzlich aus. Es ist nicht einmal erforderlich, dass unter der Wirkung eines solchen Mittels ein Kraftfahrzeug im Straßenverkehr geführt worden ist.
  • VG Gelsenkirchen 29. Juli 2009, Az.: 7 L 699/09
    Schon der einmalige Konsum harter Drogen ist grundsätzlich ausreichend, die Kraftfahreignung zu verneinen. Insoweit schließt die Einnahme von Kokain die Kraftfahreignung unabhängig davon aus, ob dadurch die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigt worden ist oder nicht. Es kommt nicht einmal darauf an, ob unter der Wirkung dieser harten Droge ein Kraftfahrzeug geführt worden ist.

Drei Instanzen können beteiligt sein, wenn es um Betäubungsmittel im Straßenverkehr geht. Das Gericht kann Geld- oder Freiheitsstrafen, ein Fahrverbot von ein bis drei Monaten, die Entziehung der Fahrerlaubnis sowie die Sperre zur Neuerteilung für eine Dauer von sechs Monaten bis zu fünf Jahren aussprechen. Wer mit Kokain oder irgendeiner anderen Droge außer Alkohol und Cannabis kontrolliert wird, darf davon ausgehen, dass man ihm den Verdacht auf eine Straftat nach Paragraph 315 c StGB anhängt, nämlich die „Gefährdung des Straßenverkehrs“. Mit diesem Paragraphen ist der Führerschein entzogen.

Außerdem gibt es den Tatbestand des Fahrens unter dem Einfluss von illegalen Substanzen, der strafrechtlich relevante Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz, auch der Besitz, wenn die Beamten noch etwas finden. Weiter kann es ein Bußgeldverfahren wegen einer begangenen Ordnungswidrigkeit geben, das nach Paragraph 24 StVG ein Bußgeld und eine Menge Punkte, nämlich drei, nach sich ziehen wird. Natürlich wird eine MPU angeordnet werden. Andere Post im Briefkasten wird, auch wenn das Straf- oder Bußgeldverfahren bereits eingestellt wurde, ein Schreiben der Behörde sein, in dem die Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen nach den Paragraphen 13 und 14 FeV angezweifelt wird, weil der Konsum psychoaktiver Substanzen nachgewiesen wurde.

Wie bei einer Verkehrskontrolle verhalten?

Verkehrskontrolle (©  Rico Löb - fotolia.com)
Verkehrskontrolle (© Rico Löb - fotolia.com)
Auch wenn ein Konsum verneint wurde, können die Beamten zu einem sogenannten Vortest auffordern. Das kann ein Speichel-, Urin-, oder Schweißtest sein. Auch der Test auf Atemalkohol ist ein Vortest. Zu keinem der Tests kann man von den Beamten gezwungen werden, den Schweißtest allerdings, ebenfalls mit einem Verfahren namens DrugWipe®, können die Beamten durchführen. Bei der von DrugWipe® verwandten Methodik wird mit Antikörpern gearbeitet, welche die gängigsten Drogen recht zuverlässig identifizieren. Die Firma, die hinter dem Markenzeichen steht, ist sehr rührig in der Entwicklung von kommerziell ausgereiften Methoden zur Aufspürung auch noch so geringer Mengen von Drogen. Jedenfalls ist eine Kontrolle am Straßenrand keine erbauliche Situation.

Wie weit können die Gesetzeshüter gehen? Kontrollen im Verkehr sind meistens „Schleierkontrollen“. Das heißt, die Beamten wählen, ihrem Erfahrungsschatz entsprechend, beliebig Fahrzeuge aus. Dann geht es um das Erscheinungsbild des „typischen Drogenkonsumenten“. Auch hier sind die Erfahrungswerte der BeamtInnen gefragt. Junge Leute passen eher in das Erscheinungsbild. Nun wird der Beamte sein Augenmerk auf die sogenannte „zweigeteilte Aufmerksamkeit“ legen. Wer schon bei der Übergabe von Fahrzeugpapieren unsicher oder nervös ist, macht sich verdächtig. Mit einem „Romberg-Test“ kann eine Störung des Gleichgewichts offenbar werden. Es sieht nun so aus, dass, wenn alle Tests vor Ort verweigert werden, die Beamten einen Bluttest vom Richter beantragen müssen. Sie benötigen einen Gerichtsbeschluss, den sie jedoch in aller Regel innerhalb von 10 Minuten auf dem Handy haben. Nun muss der Bluttest durchgeführt werden, die Kosten, sollte er positiv ausfallen, trägt der Kontrollierte. Das sind etliche hundert Euro.




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